bloggt aus Bakum und aus seiner Welt

Kategorio: Digitales (Page 1 of 3)

Computer, Internet, Opensource, Linux, Soziale Netzwerke

Warum WhatsApp kein sicherer und privater Messenger Dienst ist

WhatsApp wird heute gerne genutzt, um etwas bekannt zu geben. Informationen werden gerne in Gruppen geteilt. Dabei wird oft vergessen, dass WhatsApp längst kein privater Messengerdienst ist sondern ein soziales Netz. Beiträge auf WhatsApp können jederzeit an Dritte weiter geleitet werden. Dies gilt übrigens nicht nur für Beiträge in Gruppen sondern auch für Beiträge in jedem privaten Chat.

Leider hat WhatsApp schon seit längerer Zeit abgestellt, den Namen des originalen Verfassers geteilten Beiträgen hinzuzufügen. So erhielt ich über ein Mitglied meiner Gruppe eine geteilte Bekanntmachung, dass der Dinklager Bürgermeister Putthoff zurückgetreten sei. Signiert wurde sie angeblich vom Ratsvorsitzenden Robert Blömer.

Auf Nachfrage teilte unser Gruppenmitglied mit, dass er diesen Beitrag von einem „zuverlässigen“ Bekannten erhalten habe, also gar nicht von Robert Blömer selber. Falls Blömer selber diesen Beitrag per WhatsApp in seine Gruppe geteilt hat, kann er nicht mehr kontrollieren, ob dieser Beitrag außerhalb seiner Gruppe weiter verbreitet wird. Umgekehrt können die Empfänger, denen der Beitrag weitergeleitet wurde, nicht sicher sein, dass Robert Blömer tatsächlich Verfasser dieses Beitrags war. Der Name des ursprünglichen Verfasser steht nicht im geteiltem Beitrag.

Man kann die Weiterleitung von Beiträgen in WhatsApp nicht global verhindern. Deshalb sollte man Informationen, die nicht außerhalb einer WhatsApp Gruppe verbreitet werden sollen, nie auf WhatsApp verbreiten. Und man sollte geteilte Beiträge immer mit Misstrauen entgegennehmen. Wer hat den Beitrag verfasst? Ist der Inhalt wirklich wahr?

In diesem Falle handelt es sich offenbar um keine Falschnachricht. Der Dinklager Bürgermeister hat laut OM-Medien tatsächlich seinen Rücktritt erklärt. (Oldenburgische Volkszeitung vom 27. April). Ob Robert Blömer aber tatsächlich Verfasser dieses in der WhatsApp geteilten Beitrags war, bleibt offen.

Beitragsbild: Screenshot des weiter geleiteten WhatsApp Beitrags, angeblich von Robert Blömer signiert.

Digitales Ticket auf dem GrapheneOS Handy

Immer öfter werden Eintrittskarten, Boardingkarten oder das Deutschlandticket werden digital verkauft. Man kann sie als digitales Ticket auf das Handy laden, entweder in die Google oder die Apple Wallet. Damit entsteht ein weiterer Grund, ein Google Handy oder ein Apple Handy zu nutzen. Ich habe bislang es vermieden, mir eine digitale Eintrittskarte zu kaufen, weil ich kein solches Handy nutze.

Google und Apple Handys sammeln Meta Daten ihrer Kunden, Standorte, Anbieter, Nutzungszeiten von Apps und mehr. Dabei sammeln sie wertvolle Informationen, die sie weiter verarbeiten und vermarkten können.

Als Alternative gibt es die Möglichkeit, sich das Ticket als pdf auszudrucken. Schicker und bequemer ist es natürlich, das Ticket auch digital auf dem Handy zu haben. Bislang hat es mich gestört, dass es diese Möglichkeit nicht mit meinem Google und Apple freien GrapheneOS Handy zu geben schien. Aber nun habe ich, nachdem ich dies auf Mastodon postete, einen wertvollen Tipp bekommen.

