Weniger Google, mehr Privatsphäre

Internet. Google macht sich immer mehr breit. Auch in meinem Leben. Es kommen immer mehr Funktionen dazu. Begonnen hat alles mit der Suchmaschine. Google ist das Synonym für die Internetsuche. Dann folgte der Browser Chrome. Er ist das beliebteste Programm zum Lesen von Websites. Und das Android Handy von Google ist die extremste Datenklappe des Internetkonzerns. Google weiß, welche Apps wir nutzen, was wir vorhaben, liest unsere GMail mit und kennt alle unsere Kontakte. Der nächste Schritt ist Google Maps und Android Auto. Google navigiert uns überall hin und weiß, wo wir sind.

Wenn ich gerade an einem Laden vorbei laufe, piept mein Handy auf. Google fragt freundlich, ob mir der Laden gefallen hat und ich eine Bewertung abgeben möchte. Spätestens jetzt schalte ich die Standortfunktion aus. Schließlich soll mich mein Handy nicht überwachen, sondern nur dorthin navigieren, wohin ich möchte. Schon mehrfach dachte ich darüber nach, wie ich Google ein wenig in die Schranken verweisen könnte. Eine Alternative wäre, ein Google Freies Android auf dem Handy zu installieren.

Das gibt es tatsächlich! Die Open Source- Comnunity hat ein Android ohne Google entwickelt. Das Betriebssystem nennt sich LineageOS und kann auf mehr als 100 Modellen von den beliebtesten Smartphone Herstellern installiert werden. Theoretisch auch auf meinem Samsung Galaxy 9. Der Nachteil: Komme ich ohne Google aus? Das fängt schon beim Streaming von YouTube Videos auf meinem Fernseher an. Das würde schon einmal nicht mehr funktionieren. Auch Android Auto geht nur mit einem Google Handy. Außerdem synchronisiere ich meine Termine mit dem Google Calender allen Geräten, auf meinem Linux Rechner, meinem IPad und auf mein Android Handy. Und zu guter Letzt habe ich eine Smartwatch. Auch die würde zu einer reinen netten Armbanduhr degradiert. Ein ebenso gravierender Nachteil: Die Installation von LineageOS ist kein Kinderspiel sondern sehr kompliziert. Die Gefahr besteht, das ganze Handy zu zerstören. Das würde ich mir nicht zutrauen.

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Dennoch gibt es durchaus Möglichkeiten, der Sammelwut von Google etwas entgegenzusetzen:

  • einen anderen Browser und eine andere Suchmaschine nutzen. Ich empfehle Firefox. In den Einstellungen kann man regeln, dass nach jeder Sitzung alle Cookies, der Verlauf und Logins gelöscht werden. Die Passwörter können im Browser gespeichert werden und bei jeder Sitzung loggt man sich neu auf seine Seiten ein. Ich habe den Firefox auf allen Geräten installiert, aber synchronisiere auch hier nicht. Mozilla ist wie Google ein Privatunternehmen. Als Suchmaschine eigenen sich DuckDuckGo oder mit Einschränkungen Ecosia. Eine von ihnen sollte man als Standartsuchmaschine im Browser einstellen. Zur Not kann man immer noch auf Google zurückgreifen.
  • Im Google Konto unter Daten und Personalisierung die Speicherung der Web- und App-Aktivitäten und den Standortverlauf deaktivieren. Google verspricht, keine Daten mehr zu speichern. Auch die Personalisierte Werbung sollte man abschalten.
  • Für unterschiedliche Geräte eigene Google Accounts anlegen, die nicht miteinander verknüpft sind und nicht miteinander synchronisiert werden. Besonders die Synchronisation von Browserverläufen bedeutet, dass man Google frei Haus liefert, was einem gerade interessiert. Mit mehreren eigenständigen Accounts erschwert man die Verknüpfung mit einem Persönlichkeitsprofil.
  • Wenn man die Suchverläufe im Web und auf Youtube nicht deaktivieren möchte, kann man sie auch manuell löschen oder so einstellen, dass sie automatisch gelöscht werden.
  • Die Werbe ID sollte man bei Google (und übrigens auch bei Apple!) regelmäßig zurücksetzen.

Sehr gute Tipps zum Datenschutz bekommt man unter https://mobilsicher.de/

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