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Kategorio: Mobilität (Page 1 of 3)

Themen zur Elektromobilität und zur Verkehrswende einer nachhaltigen Mobiltät

Tarifdschungel im ÖPNV – Verkehrsgesellschaft Vechta

Ich habe Ende September mein Deutschlandticket gekündigt und wäre heute beinahe am Tarifdschungel des ÖPNV gescheitert. Es handelte sich um die Fahrt mit der Nordwestbahn von Vechta nach Bremen. Auf der Homepage las ich, dass am Fest der Deutschen Einheit die Benutzung aller Züge und Busse im „VBN-Land“ kostenlos ist. Ich stieg in Vechta in den Zug nach Bremen ohne Bahnticket ein und wurde kontrolliert. Ich wunderte mich darüber und sagte der Schaffnerin, dass die Bahnfahrt doch heute im Bereich des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN) kostenlos sei.

Ja, antwortete die Schaffnerin, aber der Landkreis Vechta gehört nicht zum VBN, erst ab Wildeshausen beginnt das „VBN-Land“. Für die Fahrt von Vechta bis Wildeshausen benötige ich ein Ticket. Aber außer mir wüssten auch viele andere Kunden nicht, wo das „VBN-Land“ beginnt und endet. Deshalb nehme sie mich heute ohne Ticket mit.

Zuhause schaute ich noch einmal nach: Die Landkreise Vechta und Cloppenburg haben tatsächlich eigene Verkehrsverbünde, in Vechta ist es die Verkehrsgesellschaft Vechta. Es gibt ein einheitliches Tarifsystem und angeschlossen sind mehrere private Busbetreiber, Moobil+ und der Stadtbus in Vechta. Die Städte Bremerhaven, Bremen, Oldenburg und Delmenhorst, Wesermarsch, Teile des Landkreis Cuxhaven, Teile des Landkreis Rotenburg, Verden, das Ammerland, der gesamte Landkreis Diepholz und der Landkreis Oldenburg. Weite Teile Niedersachsens gehören also nicht zum Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen.

Solange man das Deutschlandticket nutzt, fällt gar nicht auf, dass das Tarifgebiet des jeweiligen Verkehrsverbundes bereits schon an der nächsten Landkreisgrenze endet. Im ÖPNV herrscht immer noch Kleinstaaterei. Jeder kleine Verkehrsverbund hat sein eigenes Linienangebot, ein eigenes Tarifsystem und eigene Tickets, die nur bis zur nächsten Landkreisgrenze gültig sind. Es wäre viel besser, wenn man die kleinen Verkehrsverbünde in einem echten Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen integrieren würde, sodass man im gesamten Bereich Bremen-Hamburg-Niedersachsen mit einheitlichem Ticketsystem fahren könnte.

Außerdem sollte es eine App oder Chipkarte geben, mit der man deutschlandweit eines jedes Verkehrsmittel benutzen kann. In den Niederlanden ist das de OV-Chipkaart. Alternativ kann man in Holland auch mit der Kreditkarte ein- und auschecken. Das macht die Benutzung des ÖPNV in den Niederlanden für jedermann spielend einfach, auch für Gelegenheitsfahrer, die kein Deutschlandticket nutzen wollen.

Den Autoposern die Show stehlen

Seit Tagen sind Autoposer das Thema der Kreisstadt Vechta. Sie demonstrieren ihre Autos nicht nur lautstark sondern führen laut Bericht von OM Medien auch Autorenen durch, sogar in der Großen Straße. Beliebt als Treffpunkte für Autofanatiker warem Parkplätze von Einkaufszentren. In Vechta stehen schon fast auf allen Parklätzen von Supermärkten und Discountern Schilder mit Einfahrtsverbot von Motorrädern und Autos von 22 bis 6 Uhr. Dies soll laut Bericht gewirkt haben, die Autoposer Scene wurde dort weitgehend verdrängt. Dennoch treiben sie weiter ihr Unwesen in Vechta und treffen sich anscheinend woanders.

