Ein Jahr danach – Gedenken an meine Tante

Persönlich. Ein Jahr ist es her, seit meine Tante verstorben ist. Ihre Jahresmesse und die Gedenkmesse zur Gräbersegnung in unserer Pfarrgemeinde feierten wir vor ein paar Wochen. Heute fand die Gedenkfeier für die Verstorbenen in dem Altenheim statt, in dem sie ihre letzten Jahre verlebt hat. Für mich machte es das Gedenken an Tante rund. Ich habe sie im Altenheim fast täglich besucht. Wenn ich sie besuchte, begrüßte ich sie immer mit einem fröhlichen „Moin!“. Tante freute sich jedes Mal, wenn ich da war, es sei denn, sie hatte wirklich einen schlechten Tag. Heute morgen hatte ich sie mit diesem „Moin“ noch an ihrem Grab auf dem Friedhof begrüßt.

Die Fahrt zum Altenheim war heute für mich ein wenig mit einem mulmigen Gefühl. Irgendwie wurde es für mich wie ein zweites Zuhause, solange Tante dort „wohnte“. Im Altenheim wurde ich aber gleich von einer Pflegerin umarmt und alle freuten sich, mich wieder zu sehen. Die Gedenkveranstaltung begann mit einer Andacht in der Kapelle statt, die von einer Pastoralreferentin und den Mitarbeiterinnen Jutta und Henrieke und der derzeitigen Pflegedienstleiterin durchgeführt wurde. Sie war wirklich sehr stimmungsvoll. Besonders berührte es mich, die Stimmen von Jutta und Henrieke wieder zu hören. In der anschließenden Runde traf  ich neben den beiden Betreuerinnen vom sozialen Dienst einige alte Bekannte unter den Angehörigen, mit denen ich mich austauschte. Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei allen Pflegenden und Mitarbeiterinnen im Altenheim meiner Tante und der Kirchengemeinde, die dieses Pflegeheim begleitet.

Es ist wichtig, dass unsere Alten- und Pflegeheime menschlich bleiben. Das sind wir unseren alten Angehörigen schuldig. Und dass die Gesellschaft denen menschlich gegenüber bleibt, die sie betreuen. Das ist unsere Gesellschaft ihnen schuldig.