Die OLB Filiale in Bakum schließt im September

Bakumer Unternehmen. „Die OLB Bakum zieht am 5. September 2019 nach Vechta um“ – So ähnlich wird es auf einem Plakat heißen, dass in Kürze in der OLB Filiale in Bank hängen wird. Damit endet die Jahrzehnte lange Tradition der OLB in Bakum. Die Bakumer OLB Filiale wird geschlossen, die Kunden der OLB werden in Zukunft von Vechta aus betreut. Das Bakumer OLB-Urgestein Helmut „Stanley“ Kellermann zieht auch in die  OLB Filiale nach Vechta um und steht dort den Bakumer Kunden wie gewohnt mit seiner persönlichen Beratung zu Verfügung.

„Die Betreuung der Bakumer OLB-Kunden soll jedoch nicht schlechter werden, im Gegenteil!“

Dies erklärten der Leiter der OLB Vechta, Thomas Schaller, und  Helmut „Stanley“ Kellermann in einem Pressegespräch. Sie begründeten die Entscheidung damit, dass sich sowohl das Marktumfeld für Banken als auch die Kundenbedürfnisse radikal verändert hätten. Immer mehr Kunden nutzten die Vorteile des digitalen Banking, wünschten sich allerdings außerdem eine gute Beratung, wenn man sie braucht. Und das ist leider zu selten, um in Bakum noch eine Filiale aufrecht zu erhalten. Das Beratungsangebot in Vechta soll sowohl für Privat- als auch Firmenkunden ausgeweitet werden, zum Beispiel bei der Kreditberatung, Altersvorsorge und der Geldanlage. Es soll alles, was Bankkunden wünschen, in der Vechtaer Filiale geboten werden, verspricht Filialleiter Schaller.  Nachgedacht würde auch über längere Öffnungszeiten bis 22 Uhr.

„Die OLB wird zur Digitalbank Plus.“

Parallel soll das digitale Angebot der OLB konsequent ausgebaut werden. Dafür habe die OLB online abschlussfähige Produkte entwickelt. Zum Beispiel könne man online vom Sofa zuhause aus Kreditverträge mit der Bank schließen.  Um sich überall zu jeder Zeit mit Bargeld versorgen zu können, bietet die OLB seit kurzer Zeit die OLB Debit Mastercard  an. Mit dieser Kreditkarte könne jeder OLB-Kunde europaweit kostenlos an Geldautomaten Geld abheben, in Geschäften bezahlen oder im Internet einkaufen. Außerdem könne jeder Kunde mit der Karte beim Einkauf in großen Einzelhandelsgeschäften (Combi, REWE, Famila etc) Bargeld vom Konto abheben.

Alle Bakumer OLB-Kunden werden in Kürze per Brief über die Schließung der Bakumer Filiale informiert. Es sei der OLB sehr wichtig, ihre Bakumer Kunden transparent über ihre Entscheidung zu informieren, teilten Thomas Schaller und Helmut Kellermann mir mit. „Wir verabschieden uns nicht aus Bakum, sondern verlassen nur das Gebäude im Mühlenweg,“ sagten die beiden Bänker. Die OLB setzt damit den Strukturwandel der „größten Regionalbank in Deutschland“ mit 1 Million Kunden weiter um. Die Bank soll sich von einer Regionalbank zu einer national ausgerichteten „Digitalbank Plus“ weiter entwickeln, erfuhr ich im Gespräch.

„Die meisten Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte weitgehend digital.“

Dies sei notwendig, weil sich das Bankgeschäft in den letzten Jahren radikal verändert habe. Immer mehr Marktteilnehmer auch machen Bankgeschäfte, darunter auch ausländische Banken. Unter ihnen gibt auch Anbieter außerhalb der Bankenbranche,  zum Beispiel Paypal und Autokonzerne, die über eigene Banken Finanzierungsleistungen anbieten. 95 Prozent aller Firmenkunden und Zweidrittel aller Privatkunden der OLB würden heute ihre Banküberweisungen online abwickeln. Immer mehr Kunden würden auch mit Kreditkarte oder mit dem Handy bargeldlos zahlen. Von einer reinen Digitalbank will sich die OLB vor allem aber durch ihre Nähe und ihren Beratungsservice unterscheiden, versprachen die beiden OLB-Bankleute.

Mein Kommentar: Dass die OLB Filiale schließt, war absehbar!

Die OLB hat in Bakum eine lange  Geschichte. Viele ältere Bakumer verbinden die Bank vor allem mit Bakumer Urgesteinen wie Peter Linnemann, Brigitte „Gitta“ Krause und Stanley Kellermann, die der Bank über Jahrzehnte ihren persönlichen Stempel aufgedrückt haben. Früher sagten die Bakumer nicht, „Ich gehe zur OLB sondern ich gehe zu Linnemann‘ s Peter.“ Jeder wusste, dass damit die Bank gemeint war. Das ist lange vorbei. Dennoch:  Auch ich bin ein wenig traurig, dass die OLB Filiale nun ihre Tore schließt, wie viele andere alteingesessene Bakumer Geschäfte. Solange ich einen Laden (Textilgeschäft) hatte, kam ich täglich in die OLB um dort Geld einzuzahlen, Wechselgeld oder meine Kontoauszüge abzuholen. Immer bei einem netten Plausch mit Gitta  oder Stanley. Das vermisse ich ein wenig. Seitdem ich meinen Laden geschlossen habe, bin ich nur noch wenige Male in der OLB Filiale gewesen. Die Zeiten haben sich geändert, auch für mich persönlich. Auch ich mache fast alles online. Seit einiger Zeit verringerte die Bank ihre Öffnungszeiten kontinuierlich.  So wurde es auch für jeden Bakumer nachvollziehbar, dass über kurz oder lang die Filiale einmal geschlossen wird. Aber es ist, wie es ist: Ein gutes Stück Bakumer Geschichte geht damit zu Ende.

Einen kleinen Nachsatz an Stanley kann ich mir nicht verkneifen:
Lieber Helmut, bevor du endgültig aus Bakum abrückst, gib deinen Stammkunden im alten „Lokal“ noch mal ’ne Runde Pils aus (alternativ ein Glas Sekt), das erwarten wir von Dir! 😉 😮 🙂

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Die Bakumer OLB Filiale wird geschlossen. Ab September zieht Helmut Kellermann (rechts) in die Vechtaer Filiale. Der persönliche Service bleibt wie gewohnt, verspricht Filialleiter Thomas Schaller von der OLB Vechta. Foto: Rosenbaum