Aus dem F-Droid Store kann man Wallet Apps auf GrapheneOS installieren, die digitale Tickets öffnen und anzeigen können. Das habe ich gleich ausprobiert und ein Ticket für ein Basketballspiel mit einer solchen App geöffnet. Zunächst habe ich versucht, jeweils das Ticket für die Google Wallet und die Apple Wallet herunterzuladen. Beim Google Tickert wurde ich auf die Google Anmeldeseite weitergeleitet. Das Ticket kann man sich also nur laden, wenn man sich bei Google anmeldet. Damit wird es witzlos. Das Apple Ticket konnte ich problemlos herunterladen. man erhällt eine *.pkpass Datei.

Mit der Wallet App „Foss Wallet“ lässt sich das Ticket problemlos importieren. Nun kann ich also auch mit meinem Graphene Handy digitale Tickets problemlos nutzen und brauche dafür kein Google oder Apple Handy oder einen Papierausdruck des Tickets. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut! Nun werde ich mir wohl öfter mal eine Eintrittskarte digital bestellen.

Der Eintritt mit dem Handy-Ticket in meiner Foss-Wallet hat übrigens prima geklappt.

Skurriler Streit in der Community der Custom-Roms

Seit längerer Zeit nutze ich Smartphones ohne Google und Apple. Sie laufen mit Android Custom-Rom Betriebssystemen, ursprünglichen Android ohne Google Dateien. Zuerst begann ich /e/os zu nutzen, seit 2023 habe ich ein Smartphone mit GrapheneOS. Mit dem Graphene Handy kann ich fast alles machen, was ich mit Google oder Apple Handys machen kann. Ich kann surfen, diverse Apps aller Art nutzen, Musik hören, navigieren, Messenger nutzen etc.

Einiges geht aber bislang nicht. Banking Apps und Bezahlen mit dem Handy funktioniert mit Custom-ROMs nicht, weil dafür Google Play Integrity benötigt wird. Diese API wird nur von Google lizensierten Smartphones zur Verfügung gestellt. Auch die Krankenkassen App und die elektronische Patientenakte funktionieren nur auf Google oder Apple Geräten.

Eine Gruppe von Entwicklern verschiedener Google und Apple freier Betriebssysteme wollen eine Alternative zu Google Play Integrity entwickeln, Unified Attestation. Dazu zählen Volla, Murena und Iodé. Zum Artikel auf golem.de

Die Entwickler von GrapheneOS lehnen diese Intitiative ab und werfen murena, Volla und Iodé vor, Sicherheitsmängel zu haben. Sie sprechen diesen Betriebssystemen das Mitspracherecht ab, auf welchen Geräten Banking Apps laufen dürfen. Stattdessen sollten die europäische Banken Standards vorgeben, nach denen die Betriebssysteme zertifiziert werden können.

GrapheneOS erhebt für sich den Anspruch, ein gehärtetes Android mit besonders hohen Sicherheitsstandarts zu haben. Wahrscheinlich werden Banken dieser Forderung wohl nicht nachkommen und es wird so bleiben, dass nur Apple und Google Geräte für Banking Software etc. zugelassen bleiben. Dann dürfte auch GrapheneOS außen vor bleiben,

Die Entwickler von GrapheneOS verhalten sich sektiererisch aggressiv gegenüber Entwickler anderer Systeme, denen sie Sicherheitsmängel vorwerfen. Außerdem werfen sie ihnen vor, ihrerseits GrapheneOS mit Lügen zu überziehen und negativ darzustellen.

