Anwohner sind gegen die Erweiterung des Westfleisch Schlachthofes in Bakum

Bakum. Anwohner des Westfleisch Schlachthofes an der Harmer Straße lehnen die Erweiterung des Betriebes ab. Es ist geplant, die Schlachtkapazität von derzeit 220 Tonnen pro Tag auf 630 Tonnen pro Tag zu erhöhen. Bis zu 900 Tiere täglich sollen in dem Schlachthof verarbeitet werden, der direkt in der Nähe von Wohngebieten liegt.

An bis zu 26 Wochen soll der Betrieb im Zwei-Schicht Betrieb geführt werden, von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, montags bis samstags. Zusätzlich soll an acht Sonntagen von 4 bis 22 Uhr gearbeitet werden. Die restliche Zeit soll im Ein-Schicht Betrieb geschlachtet werden. (Quelle: Bericht om-online.de)

Eine Anwohnerin rief mich an und erläuterte mir die Gründe des Anliegerprotestes. Die Anlieger beschweren sich jetzt schon über Geruchsbelästigungen. Bei erhöhtem Betrieb rechnen sie mit noch stärkeren Emmisionen. Sie befürchten außerdem, dass es bei den geplanten Erweiterungen nicht bleibt und die Schlachtkapazität auf über 1.000 Tiere am Tag gesteigert werden könnte. Beim Zwei-Schichtbetrieb sei mit einem Betrieb und einem erhöhten Lieferverkehr rund um die Uhr zu rechnen. um die Schlachttiere anzuliefern und die Fleischprodukte abzuholen. An Schlaf sei bei so einem Betrieb in direkter Nachbarschaft nicht zu denken. Die Anwohner meinen, ein solcher Betrieb gehört in ein Gewerbegebiet außerhalb eines Dorfes, nicht in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet.

Mein Kommentar : 60 Anlieger in den angrenzenden Siedlungen haben sich bereits dem Protest angeschlossen. Eine der Initiatoren des Anliegerprotestes hat mich gebeten, darüber zu berichten.
Unser Ort Bakum hat zwei Gesichter: Ein familienfreundliches und ein hässliches. Der Slogan „1 A an der A1“ bekommt dabei einen schalen Geschmack. Da werden einerseits immer mehr neue grüne Baugebiete entwickelt, um Neueinwohner nach Bakum zu holen. Andererseits geht die Gemeinde Bakum mit den Anwohnern des Schlachthofes im Bereich Goldberg Straße, An der Röte und Harmer Straße, die dort seit Jahrzehnten wohnen, nicht so freundlich um. Seit Jahrzehnten ist der Bereich Kiebitzmoor / Harmer Straße planungsrechtlich nicht klar als Wohngebiet ausgewiesen. Als Ausgleich wird den Anwohnern bislang „nur“ eine Lärmschutzwand versprochen.

Update: In der Oldenburgischen Volkszeitung (vom 11.11.2021) wird ausführlich über erste Stellungnahmen des Unternehmens „Westfleisch“ und der Gemeinde Bakum berichtet. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

(Der Beitrag wurde am 11.11.2021 überarbeitet)

Der Betrieb des Schlachthofs Westfleisch an der Harmer Straße in Bakum. Foto: Rosenbaum
Flyer Anlieger gegen Westfleisch-Erweiterung.