„Die Autoposer wollen gesehen werden. Und Vechta bietet die Bühne“, heißt es im Artikel. Ich verstehe nicht, dass man diese Bühne den Autoposern nicht entzieht, indem man abends die Straßen für den öffentlichen Verkehr sperrt. Nur Anlieger dürfen dann die Vechtaer Einkaufsmeile befahren. Damit würden die Autoposer auch aus der Großen Straße verdrängt. Man könnte das mit Nachdruck auch durchsetzen, indem man Poller nachts ausfährt, zum Beispiel am Neuen Markt oder an der Einmündung Marschstraße in die Große Straße (Gastwirtschaft Banane). Wenn man den Bereich, wo das Nachtleben stattfindet, den Autoverkehr unterbindet, ist auch die Show mit den Autoposern verbei.

Wer beim nächtlichen Autorennen durch die Stadt erwischt wird, sollte nach meiner Meinung für eine längere Zeit den Führerschein abgeben. Dann hat derjenige Gelegenheit, das Anrufbussystem Moobil plus in Vechta auszuprobieren. Das entschleunigt ungemein! Nachts rollt kein Anrufbus durch Vechta.

Ich glaube aber nicht, dass daraus was wird. Denn ein bisschen lebt Vechta ja auch vom Nimbus der autofreundlichen Stadt, in der man sich gerne auch mit dem Auto zeigen darf. Sehen und sich sehen lassen bringt Leute und Leben in die Stadt. Sonst würde man die Große Straße viel stärker verkehrsberuhigen. Da gäbe es durchaus Möglichkeiten, zum Beispiel mit Bodenschwellen und häufigere Nutzung als Fussgängerzone. Denn auch tagsüber rollen gerne Möchtegernstarke mit ihren PS-Boliden durch die Vechtaer Einkaufsmeile, um Aufmerksamkeit bei dem Publikum zu erregen. Gerne lässt man dabei auch mal den Motor aufheulen, um Kante zu zeigen.

Die Kleinstaaterei im Nahverkehr

Das ganze Land redet über das Deutschlandticket aber niemand redet mehr über die Reform des ÖPNV in Deutschland. In Deutschland gibt es über 60 Verkehrsverbünde und unzählige Verkehrsbetriebe in den Städten und Kreisen mit eigenen Tarifen, unzähligen Apps und Ticketssystemen. Das Deutschlandticket hat diese Realität nur verdeckt, weil man damt den Nahverkehr überregional in Deutschland über die Grenzen der Verkehrsverbünde nutzen kann.

Das Deutschlandticket hat aber die Kleinstaaterei im Nahverkehr keineswegs aufgehoben sondern den Fortbestand eher verstetigt. Über eine Reform des Nahverkehrs mit mehr Effizienz und weniger Kosten wird kaum diskutiert. Zuletzt hatte der damalige Verkehrsminister Wissing (FDP), unter dem auch das Deutschlandticket eingeführt wurde, dies gefordert. Seit dem Ende seiner Amtszeit ist dieses Thema wieder aus der öffentlichen Diskussion verschwunden.

Anders ist dies bei dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Dort diskutiert man längst über eine Reform und Straffung des Angebotes. Es wird auch darüber diskutiert, ob ARD und ZDF zusammen arbeiten sollen und einige der Landesrundfunkanstalten der ARD zusammengelegt werden sollen.

Dies würde auch bei den 60 Verkehrsverbünden sinnvoll sein. Allein im Flächenland Niedersachsen gibt es vier große Verkehrsverbünde, die die Regionen des Bundeslandes größtenteils abdecken und kleinere Verbünde. Gemeinsam mit dem Bundesland Bremen und eventuell den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern würde ein gemeinsamer Nordverbund ausreichen. Auch in den anderen Teilen Deutschlands könnten die westlichen, die östlichen und südlichen Bundesländer zu jeweils einem Verkehrsverbund zusammengeschlossen werden

Dazu sollte es auch ein einheitliches deutschlandweit gültiges Tarifsystem und die Möglichkeit geben, neben dem monatlich abonnierbaren Deutschlandticket auch mit einer App oder noch einfacher mit der Kreditkarte oder dem Handy jedes Nahverkehrsangebot nutzen zu können. In den Niederlanden ist dies mit OV-Chipkaat und OV-Pay längst möglich.