Ich habe die Entwickler auch wegen der fatalen Wirkung ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf Mastodon kritisiert. Danach wurde auch mir vorgeworfen, ich würde Lügen verbreiten. Am Ende hat man mich auf Mastodon sogar geblockt. Dieses Verhalten trübt meine ansonsten sehr positive Einstellung zu GrapheneOS. Das Betriebssystem halte ich, nach wie vor, für sehr gut und sicher. Aber die Öffentlichsarbeit (Krieg gegen Mitbewerber, Vorwurf von Lügen) von GrapheneOS halte ich für schädlich, nicht nur für GrapheneOS selbst sondern für alle Initiativen, die Alternativen zu US Big Tech entwickeln wollen. Dies nutzt nur Google und Co, denn ein solch sektiererisches Verhalten schreckt Nutzer von alternativen Betriebssystemen ab.

Kleiner Nachsatz: Es zahlt sich aus, dass GrapheneOS ein freies Betriebssystem ist, welches jeder benutzen kann, der es herunterlädt und installiert. Obwohl mich die GrapheneOS Leute auf Mastodon ausgeschlossen haben, kann ich die eigentlich gute Software problemlos weiter nutzen. Da man keinen Account für das Projekt braucht, können mich die GrapheneOS Leute nicht von der Nutzung der Software ausschließen. Für das Projekt werde ich aber nicht spenden, solange die sich bei ihrer Kommunikation in der Öffentlichkeit weiter so verhalten.

Die Abhängigkeit zu US-Big-Tech Unternehmen verringern!

Heute ist der Di.Day (Digital Independence Day, deutsch: Digitaler Unabhängigkeitstag). Er wurde vom Chaos Computer Cub ausgerufen und findet jeden ersten Sonntag im Monat statt. Mehr Infos …

Jeden ersten Sonntag auf die gute Seite wechseln!
Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.

QUELLE: https://di.day/

Wir sind bereits in vielfältiger Weise von BIG-TECH abhängig. Unsere Smartphones und Apps laufen zum größten Teil auf Apple oder Google oder Microsoft Geräten. Wenn Apple, Microsoft und Google den Account sperren, verliert man sofort einen großen Teil seiner Bewegungsfreiheit. Die Geräte funktionieren nicht mehr, man kann keine Nachrichten (z.B. WhatsApp) austauschen, nicht telefonieren, verliert den Zugang zum Internet, kann nicht mehr bezahlen, navigieren, keine Bahntickets bestellen und keine Ebooks mehr lesen.

Je mehr digitalisiert wird, desto abhängiger wird man von den US-BIG-TECH Unternehmen. Das gleiche gilt für Amazon, welches auch ein US-Unternehmen ist. Das ganze wäre nicht so schlimm, wenn die US-BIG-TECH Unternehmen nicht stramm auf Trump Kurs fahren würden. Das Trump Regime in den USA ist aber mittlerweile zu einer Bedrohung nicht nur der Demokratie in den USA sondern auch in Europa geworden! Zum Beispiel unterstützt Trump rechtsradikale Parteien wie die AFD, um die EU zu spalten. Dafür werden auch die BIG-TECH Netzwerke von X und Meta zunehmend instrumentalisiert.

Deshalb ist es wichtig, dass wir uns alle unabhängiger davon machen. Wie das geht, wird auf https://di.day/ beschrieben. Am ersten Sonntag im Monat ist jeder aufgerufen, von einem Dienst eines US-BIG-TECH Unternehmen auf ein unabhängigen Dienst zu wechseln, zum Beispiel:

  • statt Gmail anderer Email Dienst
  • statt WhatsApp Signal Messenger benutzen
  • statt X, Instagram etc zu Mastodon, Pixelfed etc wechseln
  • statt Chrome Browser den Firefox Browser benutzen
  • statt Google eine andere Suchmaschine verwenden (ich benutze Brave)

Ich benutze neben meinem Apple IPad ein google- und applefreies GrapheneOS Handy. Wenn man aber nicht auf ein IPhone oder ein Google Android Handy verzichten möchte, kann man das Tracking durch viele kleine Einstellungen und Maßnahmen einschränken. Zum Beispiel indem man die Werbe-ID abschaltet, das Tracking unterbindet, die Standortfunktion nur anschaltet, wenn sie benötigt wird, das Internet abschaltet, wenn man es nicht braucht oder das Gerät einfach mal zu Hause „vergisst“ oder ausgeschaltet lässt, wenn man es nicht braucht.

