Steingärten werden modern, auch in Bakum

Bakum. Den einen oder anderen wird es aufgefallen sein. Immer mehr Grundstücksflächen werden zu gepflastert. Ich muss mir selber ein wenig an die Brust klopfen. Auf der einen Seite habe ich einen Teil des gepflasterten Hofes wieder in einen Garten verwandelt, auf der anderen Seite pflastere ich eine Hofeinfahrt und Wendeplatz wieder zu. Wie andere Bakumer es auch tun. Eine Zufahrt zur Garage, ein Wendeplatz, mehr Parkraum – Dies ist ein Grund, dass immer mehr Flächen versiegelt werden.

Aber immer mehr Zeitgenossen gestalten ihre auch  ihre Gärten mit Steinbeeten. Zuerst wurde dies auf den Friedhöfen modern. Urnengräber, die als Steinbeet gestaltet sind, machen eine Grabpflege weitestgehend überflüssig. Diesen Vorteil nutzen nun auch immer mehr Gartenbesitzer. Der Vorgarten sieht auf diese Weise immer top gepflegt aus. Wenn mal das Unkraut aus dem Beet wächst, könnte man zwei Mal im Jahr zu „Roundup“ greifen; wenn das nur nicht verboten wäre. Umweltschützer sind allerdings von Steinbeeten gar nicht begeistert, denn biologisch sind sie absolut tot. Dort können keine Insekten leben. Und wo es keine Insekten gibt, da gibt es auch keine Vögel mehr.

Das gleiche gilt auch für Gabionenzäunen, Sichtschutzelemente aus Stein, Metall und Glas, die ebenfalls immer moderner werden. Unsere Welt ist doch sehr zwiespältig. Zum einen träumen immer mehr Menschen von dem Bauernhof mit ein paar friedlich auf der Weide grasenden Schweinen und Hühnern und Wildblumen im Getreidefeld, wollen aber zuhause einen pflegeleichten toten Garten, der bloß keine Arbeit macht.

Steinbeet

Hier wächst nichts mehr: Gartenanlage mit Steinbeet in Bakum. Foto: Rosenbaum