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Schlagwort: Deutsche Bahn

Mein neues Deutschlandticket ist eingetroffen – als Chipkarte

Nach meinem Ärger mit der Deutschen Bahn ist nun mein neues Deutschlandticket als Chipkarte bei mir eingetroffen. Ich hatte es letzte Woche bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bestellt, und schon heute ist die neue Karte da, die ich dann ab nächsten Monat wieder nutzen kann. Mit diesem Ticket kann nich dann wieder den gesamten Nahverkehr und ÖPNV in ganz Deutschland nutzen.

Seit erst wenigen Tagen kann ich nicht mehr auf mein Account bei der Deutschen Bahn zugreifen. Damit gingen dort alle digitalen Tickets einschließlich des Deutschlandtickets verloren. Trotz mehrerer Anrufe und Austauschs von Emals konnte das Problem nicht gelöst werden. Es gelang mir aber, das Deutschlandticket bei der DB zu kündigen. Mein neues Deutschland kann ich nun ganz unabhängig von meinem Smartphone nutzen.

Natürlich kann man auch eine Chipkarte verlieren, aber in Bremen befindet sich das BSAG-Kundencenter in der Innenstadt, es ist problemlos auch per Internet und Telefon erreichbar und hoffentlich gibt es dort einen wesentlich besseren, persönlicheren Service als bei der DB. Zumindest dieses Jahr kann ich dann noch vom unkomplizierten Fahren mit dem Deutschlandticket profitieren. Wie es im nächsten Jahr weiter geht, weiß ich noch nicht.

Die Bahn blockiert meinen Kundenaccount

Seit letzten Donnerstag kann ich nicht mehr auf meinen Account bei der Deutschen Bahn zugreifen. Weder über die DB Navigator App noch über die Website der Deutschen Bahn. Nachdem ich bei meinem „Login“ Benutzernamen und Passwort eingegeben hatte, musste ich zur Verifizierung eine Zahlenfolge eingeben, die mir per Email zugeschickt wurde. Als ich diese Zahlenfolge eingab, erschien eine Fehlermeldung: Es tut uns leid, ein interner Serverfehler ist aufgetreten.

Soweit, so schlecht. Natürlich habe ich das mehrmals versucht, unter anderem auch mit meiner Email als Benutzernamen. Zuletzt bekam ich die Meldung: „Sie haben sich zu oft angemeldet“. Beim Anruf bei der Hotline wurde mir mitgeteilt, dass mein Fall an die zuständigen Stellen weitergeleitet werde. Die Störung könne wohl zwei Stunden dauern. Als ich beim zweiten Mal bei der Hotline wegen meines Anliegens nachfragte, wurde ich mehr oder weniger unfreundlich abgefertigt. Ich müsse Geduld haben, es könne mehrere Tage dauern, bis mein Anliegen bearbeitet werde.

Ich erklärte der Mitarbeiterin, dass ich nun weder meine digitale BahnCard noch mein digitales Deutschlandticket nutzen könne und so faktisch von der Nutzung der Bahn ausgeschlossen sei. Die Dame sagte mir, ich könne mir ja anderweitig eine Bahnkarte kaufen

Ich habe bislang von der Bahn weder eine Bestätigung meines Falls via Email noch eine Reaktion erhalten, wann ich auf meinen Kundenaccount zugreifen kann. Außer der Hotline gibt es keine weitere Möglichkeit, den Kundenservice der Deutschen Bundesbahn zu erreichen. Auch ist es mir nicht einmal möglich, mein Deutschlandticket bei der Deutschen Bahn zu kündigen. Der Digitalzwang wird zur digitalen Zwangsabhängigkeit und zum Albtraum für mich.

In den Nutzungsbedingungen des Kundenkontos heißt es:

Wir können nicht gewährleisten, dass das Kundenkonto jederzeit unterbrechungsfrei über alle Touchpoints verfügbar ist und fehler- und störungsfrei funktioniert. Aufgrund von technischen Umständen, die möglicherweise nicht in unserem Einflussbereich liegen, kann es zu Ausfällen, insbesondere zu einer zeitweisen kompletten oder teilweisen Nichterreichbarkeit kommen. Dies gilt auch im Falle von Wartungsmaßnahmen in einem angemessenen Umfang. Sie haben keinen Anspruch darauf, dass Sie das Kundenkonto jederzeit nutzen können.