Viele weitere Artikel zum Thema „Digitale Abhängigkeit und digitale Unabhängigkeit“ findet ihr in meiner Kategorie „Digitales“.

Vorsicht, meine Email wird gespooft!

Unangenehme Post lag gestern Abend in meiner Mailbox. Die Email wurde mit meiner eigenen Email-Adresse verfasst und an mich verschickt. In ihr wird behauptet, dass alle meine Geräte, Messenger und Email Accounts „übernommen“ worden seien. (Siehe Bild unten).

Man habe Zugriff auf alle Fotos und Videos und es wird behauptet, dass ich Porno Videos angesehen haben soll. Mit der Email soll ich wohl unter Druck gesetzt werden.

Das Fälschen (spoofing) von Email-Headern ist mittlerweile so ausgefuchst worden, dass die Leute mit solche perfiden Mails unter Druck gestellt werden können. Laut kurzem Recherchieren im Internet kann ich aber davon ausgehen, dass die kriminellen Angreifer keinen Zugriff auf meine Geräte und Daten hat. Ich habe die Spam Email natürlich an meinem Provider weiter geleitet.

Mein Email Postfach ist ordnungsgemäß konfiguriert und mit einem starken Passwort versehen. Ich sehe hier mal die Internetprovider in der Verantwortung für sichere Emailadressen, die nicht so leicht missbraucht werden können dürfen.

Sollte jemand von euch aber merkwürdige Emails von mir erhalten, bitte ich um Vorsicht und um Nachricht an mich. Gerne über meine bekannten Emailadressen oder Messenger.

Am eigenen Beispiel erlebe ich, dass Email ein mittlerweile sehr unsicheres Kommunikationsmittel ist. Niemand kann davon ausgehen, dass eine Email tatsächlich authentisch ist. Emailadressen können jederzeit gefälscht werden. Das kann jedermann passieren. Es ist schon sehr fragwürdig, dass unsere komplette Kommunikation von solchen unsicheren digitalen Mitteln abhängig gemacht wird.

Unten stehend die Bilddatei mit dem Text, der mich unter Druck stellen soll. Natürlich ist nichts davon wahr, was drin steht.

Hintergrund: Was ist Email Spoofing?

Nachtrag: Mir teilt gerade jemand auf Mastodon mit, dass er solche Mails 3-4 Mal im Posteingang hat. Löschen und gut ist, meint er.

Der Digitalzwang schreitet zügig voran

Führerschein und Personalausweis gibt es irgendwann nur noch auf dem Handy. Zahlen kann man irgendwann nur noch mit dem Handy, da auch die Kreditkarte nur noch als App, nicht mehr als Chipkarte gibt. Die BahnCard gibt es schon jetzt nur noch in der App. Auch Online-Banking funktioniert bald vielleicht nur noch mit einem Mobilgerät. Die Geldautomaten verschwinden immer öfter oder die Banken zwingen ihre Kunden, möglichst nur noch digital zu überweisen oder zu bezahlen. Die Filiale vor Ort wird auf Dauer abgeschafft. Die Zeitung taz hat ihre Druckausgabe schon komplett eingestellt, in wenigen Jahren wird es keine gedruckte Zeitung mehr geben.

Die Zeichen stehen immer mehr auf „Digital“. Gestern erzählte mir jemand, dass er seine Kreditkarte als Zahlungsmittel bei einem großen Onlinehändler nicht mehr einrichten konnte, weil das nur noch geht, wenn die Banking App auf dem Handy installiert ist. Das bedeutet, das Online Shopping nur noch mit mobilen Geräten auf Dauer möglich sein wird, mit denen dann eine Zahlung freigegeben wird.

