Stefan Göttke und Christian Behnen wollen in den Bakumer Gemeinderat! (Version 2)

Kommunalwahlen. Da habe ich das Pferd von der falschen Seite her gesattelt und offenbar dabei viel Verwirrung gestiftet. Mit der Geschichte vom grünen Sturm auf das schwarze Bakumer Bakumer Rathaus, die ich in meinem letzten Blogbeitrag erzählt habe, verhält es sich komplett anders herum, wie mir Christian Behnen erklärte.

Dr. Stefan Götte initiierte die Aktion, nicht NABU-Vorsitzender Christian Behnen, wie mein Blogbeitrag den Eindruck weckte. Stefan Göttke ist Mitglied im Vorstand der Grünen, Kreisverband Vechta. Er will sich bei den kommenden Kommunalwahlen für die Partei Grüne / B90 als Kandidat für den Bakumer Gemeinderat zur Wahl stellen. Eines Tages klingelte er beim Nabu-Vorsitzenden Christian Behnen an der Haustür, und fragte ihn, ob er sich nicht ebenfalls für die Grünen aufstellen lassen wolle. Nach etwas Bedenkzeit erklärte sich Behnen dazu bereit. Zum Bakumer Gemeinderat treten für die Grünen also mit Göttke und Behnen zwei Kandidaten an.

Bei Göttke sollen schon die Telefondrähte heiß gelaufen und das Email Postfach wegen meines Fauxpas zum Überlaufen gebracht worden sein. Dafür entschuldige ich mich vielmals. Ich hatte auch dieses Gerücht gehört, das Stefan Göttke kandidiert. Da ich aber von Stefan Göttke ihm nichts persönlich gehört habe, wollte ich es nicht in mein Blog bringen. Bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass ich diesen interessanten Menschen eigentlich noch nie länger getroffen habe, obwohl er quasi im die Ecke wohnt. Wenn die Pandemie endlich zu Ende ist, sollten wir es nachholen.

Stefan Göttke wohnt mit seiner Familie schon einige Zeitlang bei uns in der Nachbarschaft. Politisch ist er als einer der Mitinitiatoren der Aktion „Tempo 30“ in Bakum in Erscheinung getreten. Es ging darum, das Rasen der Autos durch die Durchfahrtsstraßen unseres wunderschönen Dorfes ein Ende zu bereiten. Die Aktion fand riesigen Anklang in meiner Nachbarschaft, ging aber gnadenlos in die Hose. Das Ergebnis war, dass überall Tempo 30 in Bakum eingeführt wurde, nur nicht dort, wo es wirklich notwendig wäre. Auf der Loher Straße, der Kirchstraße und der Cloppenburger Straße im Ortskern, wo dicke Viehlaster und die Autos von Vechta nach Cloppenburg cruisen, koste was es wolle. Und dies mit gefühlt Tempo 70. Warum Tempo 30 in Bakum nicht geht, ist mir schleierhaft geblieben. Letzten Sonntag bin ich durch Alhorn Richtung Wildeshausen gefahren. Bundesstraße. Durchfahrtsstraße, Tempo 30, geht!

Ansonsten gilt zu Stefan zu sagen, dass er Vorstandsmitglied im Vechtaer Kreisverband die Grünen /B90. Und Sohn der Bakumer CDU-Familie Göttke. Bruder Paul arbeitete für die CDU/CSU Bundestagsfraktion, ob er das heute noch macht, weiß ich nicht. Und Papa Franz-Josef war lange Zeit CDU-Fraktionsvorsitzender im Bakumer Rat. Zerknirscht teilte der mir vor einiger Zeit die Pläne von seinem Sohn Stefan mit. Lieber Franz-Josef, du bist nicht der Erste, dessen Kinder „völlig aus der Art“ schlagen. Meine Eltern haben mit uns das gleiche mit gemacht. Alle aus der Kirche ausgetreten und stramme Grünen Wähler oder Wähler einer anderen Partei, bloß nicht die CDU. Der einzige, der sich zum rechten Weg bekehrt hat, bin ich. Ich könnte endlose Beispiele aufzählen, wo das ähnlich gelaufen ist.

Bei der Gelegenheit: Franz-Josef Göttke warb in mich in jungen Jahren beim Bier für die CDU, allerdings erfolglos! „Du musst in die Junge Union eintreten,“ meinte er. Diesen Erfolg hab ich ihm nicht gegönnt, ich bin erst viel später CDU Mitglied geworden. Aber in vielen Punkten reibe ich mich auch mit meiner jetzigen Partei, zum Beispiel Energie- und Verkehrspolitik. Da darf man nicht nur reagieren sondern muss vorne dran stehen. Die CDU ist ein Ozeandampfer, der manchmal zu langsam die Veränderungen in Technologie und Entwicklung aufgreift.

Was Bakum angeht, frage ich mich, ob wir wirklich so ein pompöses Rathaus für 6.5 Millionen Euro brauchen. Zweifel sind da auch bei mir noch nicht ausgeräumt. Ich hoffe, das neue Rathaus wird jetzt wenigstens klimaneutral gebaut, sodass es nicht wieder wie das jetzige schon nach vierzig Jahren wieder abgerissen werden muss. Nachhaltigkeit ist ein Markenkern der CDU!

Ich fahre elektrisch und habe eine Solaranlage auf dem Dach. In vielen Punkten denke ich „grün“ in anderen, bleib ich aber lieber in der CDU. Die Identitätspolitik und die sexistische Quotenpolitik der Grünen, nach der man nur zu einem Parteiamt zugelassen wird, wenn man das „richtige“ Geschlecht hat, ist nicht meins. Auch brauchen wir nicht Extreme, sondern Lösungen für alle. Wir brauchen eine Volkspartei wie die CDU, die unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenführt. Die Grünen müssen begreifen, dass zum Beispiel die Agrarwende nicht gegen die Landwirte sondern nur mit ihnen gemeinsam geht. Ein Gespräch mit Stefan darüber würde mich mal reizen. Schauen wir mal, wie die Kommunalwahlen in Bakum ausgehen, ich bin gespannt!