Wie Linke und Rechte auf Twitter blockieren

Die #NoAfD, Links- und Rechtsextremisten benutzen die Sozialen Netzwerke, um ihre Inhalte zu verbreiten und Mitglieder zu werben. Oft posten sie populistische Beiträge, nicht selten sind Bilder und Inhalte manipuliert und enthalten Falschnachrichten (Fake). Die Extremisten bilden ihre eigene „Blase“ und blockieren jeden, der ihre Aktivitäten im Netz kritisch beobachten und hinterfragen.

Im Kreis Vechta gibt es eine Facebook Seite „AfD Cloppenburg Vechta up‘n Kieker“, die die lokale #NoAfD unter die Lupe nicht. Die Administratoren der Seite, die ich persönlich kenne, berichten immer wieder über die Blockaktivitäten der Rechtspopulisten. Unerwünschte Kommentare werden gelöscht, Kritiker blockiert. Auf der anderen Seite ziehen Rechtsextreme gerne über ihre Kritiker her. In internen Chats und Messengergruppen oder auch mehr oder weniger öffentlich. Auch ich bin da ein gebranntes Kind.

Doch nicht nur Rechtsextreme blocken und grenzen aus, auch Linksextreme. Und dies systematisch! Zunächst einmal vorausgeschickt, es ist völlig in Ordnung, fremde und unliebsame Konten in sozialen Netzwerken zu blockieren. Ich blockiere jeden Account, der extremistisch, fremdenfeindlich, rassistisch und beleidigend ist. Porno-Konten werden grundsätzlich geblockt. Ich kann auch nachvollziehen, wenn ich nach einer Interaktion, zum Beispiel wegen eines Kommentars, von einem anderen Konto geblockt wurde.

Aber wie kann es sein, dass man von einem Konto blockiert wird, obwohl man mit diesem Konto niemals interagiert hat? Da für gibt es einen Grund: man ist auf eine Blockierungsliste geraten. Die werden unter Rechts- und Linksextremisten ausgetauscht. Bei Facebook fällt es nicht so schnell auf, weil man dort in der Regel nur mit Accounts interagiert, mit denen man gegenseitig „befreundet“ ist oder Seiten, die man mit „gefällt mir“ abonniert hat. Die eigenen Meinungen werden in der Regel nur auf diesen Seiten oder Timelines gelesen. Anders ist es beim offenen Netzwerk Twitter. Dort kann jeder jeden Tweet lesen, ihn teilen und weiterverbreiten (retweeten).

Auf Twitter kann jeder Nutzer eine Blockierungsliste erstellen und exportieren. Bis vor kurzer Zeit konnte man auch diese Liste problemlos importieren. Mit einem Klick waren im Account alle Nutzer blockiert, deren Accountnamen man importiert hatte. Die Importfunktion wurde zwar aufgehoben, aber es ist weiterhin möglich, eine Liste der blockierten Accounts zu exportieren und anderen weiterzugeben. Sie können jetzt zumindest manuell die jeweiligen Konten sperren. Es ist davon auszugehen, dass sowohl für Facebook als auch Twitter entsprechenden Blockierungslisten entstellt werden.

Bei Twitter gibt es zwei Apps, mit denen man herausfinden kann, auf welchen Blockierungslisten man sich befinden könnte.

  • AfD-blockt.de: Mit diesem Tool findet man heraus, von welchen rechtsextremistischen „AfD-nahen“ Accounts man geblockt wurde
  • links-blockt.com: Mit diesem Tool findet man heraus, von welchen linksradikalen Accounts man geblockt wurde

Grundsätzlich wird von mir jeder Account geblockt, auf dem ich geblockt wurde, ebenfalls blockiert. Vor allem, wenn ich den Grund der Blockade nicht kenne oder der Account eindeutig dem extremistischen Spektrum zuzuordnen ist. Accounts, die systematisch andere Menschen ausgrenzen, sollten von allen freiheitsliebenden Nutzern blockiert werden. Sie haben nichts im Internet verloren.

Ich kontrolliere von Zeit zu Zeit mit den oben genannten Tools, von welchen Accounts ich blockiert wurde und blockiere diese Accounts. Mit jeder Blockierung bekämpft man die Reichweite dieser extremistischen Accounts. Nutzer, die gegen die Richtlinien von Netzwerken verstoßen, werden von mir auch gemeldet. Nur so kann man Nutzer bekämpfen, die sozialle Netzwerke missbrauchen.

Natürlich ist mir bewusst, dass meine Beiträge auf Sozialen Netzwerken weiterhin auch für Radikale weiterhin lesbar bleiben. Ich kann gegen deren Aktivitäten wenig ausrichten, sie werden das Internet für ihre Umtriebe weiterhin verwenden. Aber ich kann ein Zeichen geben. Aber Wer mich aus seinem Netzwerk ausschließt, wird auch von mir ausgeschlossen. Ich werde mich weiterhin kritisch mit Extremismus jeglicher Art auseinandersetzen, besonders mit dem Rechtspopulismus.

Screenshot eines Twitter Profils, auf dem ich blockiert bin, obwohl ich niemals mit diesem Account interagiert habe.