Die Deutsche Bahn digitalisiert ihren Vertrieb immer mehr. Gestern stellte ich fest, dass einige Tickets nur noch mit der App nutzbar sind. Damit werden alle von der Nutzung der Bahn ausgeschlossen, die kein Handy nutzen können oder die Bahn App nicht nutzen wollen. Bei der Bahn ist man ohne Handy und Bahn App längst aufgeschmissen. Änderungen des Reiseverlaufs, plötzliche Zugausfälle oder Verspätungen werden teilweise ausschließlich per App mitgeteilt. Bestimmte Rabatte und Angebote gibt es nur für Kunden, die mit der App fahren. Das trifft vor allem die älteren Stammkunden der Bahn, die mit der Digitalisierung nicht zurecht kommen, aber auf die Bahn angewiesen sind, um mobil sein zu können.

Tickets, die nur noch per App genutzt werden können. Selbst ein Ausdruck geht nicht mehr.

Auch im stationären Handel wird die Digitalisierung schon lange voran getrieben. Jeder Supermarkt hat schon seine eigene App. Sonderangebote gibt es demnächst nur noch per Einkaufs-App. Der Haken daran: Die Bahn, die Online-Händler und der stationäre Handel durchleuchten ihre Kunden mit den Apps auf Schritt und Tritt. Jeder ein Kauf wird in dem Kundenkonto erfasst. Die Konzerne wissen genau, wer ihr Kunde ist und was er kauft.

Wer nicht mit macht, wird zunehmend ausgegrenzt. Big Brother ist watching you – der große Bruder überwacht dich. Dieser George Orwell Satz ist längst traurige Realität geworden. Wer sich dieser schönen digitalen Überwachungswelt entziehen will, wird zunehmend ausgegrenzt.

Banküberweisung scheitert an neuen IBAN Regeln

Seit einiger Zeit wurden die Regeln im Überweisungsverkehr verschärft. Beim Online Banking wird die Angabe des IBAN-Empfängers kontrolliert. Ist sie nicht korrekt, scheitert die Überweisung. Die korrekte Angabe des Zahlungsempfängers war bislang nicht notwendig, entscheidend war nur die korrekte Angabe der IBAN-Nummer. Auf vielen Rechnungen fehlt aber die korrekte Angabe des IBAN-Empfängers, geschweige denn ein QR-Code mit den korrekten Zahlungsangaben für die Banking-Apps.

Die meisten Überweisungen werden heute online getätigt. Daher ist es verwunderlich, dass die meisten Rechnungen noch nicht automatisch für das Online Banking ausgerüstet sind. Banking Apps ermöglichen heute eine Foto-Überweisung, bei der das Programm die Bankangaben analysiert. Dazu werden die Kontonummer und Rechnungsnummer sowie der Absender der Rechnung automatisch in den Überweisungsauftrag eingefügt. Der Rechnungsabsender entspricht aber selten den korrekten Namen des IBAN-Empfängers.

So dürften nun derzeit viele Banküberweisungen scheitern und die Buchhaltung eines so manchen Unternehmens verzweifeln. Zahlreiche fehlerhafte Rechnungen werden derzeit wohl nicht bezahlt, weil die Online-Überweisung scheitert. Heute landete die erste fehlerhafte Rechnung bei mir in meiner Ablage und ich mahnte beim Rechnungssteller eine neue korrekte Rechnung an.

Gott sei Dank bekomme ich nur selten Rechnungen, die ich überweisen muss. Die meisten Gebühren und Beiträge werden per Lastschrift abgebucht.

Meine Erfahrung bei der Rückgabe alter Smartphones und Computer..

