CDU Kreisverband Vechta bricht auf in eine neue Zeit

CDU Kreis Vechta. Als Delegierter des Gemeindeverbands Bakum durfte ich am Kreisparteitag der CDU Vechta im Saal Waldhof teilnehmen und mitbestimmen, wer die CDU in unserem schönen Landkreis in die Zukunft führt. Mit André Hüttemeyer und einem sehr guten Team mit jungen und erfahrenen Leuten ist unsere CDU für die Zukunft bestens aufgestellt.

Die Kreisparteitage sind immer ein Highlight für unsere CDU. Denn dort erlebt man sie als Volkspartei, die sehr unterschiedliche Menschen zusammenführt. Die CDU ist die letzte Volkspartei, die wir haben. Wenngleich auch ich immer wieder mit ihr hadere, so bleibe ich der Überzeugung, dass ich dort richtig aufgehoben bin. Wir brauchen die CDU, um die entscheidenden Aufgaben der Zukunft zu meistern. Die CDU ist und bleibt die bürgerliche Mitte.

Philip Wilming, Vorsitzender des Stadtverbandes Vechta, war der Tagungsleiter des Parteitag und grenzte in seiner Grußansprache unsere CDU ganz klar von der AfD ab. Eine Partei, dessen Abgeordneten mit Nazis und der Reichskriegsflagge in der Hand den Reichstag stürmt, ist eindeutig rechtsextrem und keinesfalls die bürgerliche Mitte. Wilming erinnerte an den Kriegsbeginn am 1. September 1939, der mit dem Angriff und der Reichskriegsflagge auf Polen begann. Es waren eindeutige Worte, die ich lange von unserer CDU vermisst habe. Wilming sprach uns allen damit aus der Seele. Auch andere Redner wie unsere Bundestagsabgeordnete Silvia Breher sagten, dass solche Demonstrationen am Reichstag nie wieder möglich sein dürfen.

Unsere Kreis-CDU hatte nach den Ereignissen rund um die Europawahl und dem Rücktritt von Dr. Stephan Siemer eine große Krise. Dirk Lübbe übernahm die schwere Aufgabe, die Kreispartei wieder zusammenzuführen. Mit einem guten Stellvertreter – Team mit Jochen Steinkamp (Bildung), Anne Ellmann (Landwirtschaft), Philipp Albrecht (Wirtschaft) und Simone Göhner (Soziales) gelang es, wichtige Impulse zur Entwicklung unseres Landkreises zu setzen. Dirk Lübbe brachte es zum Ausdruck: Die CDU muss jünger, bunter und weiblicher werden. Lübbe ist hoch anzurechnen, dass er einem neuen Team unter André Hüttemeyer ermöglicht, die CDU in eine neue Ära zu führen.

Hüttemeyer versprach in seiner Vorstellungsrede, dass er das Rad nicht neu erfinden, der CDU aber ein Update geben wolle. Die Mehrheit für die CDU im Kreis Vechta nicht mehr selbstverständlich, sagte er. Dies habe die Europawahl allen vor Augen geführt. Die CDU sei „zu alt, zu männlich und zu deutsch“. Im Kreis Vechta lebten 10 Prozent der Bevölkerung Migranten. Auch auf deren Stimmen komme es an. Die Partei müsse moderner werden und die digitalen Medien nutzen, um die Wähler zu erreichen.

Der neue Kreisvorsitzende appellierte an alle Ortsverbände, neue Mitglieder zu gewinnen. Die CDU müsse die wichtigen Themenfelder beherrschen, zum Beispiel die Klimapolitik und Energiewende. „Wir haben die richtigen Antworten,“ sagte Hüttemeyer, bedauerte aber, dass es bislang nicht gelungen sei. den Grünen die Meinungsführerschaft streitig zu machen. Anders als die „Verbotspolitik der Grünen“ wolle die CDU mit Anreizen und Impulsen die Klimapolitik umsetzen.

In vielen Gesprächen, besonders mit jungen Leuten, habe Hüttemeyer immer wieder eine eine ablehnende Haltung zur CDU wahrgenommen. Den Leuten gefalle dieses oder jenes nicht an der CDU. Aber selbst einem CDU-Mitglied gefalle nicht jede Richtungsentscheidung, die in der CDU getroffen wird, auch ihm nicht. „Man muss nicht zu 100 Prozent immer mit allem einverstanden sein, was in der CDU entschieden wird!“

Im Großen und Ganzen aber sei die Volkspartei der CDU, die Partei der Mitte. Hüttemeyer lud alle ein, in der CDU mitzuarbeiten und sich einzubringen: „Macht die CDU zu eurer Partei!“ Damit sprach unser neuer Kreisvorsitzender für mich einen ganz wichtigen Punkt an, warum ich in der CDU bin. Die wichtigen Probleme, die Sicherung des Wohlstands für alle, die Klimakrise und Verkehrswende, die Digitalisierung und Modernisierung und für mich das Wichtigste, der soziale Zusammenhalt, kann ohne eine Volkspartei wie die CDU, die unterschiedliche Interessen abwägt und bündelt, nicht realisiert werden.

Die CDU muss sich an die Spitze eines nachhaltigen, klimafreundlichen Wandels und Nutzung CO2 freier Technologien stellen. Wenn die Leute sich selbst mit Solarenergie und dezentraler Energieerzeugung zumindest zum Teil selber versorgen können, wenn sie ihren Energieverbrauch senken können, warum sollte man sie daran hindern? Auf der anderen Seite vergessen viele, dass unter Bundeskanzlerin Merkel der Atom- und der Kohleausstieg beschlossen wurde. Ein deutliches Zeichen, dass die CDU maßgeblich und ohne lautes Getöse den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft gestaltet. Das Oldenburger Münsterland ist mit seinem großen Potential an Erneuerbarer Energien ein Beispiel dafür. Allerdings muss die CDU dafür sorgen, dass Energie für jeden zu sozial verträglichen Preisen verfügbar bleibt.

Anschließend fanden Wahlen zum erweiterten Vorstand statt. Als Delegierter hörte ich mir die Kandidatinnen und Kandidaten sehr aufmerksam an, die sich uns vorstellten. Und ich war sehr begeistert, zum Beispiel über Claudia Westendorf aus Damme, die als Betriebswirtin in einem Kunststoffwerk als Managerin hautnah an der Schnittstelle der Wirtschaft arbeitet. Sie ist Nachfolgerin von Philipp Albrecht. Weitere Stellvertreter sind Jochen Steinkamp (Bildung), Simone Göhner (Soziales), und Georg Reinke (Landwirtschaft, für Anne Ellmann aus Lüsche). Neuer Schatzmeister ist Oliver Kühne.

Mehrere Weggefährten von André Hüttemeyer aus der Jungen Union, wie Matthias Möller und Tim Dorniak, wurden ebenfalls in den neuen erweiterten Vorstand gewählt. Außerdem auch einige starke Frauen, zum Beispiel die Wirtschaftsförderin im Landkreis Vechta, Nicole Bramlage oder die Vorsitzende der Frauenunion Katharina Willenbrink.

Mit Thomas Hoping und Dr. Gaby Grieshop wurden zwei Bakumer in den erweiterten Kreisvorstand gewählt. Julius Ellmann, der Junglandwirt aus Lüsche, wurde nach einer etwas unglücklichen Bewerbungsrede nicht gewählt. Es konnte aber auch kaum jemand damit rechnen, dass drei Bakumer in den erweiterten Vorstand gewählt werden würden.