Ohne ein digitales Kundenkonto ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrsmittels Bahn fast gar nicht mehr möglich. Stationäre Verkaufsstellen für Bahntickets gibt es fast gar nicht mehr. Die Bahn kann dann nur noch über die Fahrkartenautomaten genutzt werden, die auch immer weniger verfügbar sind.

Update (10.02.2025): Gestern habe ich meinen Fall auf die Facebookseite der Deutschen Bahn gepostet und erhielt als Reaktion die lapidare Antwort, ich solle mich an die Hotline wenden (toll!) oder eine Email an fahrkartenservice@bahn.de schicken.
Inzwischen habe ich von der Bahn eine Email zugeschickt in der ich gebeten werde die Daten meines Smartphones, des Betriebssystems, der Version der App und was weiß ich auch noch alles senden soll.

Ich teile mit, dass ich ein Google Pixel mit dem Betriebssystem GrapheneOS und die DB Navigator sowie den Firefox Browser sowohl auf meinem IPad als auch meinem Ubuntu Notebook nutze.

Als Antwort erhalte ich die Aufforderung, den Safari auf meinem IPad und den Chrome in den Einstellungen als Standardbrowser einzurichten. (Unglaublich!)

Inzwischen fand ich heraus, dass ich das Deutschlandticket über ein Kündigungsformular kündigen kann. Das habe ich gemacht und warte nun darauf, dass mein Deutschlandticket bei der Deutschen Bahn gekündigt wird. Die Bestätigung meiner Kündigung war nach wenigen Minuten in meinem Emailpostfach.

Mein neues Deutschlandticket als Chipkarte bei der BSAG ist auch bestellt.

Ich habe mir jetzt mit der gleichen Emailadresse (und meiner Emailadresse als Benutzername) ein neues Kundenkonto eingerichtet. (Das geht bei bahn.de!) Damit ist der Fall für mich erst einmal erledigt. Mit dem neuen Account kann ich dann meine Fernverkehrstickets kaufen. Den DB Navigator werde ich nicht mehr benutzen, die Tickets werde ich ausdrucken. Meine Nahverkehrsfahrten werde ich ab nächsten Monat mit dem Deutschlandticket der BSAG (Bremer Straßenbahn AG) abwickeln.

Die Deutsche Bahn und ihr Kundenservice

Gestern habe ich mich am Abend mit dem Tarifdschungel der Deutschen Bahn beschäftigt. Was ist Sparpreis, Super Sparpreis, Flexpreis, was bringt die Bahncard25 und die Bahncard50 und wie kombiniert man dies am besten mit dem Deutschlandticket? Es ist kompliziert! Die Bahncard50 lohnt sich eigentlich nur, wenn man mit dem Flextarif fährt. Ansonsten erhält man mit der Bahncard50 auf Spartickets wie mit der Bahncard25 nur 25% Rabbat. Auch eine Kombination des Deutschlandtickets mit den Bahncards lohnt sich in der Regel kaum, da der Fahrtpreis für die Gesamtfahrt kaum geringer wird als für Teilstrecken, auf dem man Fernferkehrszüge benutzt, während man das Deutschlandticket in den Nahverkehrsverbindungen, bei mir von meinem Bahnhof bis Bremen oder Osnabrück, einsetzt.

Da bei einer Kombination des Deutschlandtickets mit Fernverkehrstickets man Fahrgastrechte nur für die Fernverbindungen geltend machen kann, kann man das Deutschlandticket nicht mit Spartickets kombinieren. Wenn der Regionalzug ausfällt, verpasst man unter Umständen den gebuchten Fernzug und das Sparticket verfällt. Daher müsste man die Fernverbindung mit einem Flextarif buchen. Mit dem Sparticket ist die gesamte Fahrt fast immer günstiger als mit dem Flextarif und der Bahncard. Ein Vorteil hat die Bahncard50 gegenüber der Bahncard25: Man kann Spartickets noch bis zum Vortag stornieren. Soweit das Resultat meiner Untersuchung. Richtig kapiert habe ich das System allerdings immer noch nicht.