Damit könnte dann auch jeder jederzeit den gesamten Nahverkehr bundesweit barrierefrei nutzen, der kein Deutschlandticket nutzen möchte.

Versehentlich das Deutschlandticket zu früh bestellt

Eigentlich wollte ich das Deutschlandticket erst wieder ab Anfang April haben. Doch aus Versehen habe ich schon heute gekauft. Anders als bisher habe ich mich diesmal entschieden, es nicht als Chipkarte sondern per App zu kaufen. Ich ging davon aus, dass ich das Ticket erst zum kommenden Monat bekomme, wenn ich es heute bestelle. Ich entschied mich dieses Mal für die Fahrplaner App des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN).

Ich probierte die Bestellung mit der Fahrplaner App aus und sofort nach dem Kauf wurde das Deutschlandticket in meiner Fahrplaner App angezeigt und ist somit gültig. Ich kann das Deutschlandticket also ab sofort wieder nutzen! Dummerweise wird mir natürlich auch der Betrag von 63 Euro innerhalb der nächsten vier Tage abgebucht, für den halben Monat. Ich hatte das Deutschlandticket im Januar aus gesundheitlichen Gründen gekündigt.

Ich habe mich diesmal für die App und gegen die Chipkarte entschieden, weil ich das Deutschlandticket wahrscheinlich im Winter wieder abgestellen will. Der letzte Winter war teilweise so streng, dass ich bei dem schlechten Wetter nicht jede Woche nach Bremen oder Osnabrück oder eine andere Stadt fahren wollte. Für weniger Fahrten reicht auch meine Bahncard. Da ich mit der App nun doch flexibler bin, ist die App für mich praktischer als die Chipkarte. Außerdem funktioniert die App „Fahrplaner“ auch auf meinem GrapheneOS Handy.

Hat der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland Zukunft?

Gestern beschäftigte ich mich in meinem Blog-Artikel „Mobilität wieder ohne Deutschlandticket?“, ob man ohne das Deutschlandticket im Nahverkehr mobil sein kann. Das Ergebnis war: Es ist fast unmöglich.

Das Deutschlandticket ist derzeit alternativlos. Ohne Deutschlandticket scheitert man an der Kleinstaaterei im Nahverkehr, denn für den ÖPNV sind die Kommunen und Bundesländer verantwortlich. Das hat zu einer Unzahl an kommunalen Verkehrsbetrieben und Verkehrsverbünden geführt, die ihre eigenen Tarifgebiete haben. Spätestens wenn man die Grenzen eines Verkehrsverbundes überschreitet, braucht man ein neues Ticket.

Allein in Vechta gibt es OM-Bus, Wilmering, Moobilplus und die Nordwestbahn. Will man ohne das Deutschlandticket eine Ticket für eine Einzelfahrt kaufen, wird es kompliziert. Jedes Verkehrsunternehmen hat seinen eigenen Tarif. Der Kauf eines gemeinsamen Tickets ist gar nicht möglich.

Benutzt man Apps wie den Fahrplaner (VBN) oder den DB Bahn Navigator, erhält man zwar eine Fahrplanauskunft, aber keinen Preis für das Ticket. Man kann höchstens ein Niedersachsenticket kaufen, das niedersachsenweit gilt. Ob man damit Moobilplus oder Wilmering Linienbusse nutzen kann, sollte man allerdings vorher erfragen.

