Schade! Keine Fronleichnamsprozession mehr in Bakum

Katholische Kirchengemeinde Bakum. Eine langjährige Tradition ist in diesem Jahr ganz still zu Ende gegangen. Die große Fronleichnamsprozession durch Bakum wird es in dieser Form nicht mehr geben. Nachbarschaften und Vereine beteiligten sich alljährlich daran, die vier Stationsaltäre festlich zu schmücken, gemeinsam wurde feierlich am Fronleichnamstag Eucharistie gefeiert. Der Musikverein und die Chorgemeinschaft Cäcilia brachten ein „Ständchen“ vor jeder Station. Die Kommionkinder streuten Blumen vor dem Altar. Oma und Opa und die ganze Familie liefen mit. Ein Event für die ganze Gemeinde, die zugleich ein Glaubenszeugnis war. Auch in den anderen drei Kirchdörfern wurde in gleicher Weise Fronleichnam gefeiert.

Der eigentliche Grund für das Ende dieser wohl jahrhundertealten Tradition ist nicht die Corona Pandemie, die kirchliche Großveranstaltungen derzeit verhindert. Es gibt vielfältige Gründe dafür. Sicher zählt dazu auch der Glaubensverlust in der Bevölkerung, immer weniger Menschen praktizieren den katholischen Glauben. Die Zahl derer, die sich an der Prozession beteiligten, nahm stetig in den Jahren ab. Der Hauptgrund ist allerdings sicherlich die Fusion der ehemals vier Pfarreien in Carum, Vestrup, Lüsche und Bakum zur einen Pfarrei St. Johannes Baptist Bakum. Es war klar, dass die vier Feiern über kurz oder lang zu einer gemeinsamen Feier zusammengelegt werden. Sicher ist aber, dass es Prozessionen wie früher nicht mehr so geben wird. Denn nur ein Bruchteil der bisherigen Gemeindemitglieder werden sich am Fest in wechselnden Orten beteiligen, die Lüscher werden dazu nicht nach Bakum fahren und die Bakumer nicht nach Carum oder Vestrup.

Ich finde, das ist sehr schade. Es war immer schön wunderschön, mit der ganzen Gemeinde im Dorf Fronleichnam zu feiern und mit unserem Chor dabei gewesen zu sein. Fronleichnam war ein wichtiger Markstein im Jahreskalender unserer Gemeinde. Ein Vorabendevent am nachfolgenden Samstag ist nur ein Abklatsch des Hochfestes Fronleichnam, dass man dann feiern sollte, wenn das Fest im Jahreskalender ist, am zweiten Donnerstag nach Pfingsten.

Ob man diesen Bruch mit der alten Tradition ausgerechnet in diesem Corona-Jahr vollziehen musste, muss sich auch der Pfarreirat fragen lassen, zumal man nur auf Anmeldung teilnehmen kann, also nur einer begrenzten Zahl von Gemeindemitgliedern die Teilnahme möglich ist. Dies führt dazu, dass noch weniger Gemeindemitglieder sich an der gemeinsamen Feier beteiligen können. Klar ist, dass in diesem Jahr wegen Corona natürlich keine Fronleichnamsprozession in den Dörfern möglich ist. Alternativ hätte man aber in diesem Jahr durchaus noch vier Feiern zum Beispiel im Eckelkamp, im Bakumer Dorfpark, im Lüscher Pfarrgarten und auf dem Carumer Kirmesplatz veranstalten können, bei denen mehr Menschen sich hätten beteiligen können. Auch mit den Chören und Musikvereinen hätte man coronagerechte Lösungen finden können, zum Beispiel eine kleinere Gruppe mit mehr Abstand.

Eine alte Tradition war die Prozession zu den vier Stationsaltären, hier an der Büscheler Straße. Foto: Rosenbaum