Guter Kundenservice ist dieser Tarifdschungel nicht. Aber den gibt es bei der Bahn ja bekanntlich sowieso nicht. Denn selten fahren die Züge pünktlich und fallen sogar oft aus. Auch dies ist ein Grund, bei Fernfahrten immer das Ticket für die ganze Fahrt zu bestellen, um wenigstens Fahrgastrechte wahrnehmen zu können. Hinzu kommt, dass meisten Angebote nur noch digital nutzbar sind. Wer mit der benutzerunfreundlichen App nicht klar kommt oder gar kein Smartphone benutzt, ist aufgeschmissen. Gestern stellte ich auch zufällig mit, dass meine Kreditkarte neu eingerichtet werden musste, weil die alte abgelaufen ist. SEPA Lastschrift funktioniert bei mir auch nicht mehr. Also richtete ich mir meine neue Kreditkarte als Zahlungsmittel ein.

Die Email mit dem Hinweis, dass mein Konto bei der Bahn geändert wurde, kam in englischer Sprache. Wer des Englischen nicht mächtig ist, konnte mit der Email nichts anfangen. Bei der Bahn sind Menschen, die kein Englisch können und nicht mit dem digitalen Chaosangebot klar kommen, hoffnungslos aufgeschmissen. Das ist Service bei der Deutschen Bahn. Thank you for traveling with the Deutsche Bahn!

Wird das Deutschlandticket wieder eingestellt?

Diese provokante Frage stelle ich als Titel vor diesen Artikel. Seit einiger Zeit hört man, dass das Deutschlandticket „teurer“ werden soll. Ursprünglich wurde es eingeführt, um mehr Menschen dazu zu bewegen, vom Auto in Bahn und Bus umzusteigen. Mehr als zehn Millionen Menschen nutzen derzeit das Deutschlandticket, darunter auch ich. Zuerst wurde es als 9-Euro-Ticket den Leuten schmackhaft gemacht, nach einer Einführungsphase der Preis auf 49 Euro angehoben. Jetzt wird die verkehrspolitische Wende rückwärts gemacht.

Das Deutschlandticket sei mit dem Preis von 49 Euro nicht mehr rentabel zu betreiben, der Preis müsse deutlich angehoben werden, heißt es. Es wurden schon Forderungen von 69 Euro für den Preis des Deutschlandtickets erhoben. Damit würde der Preis für das Deutschlandticket für viele so unattraktiv, dass der ÖPNV sicher wieder zahlreiche Kunden verlieren würde.

Das man mit Fahrtickets öffentliche Verkehrsangebote wirtschaftlich betreiben könne ist ebenso ein Märchen wie das Autobahnen und Straßen dem Bürger „kostenlos“ zur Verfügung gestellt werden können. In beiden Fällen zahlt der Staat und somit jeder Steuerzahler kräftig drauf. Die Kosten der Deutschen Bahn sowie aller kommunaler und regionaler Verkehrsunternehmen, ganz gleich, ob sie in öffentlicher oder privater Hand sind, werden zu zwei Drittel aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Die Entscheidung über den Preis des Deutschlandtickets ist somit weniger wirtschaftlicher als politischer Natur. Wenn der Staat nicht bereit ist, mehr Mittel in öffentliche Verkehrsangebote zu investieren, erhöht man die Ticketpreise und stoppt den dringend notwendigen Ausbau öffentlicher Verkehrsangebote.

Mit dem Rechtsruck in Politik und Gesellschaft könnte es durchaus dazu kommen, dass man die Verkehrswende als Symbol grüner Politik stoppt und auf das Verbrennerauto und noch mehr Straßen setzt. Sowohl klimapolitisch als auch wirtschaftspolitisch wäre dies fatal. Denn auch das marode Straßensystem reicht für den wachsenden Verkehrsbedarf nicht aus. Wir werden nicht umhinkommen, mehr Verkehr in öffentliche Verkehrsmittel zu lenken. Es gibt keine Alternative zur Verkehrswende!

Titelbild: Blick aus einem dreckigen Zugfenster auf den Bahnsteig im Bahnhof Leer, Ostfriesland. Das Bild habe ich während einer meiner vielen Zugfahrten gemacht, die ich ohne das D-Ticket sicher nicht unternommen hätte.

