Die Volksbank Bakum fusioniert mit der Volksbank Vechta

Bakumer Unternehmen. Die Volksbank Bakum wird mit der Volksbank Vechta fusionieren. Die gemeinsame Fusion sei durch die beiden Aufsichtsräte der beiden Volksbanken beschlossen worden, berichtet die Oldenburgische Volkszeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Die neue Bank trägt den Namen Volksbank Vechta eG. Die Fusion soll bereits ab 1. Januar 2022 vollzogen werden.

Niedrigzinsen, Regulatorik, demografische Entwicklung, digitaler Wandel

Die Entscheidung für die Fusion wird mit der anhaltenden Niedrigzinsphase, der demografischen Entwicklung und dem digitalen Wandel begründet. Die Arbeitsplätze der Bakumer Volksbank bleiben erhalten, wird versichert. Auch die drei Bakumer Aufsichtsratsmitglieder sollen im erweiterten Aufsichtsrat der neuen Volksbank Vechta eG vertreten sein.

125 Jahre Volksbank Bakum gehen zu Ende

Lange hat die Volksbank Bakum ihre Eigenständigkeit betont. Auf jeder Generalversammlung wurde den Mitgliedern mitgeteilt: „Wir sind wirtschaftlich stark genug als Bakumer Bank, um selbständig zu bleiben.“ Stolz wurde berichtet, dass die kleine aber feine Bank mit ihrer hohen Eigenkapitalquote und steigenden Einlagen- und Kreditgeschäft gut aufgestellt sei. Die Bakumer Volksbank blieb 125 Jahre selbstständig, nun soll sie aber doch mit der Volksbank Vechta fusioniert werden.

Digitalisierung des Bankenwesens

Die Fusion kommt für den informierten Beobachter aber nicht überraschend. Derzeit findet ein gravierender Wandel im Bankenwesen statt. Die OLB entwickelt sich zur Digitalbank und hat sein Filialnetz radikal abgebaut. Das gleiche gilt für zahlreiche andere Banken. Auch die Genossenschaften rund herum strafften ihre Organisationen und schlossen sich zusammen. Die kleine Volksbank Bakum wirkte wie das gallische Dorf im Comic von Asterix, das sich der Niedrigzinsphase, Regulatorik und dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel entgegenstemmte.

Fortschreitender Wandel im ländlichen Raum

Die Fusion symbolisiert auch den fortschreitenden Wandel in unserem ländlichen Raum. Gastronomie und Einzelhandel gibt es im Dorfkern kaum noch. Das Dorf wird zum reinen Wohn- und Schlafort. Gearbeitet wird in den Gewerbegebieten und Städten in der Nähe oder eben auch digital. Die Digitalisierung und damit verbundene Änderung unserer Lebensweise schreitet voran. Immer mehr Menschen zahlen digital und wickeln auch ihre meisten Bankgeschäfte und viele Einkäufe digital ab.

Was geschieht mit der Bakumer Bankfiliale?

Noch vor wenigen Jahren wurde das neue Bankgebäude in Bakum als Aushängeschild gebaut. Wie lange es wird es wohl noch benötigt? Mit der Fusion können zahlreiche Arbeitsabläufe gestrafft und zentral erledigt werden. Zwar werden alle Bakumer Mitarbeiter zunächst übernommen, mittelfristig werden aber sicher auch die Arbeitsplätze in der Volksbank Bakum reduziert werden. Viele Bankgeschäfte werden bereits heute digital erledigt. Die Kunden, die heute noch eine persönliche Beratung brauchen, können genauso gut in der Zentrale in Vechta betreut werden.

Foto: Das relativ neue Gebäude war das Aushängeschild der Volksbank Bakum. Wie lange wird es noch in dieser Form genutzt werden?