Das eigentliche Problem des Nahverkehrs in Deutschland wurde mit dem Deutschlandticket überdeckt: Das undurchsichtige Dickicht an Verkehrsbetrieben, -verbänden und Interessen. Und die damit verbundene Ineffizienz unseres Nahverkehrs. Die gegensätzlichen Interessen und Zuständigkeiten werden dazu führen, dass man sich über die Übernahme der Kosten für ein gemeinsames Deutschlandticket nicht einigen wird, ganz gleich, wie teuer man das Deutschlandticket macht. Je teurer das Deutschlandticket wird, desto weniger attraktiv ist es für die Leute.

Mit der Zukunft des Deutschlandtickets und des ÖPNV in Deutschland sieht es so lange schlecht aus, so lange der ÖPNV nicht effizienter und moderner organisiert wird. Wir brauchen weniger Verkehrsverbünde und ein einheitliches Bezahlungs- und Tarifsystem für alle öffentlichen Nahverkehrsangebote.

Mobilität wieder ohne Deutschlandticket?

Seit zwei Jahren bin ich mit dem Deutschlandticket mobil. Ursprünglich kostete es 49 Euro, dann 58 Euro pro Monat. Ab kommenden Jahr soll das Deutschlandticket auf 64 Euro angehoben werden. Sicher werde ich mir auch für diesen Preis das Deutschlandticket abonnieren, aber nicht für das gesamte Jahr. Zumindest in den Wintermonaten überlege ich mir bei einer weiteren Anhebung des Preises, ob ich das Deutschlandtickets für diesen Zeitraum kündige. In den Wintermonaten bin ich nicht so viel unterwegs wie im Sommer.

Welche Alternativen gäbe es für mich?

  • Das Auto – statt Bahn und Bus wieder mehr mit dem Elektroauto fahren.
  • BahnCard 50 – Mit der BC50 kann man für 15 Euro nach Osnabrück oder Bremen und zurück fahren. Da die Preise von Regionalzügen (die oft genauso schnell wie Schnellverbindungen sind) mit der BC50 relativ günstig sind, zahlt sich das im Bahnverkehr auch aus, wenn man nicht mit Superspartarifen fahren kann. Nachteil: Jedes Ticket muss vor Fahrtbeginn gekauft werden. Mit BC50 Rabbat geht dies nur mit dem DB Navigator. Die BahnCard 50 kostet allerdings auch Geld und lohnt sich nur, wenn man auch sonst öfter Flextarife im Fernverkehr nutzt. Da sie für Senioren „nur“ 82 Euro mehr als die BC25 kostet, ist sie für mich eine Option.
  • ÖPNV – Hier wird es kompliziert. Tickets kann man mit den Apps DB Navigator und den Apps der Verkehrsbetriebe oder Verkehrsverbünde kaufen. Jede Fahrt muss mit der App vor Fahrtbeginn gekauft werden. Dazu muss die Start- und Endhaltestelle bekannt sein. Einzelkarten sind im ÖPNV relativ teuer. Eine Einzelfahrkarte in Oldenburg kostet 2,90 Euro. Bei zwei Fahrten ist man schnell 6 Euro los. Dafür kann man dann auch Parkgebühren zahlen. ÖPNV werde ich ohne Deutschlandticket wohl nur im Ausnahmefall nutzen. Zu kompliziert und zu teuer!
  • Rad oder zu Fuß – Als Alternative zum ÖPNV könnte ich auch auf mein Klapp-Ebike setzen. Es lässt sich im Auto und Zug leicht mitnehmen. Von Bremen Hauptbahnhof und Osnabrück-Altstadt. Bahnhof ist man allerdings recht schnell auch zu Fuß in der Innenstadt. Aber ich könnte das Rad benutzen, um vom P+R Parkplatz in die Innenstadt zu fahren.

