Fotos: Klimastreik in Vechta

Fridays for Future. Wer hätte geglaubt, dass der Bazillus auch in Vechta angreift. Schüler der drei Vechtaer Gymnasien riefen zur großen Klimademo „Fridays for Future“ in Vechta auf. Sie beteiligten sich damit an der weltweiten Aktion „Alles fürs Klima“. Ich war mit der Kamera dabei, um herauszufinden, worum es bei dieser Demo geht und was die jungen und „jung gebliebenen“ Demonstranten fordern. Denn unter den Demonstranten waren nicht nur junge Leute, sondern durchaus auch einige ältere Semester, wie meine Wenigkeit, die Bakumer Ludger und Franz von der NABU Ortsgruppe Bakum, Jörg von dem Helfer*Innenkreis Bakum und „Almas Jungs“ sowie der Familie Logeshwarans. Auch Antonius Schroer und Claus Dalinghaus aus Vechta traf ich.

Ich kam auch mit mehreren jugendlichen Demonstrantinnen ins Gespräch und fragte sie, wofür sie demonstrieren. Sie zeigten echte Betroffenheit über die Klimaveränderung, die auch hierzulande deutlich zu spüren sei. Die Hitze und die Trockenheit. Mehrere sagten mir, es sei fünf vor zwölf Uhr und jeder von uns müsse etwas gegen diesen Klimawandel tun. Und wenn es damit anfängt, weniger Plastik zu verbrauchen, das Auto stehen zu lassen und sich bewusster zu ernähren. Die Jugendlichen fordern aber auch Maßnahmen des Staates, zum Beispiel Kohleindustrie stoppen, Massentierhaltung reduzieren. Mehrere Redner der Schülervertreter brachten dies zum Ausdruck. Die Schilder, die ich fotografiert habe, unterstrichen diese Forderungen ebenfalls. Eine riesige Schlange an Demonstranten zog die Große Straße entlang, so eine Demo habe ich in Vechta noch nicht erlebt. Am Ende appellierte Benedikt Feldhaus auch an jene, die kritisch gegenüber der „Fridays for Future“ Bewegung stehen, sich ernsthaft mit den Forderungen auseinanderzusetzen. Er wünscht sich einen gesellschaftsweiten Dialog über das Thema. Wer diese Bewegung als lächerlich diskreditieren würde, beweise, dass er nichts verstanden hat. Feldhaus forderte auf, auch sich kommunal gegen die Klimakrise einzusetzen. Vor allem Veränderung der Landwirtschaft sei hier dringend notwendig, die Dächer von Vechta müssten begrünt werden und junge Startups müssten gefördert werden.

Mein Fazit zur Demo: Es war schon beeindruckend, wie groß die Beteiligung an der Klimademo im sonst beschaulich konservativen Vechta war. Ganz gleich, wie man zu der Umwelt-Bewegung steht, die weltweit wächst, die Demo in Vechta zeigt, wie sehr auch hierzulande das Bewußtsein in der Bevölkerung sich ändert. Viele Leute machen sich ernsthaft Sorgen über unsere Zukunft. Das kann nicht überhört werden, dies müssen auch die hiesigen Lokalpolitiker ernst nehmen. Sonst werden sie es auch hier bei den nächsten Wahlen als Quittung serviert bekommen. Die Europawahlen waren bereits ein Warnschuss. Die Partei „Bündnis 90/ Grüne“ gewannen in der schwarzen CDU-Hochburg gewaltig an Stimmen.