Auf dem Katholikentag in Münster

Glauben. Wann gibt es einmal die Chance, dass ein Katholikentag in der Nähe stattfindet? So entschied ich mich, an Christi Himmelfahrt die einmalige Gelegenheit zu nutzen und an diesem Großevent der katholischen Kirche teilzunehmen. Die Tageskarte hatte ich mir vor einigen Tagen im Bakumer Pfarrbüro gekauft und Fahrkahrten für die Bahnfahrt, denn mit dem Auto in die Münsteraner Innenstadt zu reisen, machte wenig Sinn.

Pünktlich um 9 Uhr morgens erreichte ich die Bistumstadt. Zu Fuß ging ich ich dann mit vielen anderen Leuten zum Schlossplatz, wo 25.000 Leute am Festgottesdienst mit dem Münsteraner Bischof Felix Genn teilnahmen. Witzigerweise traf ich dort unter den Tausenden Leuten Pastoralreferentin Elisabeth Lüken und Irmgard Eichfeld aus Bakum und feierte mit ihnen zusammen im Gottesdienst. Das Wetter blieb bis zum Ende der feierlichen Messe mit tollen Chören und Instrumentalisten  trocken. Nach der Messe blieb ich auf der Kirchentagsmeile und besuchte die Informationsstände verschiedenster kirchlicher Verbände und Organisationen. Leider regnete es bis zum späten Nachmittag mit nur kleinen Unterbrechungen.

Mittags ging ich in die Innenstadt Richtung Domplatz. Vor dem Dom fand nachmittags ein Chorgemeinschaftssingen mit 4.300 Sängerinnen und Sängern von über hundert Chören aus dem gesamten Gebiet des Bistums Münster. Der Platz erklang im Ruf Halleluja. Sehr beeindruckend war für mich unter anderem der Besuch des Missiotrucks, in dem ich multimedial in die Haut einer kongolesischen Krankenschwester schlüpfte, die auf der Flucht um ihr Leben, und die Bedrohung durch Abtreibung und Gewalt fürchten musste.

Auch dem Katholikentag wurden überall Diskussionen über den Glauben geführt. Ich war bei den Jesuiten, die über die Sendung eines jeden Christen als Prophet, König und Priester, gleich ob geweiht oder nicht, sprachen. Bei den Salesianern und der Gemeinschaft der Seligpreisungen, einer charismatischen Erneuerungsbewegung, erhielt ich tolle Anregungen für meinen  Glauben. Sehr beeindruckend war auch der Besuch beim Stand der Aktion Lebensrecht für Alle (Alfa). Die Dame gab mir eine plastische Nachbildung eines Embryos in die Hand: Jedes Embryo hat ein Gesicht, ist ein Mensch, gab sie mir auf dem Weg.

Politisch ging es bei der Katholischen Arbeiterbewegung zu. Dort wurde die angebliche Bedrohung unserer Gesellschaft durch mächtige Finanz- und Datenkonzerne diskutiert, die man nach Ansicht der Referenten nur durch einen „starken Staat“ kontrollieren könne. Überall in der Stadt gab es Live-Musik, Chöre sangen christliche Lieder. In den Kirchen gab es teilweise Vorträge. Auch kirchenkritische Veranstaltungen wurden angeboten. Unter anderem veranstalteten Atheisten eine Gegenveranstaltung. Evangelikale Christen und Lutheraner waren ebenfalls in der Stadt. Insgesamt war der Katholikentag für mich ein ganz besonderes Ereignis, vor allem aber ein fröhliches Glaubensfest, das die Vielfalt unserer katholischen Kirche widerspiegelt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s