Pervers! Es geht nicht ohne WhatsApp.

Messenger. Seit einiger Zeit habe ich ein Google freies Handy. Und mit der Entscheidung zu einem Handy, das die privaten Daten besonders schützt, habe ich den Schritt gewagt, WhatsApp aus meinem digitalen Leben zu verbannen. Ich habe meinen WhatsApp Account gelöscht und auf meinem neuen Handy nicht wieder installiert. Es macht keinen Sinn, ein datensparsames Handy zu verwenden, und die Datenkrake WhatsApp weiterhin darauf zu benutzen.

Warum kein WhatsApp?

WhatsApp ist spätestens nach der Übernahme durch Facebook in die Kritik geraten. Datenschützer raten von der Nutzung dringend ab. Facebook wertet die Meta-Daten (Nutzung, Kontakte, Beziehungen etc.) aus. Durch der Sicherung der Chats in Google Drive oder Apple ICloud wird die Verschlüsselung unter Umständen aufgehoben. Wegen der Sicherheitsbedenken raten Behörden von der Nutzung ab, einige Schulen haben die Verwendung sogar verboten.

„Mir ist egal, ob die Daten verwendet werden“

Dennoch wird der Messenger in meinem Umfeld fleißig weiter verwendet. Alle Bedenken wegen den mangelhaften Datenschutz werden klein geredet: Wir haben doch nichts zu verbergen, heißt es. Alle nutzen WhatsApp und deshalb wird auch WhatsApp weiter genutzt, egal, welche Sicherheitsbedenken geäußert werden. Selbst von Leuten, die sich niemals auf Facebook oder Instagram anmelden würden, weil sie ihre Privatsphäre schützen wollen. Tochter Else und Kumpel Theo vom Kegelklub müssen erreichbar bleiben. Deshalb bleibt man bei WhatsApp, obwohl man Facebook eigentlich scheut, wie der Teufel das Weihwasser. Ein merkwürdiger Widerspruch!

Wer WhatsApp nicht nutzt, schließt sich selber aus

Der soziale Druck, bei WhatsApp mitzumachen, ist riesengroß. Mittlerweile nutzt jeder WhatsApp, nicht wenige widerwillig. Es geht heute nicht mehr ohne diesen Messenger. Wer nicht (mehr) bei WhatsApp Mitglied ist, bekommt nicht mehr mit, was im Verein, in der Nachbarschaft und im Freundeskreis los ist. Er schließt sich selber aus der Gemeinschaft aus. Auch ich mache leider diese Erfahrung. Meine Entscheidung, WhatsApp nicht mehr zu nutzen, stößt auf Kopfschütteln und Unverständnis. Es kann aber doch nicht sein, dass die Datenkrake WhatsApp so eine große Rolle in unserem gesellschaftlichen Leben einnimmt, das man sie nicht mehr gegen eine datensparsamere Alternative austauschen kann!

Eigentlich gibt es gute Alternativen zu WhatsApp, aber …

Mit Signal oder Threema gibt es gute Alternativen zu WhatsApp, die von Datenschützern empfohlen werden, aber es sind eben alle bei WhatsApp und deshalb ändert man es auch nicht. Ich nutze in meinem privaten Umfeld die kostenlose App Signal und immer mehr Freunde nutzen diesen datensparsamen Messengerdienst, der von einer Stiftung betrieben wird. Signal bietet die gleichen Funktionen wie WhatsApp und gilt als sicher. Wenn alle die App installieren, kann jeder Verein problemlos zu Signal wechseln. Da Signal ebenfalls mit Telefonnummern funktioniert, hat man seine Kontakte im Adressbuch immer sofort in im Signal Messenger verfügbar, wenn Signal von ihnen installiert wurde.

Aber warum Facebook, wenn man WhatsApp gelöscht hat?

Ja, diese Frage ist durchaus berechtigt! ich nutze noch Facebook, aber nur mit großen Sicherheitseinschränkungen. Alle mobilen Apps von Facebook habe ich gelöscht, vor allem die Kontaktdaten aus meinem —-Facebook Account. Ich nutze Facebook nur noch über meinen Browser. Die Logins, Cookies und History lösche ich regelmäßig, außerdem sind Drittparteien Cookies und Social Media Cookies ebenfalls blockiert. Ich melde mich hauptsächlich mit dem sicheren Browser Firefox Klar an, der alle Daten und Logins nach jeder Sitzung entfernt. WhatsApp kann aber nicht mit dem Browser verwenden sondern nur mit der App und nur dann, wenn man alle Kontakte zu Facebook hochlädt.