Seit langer Zeit hat sich bei mir ein Berg alter Computer, Ipads, Zubehör und Smartphones angesammelt. Geräte, die teilweise wohl zwanzig Jahre alt sind, und schon lange nicht mehr genutzt werden. Die Daten auf dem alten Computer hatte ich von ein paar Monaten entfernt, indem ich ihn in den Werkszustand zurückversetzt habe. Das Gleiche natürlich auch bei meinen Mobilgeräten. Ich weiß, theoretisch könnten die Daten wiederhergestellt werde, aber ich halte dies für absolut unwahrscheinlich, dass dies jemand macht. Er oder sie würde auch nicht viel mit den Daten anfangen können, die mal vor vielen Jahren dort eingegeben wurden.

Aber die Angst, dass jemand Daten alter Computer oder Smartphones missbrauchen könnte, macht vielen Leuten mehr Sorgen als dass ihre Daten auf ihren aktuellen Geräten gesammelt und missbraucht werden könnten. Deshalb benutzen die Leute zwar ihre Windows, Apple und Google Geräte völlig unbesorgt, entsorgen ihre Altgeräte aber aus Angst nicht, weil jemand sie ausplündern könnte.

Genau mit dieser Angst argumentierte heute eine Verkäuferin in einen Elektronik Fachgeschäft mit mir. Dort brachte ich heute meine Altgeräte hin, um sie zu entsorgen. Man war offensichtlich irritiert, dass jemand sein Recht wahrnimmt, seine Altgeräte in den Fachhandel zur Entsorgung zurückzugeben. Es scheint nicht häufig vorzukommen, dass Leute Altgeräte in den Handel abgeben. Die Verkäuferin war nach kurzem Zögern, ob das wohl geht, bereit, die Geräte zurückzunehmen. Sie sprach mich aber darauf an, ob ich die Festplatten entfernt hätte. Ich erklärte ihr, dass ich die Geräte auf Werkszustand zurückgestellt hätte, aber nicht damit rechne, dass sich jemand ausgerechnet auf meinen Geräten die Mühe macht, die Daten wieder herzustellen und zu missbrauchen.

Dann fragte sie mich, ob ich ob ich denn meine aktuellen Smartphones, Tablets oder Computer versichert hätte. Ich war nun etwas erstaunt, denn dieses Thema hat gar nichts mit der Rückgabe alter Geräte zu tun. Keine Versicherung zahlt, wenn die Lebensdauer eines Geräte zu Ende ist und es entsorgt werden muss. Der Verkauf von Versicherungen muss wohl bei diesen Läden ein Riesengeschäft sein, nur so erklärt sich mir, dass man beim Kauf eines Gerätes intensiv bedrängt wird, eine Versicherung anzubieten. Ich vermute mal, dass der Handel mehr Spanne mit Versicherungen als mit den Geräten selber verdient. Es wäre übrigens ein geschicktes Geschäftsmodell, den Leuten bei Rückgabe von Altgeräten Versicherungen anzudrehen. Bei mir funktioniert aber dies auch nicht, denn ich schließe solche Verträge grundsätzlich nicht ab, was ich der Vekäuferin auch erklärte.

Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls vom Abschluss solcher Versicherungen ab. In der Regel erhält man maximal ein Ersatzgerät der gleichen Qualität, repariert wird selten. Bei Verlust zahlt keine Versicherung. Bislang hatte ich mit meinem Gerät nur letzteren Fall, ich hatte mein Fairphone verloren. Da hätte mir keine Versicherung etwas genutzt.

Verbraucherzentrale: Versicherung für Tablet und Smartphone lohnt nicht

Wofür ich mir ein neues Google Pixel gekauft habe

Seit ein paar Tagen bin ich stolzer Besitzer eines Google Pixel 9a. Es ist mein zweites Pixel-Handy! Warum habe ich mich wieder für ein Google Pixel entschieden? Mein Google Pixel 7a kommt langsam in die Jahre. Auf ihm läuft GrapheneOS, ein googlefreies Android, mit dem ich sehr zufrieden bin. Es wird weiterhin mein Hauptgerät bleiben. Noch zwei Jahre lang erhält es Sicherheitsupdates.

