Warum ich gegen eine ganzjährige Sommerzeit bin

Laut eines Berichtes der „Tagesschau“ soll das Europaparlament die Abschaffung der  Zeitumstellung ab 2021 befürwortet haben. Die einzelnen Mitgliedsstaaten entscheiden darüber, ob sie ganzjährig die „Sommerzeit“ oder die eigentlich normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) einführen wollen. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass sich die Regierungen auf eine einheitliche Zeit einigen, damit Europa auch nicht hier in einem Flickenteppich unterschiedlicher Zeiten zerrissen wird. Ich bin gegen eine ganzjährige „Sommerzeit“ und fordere die Rückkehr zur normalen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ). (Link: EU-Parlament will Zeitumstellung abschaffen)

Lesen Sie unter dem Bild, aus welchen Gründen ich eine ganzjährige Sommerzeit ablehne …

sommerzeitimwinter

Die Sommerzeit wurde im Jahr 1980 in den Monaten April bis Oktober wieder eingeführt. Zeitweise gab es sie auch schon früher, in den 40ger Jahren des letzten Jahrhunderts. (siehe auch Wikipedia) Die Zeit wird während der Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt, sodass es morgens eine Stunde später hell wird und abends eine Stunde später dunkel wird. Ende Oktober wird die Zeit wieder auf die normale Mitteleuropäische Sommerzeit zurück gestellt. Von Anfang an gab es Beschwerden wegen der Zeitumstellung. Ich persönlich habe kein Problem damit und bin mit der derzeitigen Regelung zufrieden. Wie viele andere liebe ich die langen, hellen Sommerabende.

Dennoch kann ich nachvollziehen, dass es gute Gründe gegen die Zeitumstellung gibt. Viele Menschen leiden darunter. Auch in bestimmten Berufszweigen führt die Zeitumstellung zu Problemen, zum Beispiel der Landwirtschaft. Wenn die Zeitumstellung wieder abgeschafft werden soll, bin ich aber für die Wiedereinführung der ganzjährigen Mitteleuropäischen Zeit, wie sie bis 1980 galt. Eine ganzjährige „Sommerzeit“ würde dazu führen, dass es im Winter erst um 09.40 Uhr die Sonne aufgeht und es deshalb erst sehr spät am Vormittag hell wird. Für Menschen, die zu normaler Zeit aufstehen und arbeiten, wäre die lange Dunkelheit während der Tageszeit, bis zum frühen Mittag, eine echte Belastung. Abends würde die künstliche Verlängerung der Helligkeit im Winter nur wenig Vorteile bieten.

Ich befürchte, dass die Beschwerden wegen der Zeiteinstellung mit der Einführung einer ganzjährigen „Sommerzeit“ nicht beendet werden. Wenn die Zeit nicht mehr der Jahreszeit entsprechend angepasst werden soll, sollte daher zur ursprünglich geltenden Mitteleuropäischen Zeit ganzjährig zurückgekehrt werden. Dies ist ein Kompromiss, mit dem jeder Mensch gut leben kann.

Sollten sich die europäischen Nationalstaaten wider jede Vernunft für die ganzjährige Sommerzeit entscheiden, müsste ich mir meine private Zeitumstellung weiterhin  gönnen. Ich würde im Winter eben jeweils eine Stunde später aufstehen und ins Bett gehen. Damit wäre für mich individuell das Problem gelöst.

Sommer- oder Winterzeit? Welche Variante aber ist gesundheitlich besser – ständige Winterzeit oder dauerhafte Sommerzeit? Über dieser Frage scheiden sich auch unter Wissenschaftlern die Geister. So zeigen Studien, dass das Licht am Morgen als Taktgeber für die innere Uhr besonders wichtig ist. Zudem ist die Winterzeit die Standardzeit und entspricht am besten dem natürlichen Tag-Nacht-Wechsel im Jahresverlauf. „Aus medizinischer Sicht ist die Winterzeit für den Organismus gesünder“, erklärt Elisabeth Thomas, Ärztin bei der Gesundheitsberatung der DAK. Denn dann wird es morgens früher hell und das erleichtert der inneren Uhr das Umstellen auf die Tagesaktivität. „Gehen wir dagegen häufig im Dunkeln zur Arbeit oder Schule, dann fehlt uns ein wichtiges Signal“, so Thomas.

(aus: Wissenschaft.de – Sommerzeit das ganze Jahr?)