Fazit: Auf das Deutschlandticket zu verzichten bedeutet für mich, auf Mobilität zu verzichten. Fahrten mit Bus und Bahn müssen vorher sorgfältig geplant werden. Spontan in Bus und Bahn einsteigen und losfahren geht nicht mehr. Der ÖPNV wird für mich ohne Deutschlandticket absolut unattraktiv. Daher lohnt sich der Verzicht aufs Deutschlandticket für mich nur in den absoluten Wintermonaten, in denen man vielleicht nur selten nach Bremen, Oldenburg oder Osnabrück fahren möchte und sonst eher zuhause bleibt.

Ich weiß nicht, was die sich in der Politik da so ausdenken. Eine Verteuerung des Deutschlandtickets führt nur dazu, dass weniger Leute Bus und Bahn benutzen, mehr Einnahmen wird es nicht in das System bringen.

Was kommt, wenn das Deutschlandticket floppt?

Die Zukunft des Deutschlandtickets bleibt weiterhin ungeklärt. Dabei geht es hauptsächlich um die Finanzierung der Flatrate. Kommunen, Länder und der Bund streiten sich darüber, wer das wachsende Defizit ausgleicht. Verschärft wird dies dadurch, dass in Deutschland das einheitliche Nahverkehrsticket an einem festen monatlichen Preis gekoppelt ist, aber die Kosten zum Beispiel für das Personal ständig wächst, nicht zu letzt aufgrund starker Gewerkschaften und hohem Grad an Tarifbindung in dem Sektor. Hinzu kommen die steigenden Ausgaben für den Erhalt und die Modernisierung öffentlicher Verkehrsangebote. Das vorprogrammierte Finanzloch könnte dazu führen, dass das Deutschlandticket in seiner jetzigen Form abgeschafft wird. Was wäre die Alternative für das jetzige Deutschlandticket?

Da lohnt sich der Blick in andere Länder. Ich war letztens in Brünn. Dort kann man mit einer Chipkarte, App oder auch direkt mit Kreditkarte fahren. Dazu muss man sich vor Fahrtantritt einloggen und vor dem Austieg ausloggen. In Straßburg funktionierte es ähnlich mit App oder Chipkarte. In den Niederlanden kann man mit der OV-Chipkaart landesweit jeden Zug oder jede Straßenbahn nutzen.

Falls in Deutschland das Deutschlandticket mit günstigem Monatstarif abgeschafft wird, sollte auch in Deutschland ein einheitliches Ticketsystem eingeführt werden, bei dem man mit Kredit- oder Chipkarte jedes Nahverkehrsmittel nutzen kann. Am besten mit einer Chipkarte und Tarifen, die bei einer häufigen Nutzung günstige Rabbatpreise bis zu einer monatlichen Höchstgrenze abrechnet. Zugleich sollte die Chipkarte übertragbar sein und man müsste damit auch mehrere Personen (Familie) zu günstigen Preisen mitnehmen können. Dann könnten es Familien und Wohngemeinschaften gemeinsam nutzen und das neue Ticket würde für weitere Zielgruppen interessant, die mit dem jetzigen Deutschlandticket nicht erreicht werden.

Parkautomaten in Cloppenburg abgebaut

Heute war ich am Parkplatz an der Bürgermeister-Winkler-Straße in Cloppenburg. Ein Mann, der dort parken wollte, suchte verzweifelt den Parkautomaten. Überall gab es Schilder „Parken Sie per App!“ Nur Parkautomaten gab es keine mehr.

Ich half dem Mann, einen Automaten zu finden, nur an den Stellen, wo sie sich eigentlich befanden, waren sie abgebaut. An Stelle der Automaten waren nur noch abgeschnittene Kabel am Boden zu sehen.

Abgebauter Parkautomat

Der Mann war ziemlich verärgert. Geht Parken in Cloppenburg nur noch per App? Es gab kein Schild, welches die Bürger aufklärte, ob die Automaten nur kurzfristig oder dauerhaft entfernt wurden. Am einzigen Automaten an der Straße hing ein Schild defekt und ein kleiner Hinweis „Parkscheibe reinlegen“.

