25.000 Aufrufe – Ein Video des Heimatvereins verbreitet sich viral!

Heimatverein Bakum. Hubert Kröger kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unser Heimatverein erhält schon lange viel Resonanz, seitdem der Heimatverein nicht nur seine Internetseite betreibt sondern auch die Sozialen Netzwerke nutzt. Der Webmaster des Heimatvereins postet regelmäßig für den Heimatverein auf Facebook Beiträge. Auch die Videoclips, die der Heimatverein auf YouTube veröffentlicht, erhalten eine durchaus positive Resonanz. Ganz besonderes Interesse weckt ein Film über Hausschlachtungen im letzten Jahrhundert. In dem Film sind Aufnahmen des Bakumer Filmers Walter Menzel von einer Hausschlachtung enthalten, wie sie vor 60 Jahren noch üblich waren. Jeder Haushalt ließ für sich schlachten und bewahrte das Fleisch auf. Häufig wurden die selbst gehaltenen Tiere von einem Hausschlachter auf dem eigenen Hof geschlachtet und zerlegt. (Das Video findet man unten in diesem Beitrag.)

Da ich in der Stadt aufgewachsen bin, kauften wir unser geschlachtetes Schwein und Rind beim Schlachter, holten es dort ab und froren es zuhause in unserer Truhe ein. Ich kann mich noch an die leckeren Mettwürste und Schinken erinnern, die bei uns im Keller hingen. Natürlich wurde damals bei uns zuhause nicht nur Kotelette, Filet und Schnitzel gegessen, sondern es gab regelmäßig auch mal Pfötchen oder Eisbein mit Sauerkraut. Mein Vater freute sich regelmäßig, wenn es Blutsuppe gab. Ich ekelte mich, wenn ich sie essen musste. Aber bei uns wurde gegessen, was auf den Tisch kam.

In den 70iger Jahren verbrachte ich sehr oft meine Ferien in Bakum. Wir hatten selber Schweine im Stall und ich bekam auch mit, wenn sie verladen wurden. Ich war auf unserem Hof auch oft dabei, wenn die Tiere gefüttert wurden. In unmittelbarer Nachbarschaft war die Schlachterei Landwehr, wo regelmäßig geschlachtet wurde. Ich bekam bei Landwehr’s Anni immer eine leckere Scheibe Wurst zugesteckt.

Der Film zeigt auch die Gründung des damals modernsten Schlachthofes „Gausepohl“ in Europa bei uns in Bakum. Mittlerweile ist der Schlachthof vom Konzern „Westfleisch“ übernommen worden. Mit der industriellen Schlachtweise endete das traditionelle System der Hausschlachtung. Man kaufte sein Fleisch stattdessen beim Fleischerfachgeschäft. Auch die Fleischerfachgeschäfte, in denen noch handwerklich zubereitetes Fleisch vermarktet wird, sind heute weitgehend verschwunden, seitdem das Fleisch im Discountern zu Billigpreisen verscherbelt wird.

Mittlerweile wurde das Video laut Kröger schon mehr als 25.000 Mal angeklickt. Warum das Interesse so riesig ist, kann er sich nicht ganz erklären. Ein Grund könnten die vielen aktuellen Berichte über die Bedingungen in der Schlachtindustrie sein, die wochenlang in den Medien verbreitet wurden. In den Suchergebnissen von YouTube soll das Video sehr weit oben angezeigt werden, berichtet Kröger. Der Algorithmus von Google könnte ein weiter Grund sein, dass dieses gute gemachte Video so oft angesehen wird.