Nachtrag: Wie ich gerade über das Radio erfahre, wird der Preis des Deutschlandtickets auf 58 Euro angehoben. Ich bin gespannt, wie sich das auf die Nachfrage des Angebotes auswirkt.

Warum verspätet sich die Nordwestbahn so häufig?!

Als Deutschlandticket Kunde nutze ich oft die Nordwestbahn Linie RB 58 von Vechta nach Osnabrück oder nach Bremen. Und fast jedes Mal mache ich die Erfahrung, dass die Nordwestbahn unpünktlich ist. Am Bahnhof Vechta hört man die Ansage, dass die Bahn sich um fünf Minuten verspäte, nach fünf Minuten heißt es dann, die Bahn käme erst nach 10 Minuten und der Kunde kann sich darauf verlassen, dass auch diese Information nicht stimmt. Heute musste ich 20 Minuten auf die Abfahrt nach Bremen warten. Als Begründung wurde zunächst die Vorfahrt eines anderen Zuges und später eines Defektes an einer Schranke genannt. Nach einer halben Stunde Fahrt mit der Nordwestbahn gingen die Motoren des Zuges bereits wieder in Wildeshausen aus. Der Zug müsse auf den Gegenzug warten, hieß es in einer automatischen Zugansage. Nach einer weiteren Viertelstunde wurde die Fahrt zum Bremer Hauptbahnhof dann fortgesetzt.

Auf der Rückfahrt ging es pünktlich am Bremer Hauptbahnhof los, aber schon in Delmenhorst gingen die Motoren der Bahn wieder aus. Als Grund wurde wieder die Vorfahrt eines Zuges angegeben. Natürlich mussten wir auch eine Extrapause in Wildeshausen einlegen, weil wir dort auf den Gegenzug warten mussten. Der Zugführer war so freundlich, den Gästen mitzuteilen, dass sie auf dem Bahnsteig „frische Luft schnappen“ dürften, bis die Motoren wieder angehen. Für Raucher eine willkommene Gelegenheit zu einer Zigarettenpause. Danach ging die Fahrt weiter und mit einer Verspätung von einer knappen Viertelstunde erreichte die Nordwestbahn dann wieder Vechta.

Ein wenig rätselhaft ist für mich die Erklärung der Verspätungen mit der „Vorfahrt“ eines anderen Zuges. Benutzt die Nordwestbahn zwischen Delmenhorst und Wildeshausen noch einen Streckenabschnitt, auf dem auch Züge der Deutschen Bahn AG fahren? Hatte auf der Hinfahrt nach Bremen zu vor ein Zug zwischen Osnabrück und Bramsche Vorfahrt vor der RB 58? Ansonsten fahren auf der Strecke zwischen Wildeshausen und Bramsche eigentlich nur Züge der Nordwestbahn. Dann könnte auf der eingleisigen Strecke höchstens der Gegenzug der Nordwestbahn „Vorfahrt“ haben. Logisch nachvollziehbar ist für jeden Kunden der Nordwestbahn, dass ein erheblicher Grund der ständigen Verspätungen die Eingleisigkeit der Bahnstrecke ist. Verspätet sich nur ein Zug, wirkt sich das wie ein Dominoeffekt auf alle anderen Züge beider Richtungen aus, denn der Gegenzug muss immer in einem Bahnhof warten, bis das Gleis für die Weiterfahrt frei ist.

Es ist dringend notwendig, dass die Strecke möglichst schnell ausgebaut wird! Denn dort sind täglich Tausende Menschen unterwegs. Das weiß man als regelmäßiger Kunde. Und alle anderen können sich gerne auf dem Vechtaer Bahnhof davon überzeugen, denn dort ist reger Betrieb beim Einsteigen und Aussteigen der Züge. Nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings die stets unzuverlässige Fahrgastinformation. Die Informationen in der App, in der Anzeige am Fahrkartenautomaten und der Anzeige am Bahnsteig sowie die Ansagen unterscheiden sich und sind selten korrekt. Zumindest dieses Problem müsste die Nordwestbahn doch lösen können!

Auch die Angaben auf der Anzeige im Zug stimmen selten. Heute erreichte die Nordwestbahn Vechta um 18:38 Uhr.

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