Ein Nachteil von GrapheneOS ist, dass nicht alle Anwendungen, die in Zukunft wichtig werden können, reibungslos darauf laufen. Zum Beispiel kann man kein Google Pay, Online Banking und keine elektronische Patientenakte nutzen. Auch mit der App DB Navigator hatte ich auf meinem GrapheneOS Handy Probleme. Und dies trotz Google Play Service – Dienste, die man auf dem Gerät installieren kann.

Im Alltag ist dies (noch) nicht so von Bedeutung. Wenn man zu Einschränkungen bereit ist, kann man gut auf Google Handys verzichten. Mir gefallen viele Opensource-Apps sogar besser wie auf Google Android Handys. Und auf einem GrapheneOS Handy gibt es nur Apps, die man braucht und Apps, die man selber installiert hat. Auf dem Handy kann ich meine eigenen Web-DAV Kalender und Adressbücher einrichten. Telegram und Signal laufen auch auf GrapheneOS, auch WhatsApp mit (Google Play Diensten). Es gibt keine vorinstallierten Bloat-Apps. Die Apps aus dem F-Droid Store sind werbe- und trackingfrei. Allerdings fehlen halt die oben genannten Apps, die nur auf Apple- oder Google Geräten laufen.

Als Alternative hatte ich auf Fernreisen immer mein IPad dabei, damit konnte ich dann den DB Navigator nutzen, was aber nicht ganz so bequem wie mit dem Handy ist. Aber man könnte darauf auch verzichten und stattdessen z.B. mit ausgedruckten Bahntickets reisen. Schwierig wird es, wenn in Zukunft die EuID, der digitale Personalausweis und digitale Führerschein eingeführt werden und die nur auf Apple oder Google Geräten funktionieren. Und wenn auch die Debit- und Kreditkarten nur noch digital ausgegeben werden. Dann geht es nicht mehr ohne (Google- oder Apple-) Handy.

Aus diesem Grund habe ich mch entschieden, mir doch noch zusätzlich ein Google Pixel anzuschaffen, auf dem ich für diese Aufgaben gerüstet bin und dem ich später auch GrapheneOS installieren lassen kann, wenn man altes Pixel Handy keine Sicherheitsupdates mehr bekommt. Auf dem neuen Pixel wurden nur der DB Navigator und die Krankenkassen Apps installiert. Messenger, Kontakte, Kalender usw wurden nicht in das Gerät importiert. Ich habe das Gerät auch mit einer SIM Karte und eigenen Mobilfunkanschluss ausgestattet, der aber nur dazu dient, um mobiles Internet nutzen zu können. Telefonieren will ich mit dem Gerät nicht.

Es gibt noch weitere Gründe, sich für ein Google Pixel zu entscheiden. Das Googe Pixel 9a ist zum Beispiel immer noch preiswerter als das vergleichbare Apple IPhone 16e. Bei den Samsung Handys, die es noch günstiger gibt, ist zusätzlich zu den Google Apps haufenweise Bloatapps von Samsung vorinstalliert. China Handys kommen für mich nicht in Frage. Es gibt kein anderes Android Handys, die so lange Sicherheitsupdates bekommen wie die Google Pixel Geräte. Das ist für mich ein wesentliches Kaufargument.

Die Wiederentdeckung meiner eigenen Musiksammlung

Lange Zeit habe ich nur noch wenig Musik gehört. Meine CDs lagen gut verstaut auf dem Speicher. Schließlich hatte ich ja Spotify. Damit kann man jederzeit jede gewünschte Musik hören. Doch auch Spotify nutzte ich nur sporadisch. Die Gebühren für den Premium Account wurde Monat für Monat abgebucht, ohne dass ich es nutzte.

