Von der Auto-Bahn zur On-Demand-Schnell-Straßen-Bahn

Mobilitätswende. Während vor unserer Haustür die Autobahn A1 sechsspurig ausgebaut wird und man ihr, solange man nicht im Stau steckt, ohne Tempolimit fahren kann, dümpelt die NordWestBahn mit Tempo 80 eingleisig durch die Landschaft. Der Ausbau des Bahnnetzes zu einer attraktiven Alternative zum Auto scheint meilenweit von uns entfernt zu sein.

Täglich fahren an unserer Gemeinde Bakum 100.000 Fahrzeuge auf der Autobahn vorbei, meist mit nur einer Person im Fahrzeug. Die Züge der Bahn fahren meist nur leer an Bahnstationen vorbei, die niemand nutzt. Alles nutzt nur das Auto, weil man trotz Stau im Auto schneller ans Ziel kommt als mit der Bahn. Das Autobahnnetz wird immer mehr ausgebaut. Der Ausbau des Schienennetzes erscheint dagegen unwahrscheinlich. Allerdings wird auch die Zukunft des Autos in Frage gestellt. Es sollen weniger Autos fahren und mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Mit dem Auto wird man früher oder später nicht mehr überall hinfahren können. Auto fahren wird teuer und nicht mehr für jeden finanzierbar sein.

Der Physiker Prof. Dr. Michael Düren stellt vor, wie man das Auto-Bahn Netz in ein On-Demand-Schnellstraßenbahn umfunktionieren könnte, über das jedermann sehr schnell zu jedem Ziel gelangen könnte. Das Verkehrssystem der Zukunft ist eine Mischung aus Uber, Straßenbahn und Intercity. Per App zum Beispiel die Buchung der sofortigen Fahrt von Bakum nach Essen-Dellwig ist kein Problem mehr. Mit dem Uber-Taxi zur Autobahn-Raststätte Oldenburger Münsterland, von dort mit der Schnellstraßenbahn nach Essen mit einmal Umsteigen in der Autobahnraststätte Tecklenburger Land, von dort direkt mit der nächsten Straßenbahn nach Dellwig. Für das System brauchten nur wenig Bahnlinien gebaut werden. Das vorhandene Schnellstraßennetz kann wesentlich effizienter und umweltfreundlicher genutzt werden. Staus gibt es nicht mehr. Beitragsbild: Screenshot aus dem Video von Prof. Düren, Universität Gießen.

Das Ende der Autobahn – Energie und Mobilität aus Sicht eines Physikers