Abriss: Nach der Volksbank soll nun auch das Rathaus neu gebaut werden

Bakum. Die Gemeinde Bakum ist im Abrissmodus. Das war sie eigentlich schon immer. Was nicht nachhaltig und zukunftsorientiert ist, muss verschwinden, da denken „wir“ Bakumer pragmatisch. In der Geschichte Bakum wurde fast alles abgerissen, was irgendwie abzureißen war. Die „Hopings Mühle“. Das Gasthaus Bünnemeyer. Die Gastwirtschaft Theißen. Das alte Pastorat. Das Haus Beckmann und die Gastwirtschaft Geising wird in Kürze abgerissen.  Das ehemalige Bistro an der Kirchstraße, das seit einigen Jahren leer steht, wird auch wohl irgendwann verschwinden. Dies sind nur einige Beispiele historischer Bausubstanz, die unserem Ortskern heute zum Teil schmerzlich vermisst werden. Unser Ortskern wurde zerstört. Erhalten sind nur wenige ortsprägende historische Gebäude, die Gastwirtschaft und Kornbrennerei Meistermann, die Villa Menting oder Spoors Haus an der Kirchstraße.

Nun soll auch das Rathaus durch einen Neubau ersetzt werden. Das Gebäude der Volksbank und das Rathausgebäude, die in den 70iger oder 80iger Jahren gebaut wurden, standen für das moderne Bakum. Doch beide Gebäude erwiesen sich als ungeeignet für  heutige Ansprüche. Nach nur wenigen Jahrzehnten wurde die Volksbank abgerissen, und mit dem Rathausgebäude soll es ähnlich ergehen. Die Fehler wurden bereits beim Bau beider Gebäude gemacht. Es war richtig, den Betonklotz der Volksbank abzureißen und auch bei dem Rathausgebäude gibt es gute Gründe für einen Neubau. Beide Gebäude verursachen zu hohe Betriebskosten, die Raumaufteilung ist für die heutigen Arbeitsabläufe ungeeignet. Der alte Betonklotz der Volksbank war hässlich, – das neue Gebäude der Volksbank ist architektonisch eine Bereicherung für unser Dorf Bakum und bleibt hoffentlich noch lange bestehen.

Bei der Planung des neuen Rathauses werden die heutigen Entscheidungen ebenfalls an ihrer Nachhaltigkeit gemessen. Ein modernes Gebäude sollte zukunftsorientiert gebaut werden und klimaneutral und energieautark sein. Bei der Planung muss berücksichtigt werden, dass Verwaltungsabläufe in 50 Jahren anders aussehen werden wie heute. Ich denke an die Digitalisierung der Verwaltung. Die Nutzung eines Rathauses könnte also in 40 Jahren ganz anders als heute aussehen. Vielleicht wird ein Rathausgebäude gar nicht mehr in dieser Form benötigt? Dann sollte das Gebäude für einen anderen Zweck umgebaut werden können. Dies muss berücksichtigt werden. Nicht, dass in 40 Jahren das neue Rathaus wieder abgerissen werden muss, weil es den Ansprüchen der Zeit nicht mehr entspricht. Es macht Sinn, lieber etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, als zu wenig. Die nachfolgenden Generationen werden es danken.

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Das heutige Rathaus wurde in den 1980iger Jahren erbaut. Nun entspricht es nicht mehr den Ansprüchen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Rosenbaum