Der schwedische Musik-Streaming-Dienst ist gleich mehrfach in schlechte Berichterstattung geraten. Nicht nur, weil die Daten ihrer Nutzer systematisch gesammelt werden. Spotify kennt nicht nur den Musikgeschmack sondern weiß auch, wie oft und wann man Musik hört. Auch aus den Abonnements von Podcasts lässt sich einiges über die „Kunden“ sammeln. Was Spotify mit diesen Daten macht, wird nur selten berichtet.

Über die Bezahlung der Künstler, deren Werke Spotify „verleiht“, erfährt man schon mehr. Spotify bezahlt nur ca. 3 Euro pro 1000 Streamings an die Bands und Künstler der Werke. Das ist zum Beispiel nur halb so viel wie zum Beispiel Apple. Damit verdienen die Anbieter der Streamingdienste aber ein Millionen Vermögen. Und das Geld wird dann in andere Anlagen als in die Künstler investiert, im Fall von dem Eigentümer von Spotify angeblich in Rüstungstechnologieen, wie ich aus den Medien erfuhr.

Der eigentliche Auslöser, dass ich meinen Spotify Account gekündigt habe, ist allerdings nicht dies, sondern eine schnöde Servicemeldung meiner Lieblingszeitung. Dort hieß es, dass man Geld sparen könne, wenn man regelmäßig seine Abonnements prüf und gegebenenfalls kündigt, wenn man den Dienst nicht mehr braucht.

Entschieden und umgesetzt. Ich kündigte erst einmal meinen Premium Vertrag mit Spotify. Schließlich kann man ihn ja doch immer wieder neu aktivieren, wenn man ihn braucht. Doch was nun, wenn ich doch mal Musik hören möchte? Ich erinnerte mich an meine alte Festplatte mit jeder Menge Musik in meinem Schrank. Ich schloss die Festplatte an mein Notebook und lud die Musik zunächst auf meinen Laptop. Dann schloss ich mein Handy an mein Laptop und speicherte die Musik auf mein Handy. Auf einmal hatte ich mehr als 4.600 Blues-, Rock-, Klassik-, Elektronic-, Soul- und Funk-Musikstücke auf meinem Gerät. Jederzeit griffbereit, ganz ohne Streaming.

Ärgerlicherweise waren viele Stücke doppelt auf meinem Handy – und mit 85 Gb mein Speicher auch schon recht ausgereizt. Außerdem waren kaum komplette Alben dabei. Nun erinnerte ich mich, dass ich noch drei Kartons CDs auf meinem Speicher habe. In der Schublade hatte ich noch ein altes CD-Laufwerk. Den MP3 Ripper habe ich mir schnell auf meinem Laptop installiert.

Danach habe ich meine MP3 Sammlung auf meinem Rechner aufgeräumt und die eine oder andere CD, die noch nicht in meiner Sammlung war, auf mein Laptop geladen. Es war jede Menge Arbeit, die Musikdateien aus meinem Handy zu löschen, bevor ich die aktualisierte Sammlung dort wieder draufgeladen habe. Damit habe ich nur jede Menge Musik für „unterwegs“.

Zuhause kann ich die Musik von meinem Synology Laufwerk aus abspielen. Jederzeit, wenn ich sie hören möchte. Wenn mir in Zukunft Musik gefällt, werde ich sie mir als mp3 kaufen – oder als CD. Am besten direkt bei den MusikerInnen! Dann landet das Geld dorthin, wo es landen sollte. Ach ja, auch selbstgemachte Musik entdeckte ich in meiner Sammlung, von meiner eigenen Band, meinem Chor, den Housepartys und von Freunden.

Am Ende habe ich meinen kompletten Spotify Account gelöscht. Damit sind auch alle Daten bei Spotify entfernt. Denn Spotify ist nicht nur eine riesige Geldmaschine sondern auch noch eine gewaltige Datenkrake, die die Daten der Nutzer auswertet und profiliert.

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