Schafft Cloppenburg die Parkautomaten komplett ab? Wahrscheinlich nicht. Aber möglich wäre es durchaus, dass die Städte die Parkgebühren bald nur noch digital einziehen. Das würde für sie eine erhebliche Kosteneinsparung bedeuten. Die Wartung der Automaten würde entfallen. Für die Bürger würde es aber ein weiteres Beispiel des Digitalzwangs sein. Ohne Handyapp und personalisierte Abrechnung der Dienstleistung könnte man dann diese Parkplätze nicht mehr nutzen. Dritte Firmen hätten aber damit die Möglichkeit, die Nutzungsdaten (Parkdauer, Standort, Häufigkeit und Nutzer der App) auszuwerten und zu vermarkten. Es wäre ein weiterer Schritt zum gläsernen Bürger.

Eine Frau, die sich ebenfalls über die fehlenden Automaten ärgerte, brachte es auf dem Punkt. „Sie schaffen bald auch das Bargeld ab, weil die alles wissen wollen.“

Mein neues Deutschlandticket ist eingetroffen – als Chipkarte

Nach meinem Ärger mit der Deutschen Bahn ist nun mein neues Deutschlandticket als Chipkarte bei mir eingetroffen. Ich hatte es letzte Woche bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) bestellt, und schon heute ist die neue Karte da, die ich dann ab nächsten Monat wieder nutzen kann. Mit diesem Ticket kann nich dann wieder den gesamten Nahverkehr und ÖPNV in ganz Deutschland nutzen.

Seit erst wenigen Tagen kann ich nicht mehr auf mein Account bei der Deutschen Bahn zugreifen. Damit gingen dort alle digitalen Tickets einschließlich des Deutschlandtickets verloren. Trotz mehrerer Anrufe und Austauschs von Emals konnte das Problem nicht gelöst werden. Es gelang mir aber, das Deutschlandticket bei der DB zu kündigen. Mein neues Deutschland kann ich nun ganz unabhängig von meinem Smartphone nutzen.

Natürlich kann man auch eine Chipkarte verlieren, aber in Bremen befindet sich das BSAG-Kundencenter in der Innenstadt, es ist problemlos auch per Internet und Telefon erreichbar und hoffentlich gibt es dort einen wesentlich besseren, persönlicheren Service als bei der DB. Zumindest dieses Jahr kann ich dann noch vom unkomplizierten Fahren mit dem Deutschlandticket profitieren. Wie es im nächsten Jahr weiter geht, weiß ich noch nicht.

Die Bahn blockiert meinen Kundenaccount

Seit letzten Donnerstag kann ich nicht mehr auf meinen Account bei der Deutschen Bahn zugreifen. Weder über die DB Navigator App noch über die Website der Deutschen Bahn. Nachdem ich bei meinem „Login“ Benutzernamen und Passwort eingegeben hatte, musste ich zur Verifizierung eine Zahlenfolge eingeben, die mir per Email zugeschickt wurde. Als ich diese Zahlenfolge eingab, erschien eine Fehlermeldung: Es tut uns leid, ein interner Serverfehler ist aufgetreten.

Soweit, so schlecht. Natürlich habe ich das mehrmals versucht, unter anderem auch mit meiner Email als Benutzernamen. Zuletzt bekam ich die Meldung: „Sie haben sich zu oft angemeldet“. Beim Anruf bei der Hotline wurde mir mitgeteilt, dass mein Fall an die zuständigen Stellen weitergeleitet werde. Die Störung könne wohl zwei Stunden dauern. Als ich beim zweiten Mal bei der Hotline wegen meines Anliegens nachfragte, wurde ich mehr oder weniger unfreundlich abgefertigt. Ich müsse Geduld haben, es könne mehrere Tage dauern, bis mein Anliegen bearbeitet werde.

Ich erklärte der Mitarbeiterin, dass ich nun weder meine digitale BahnCard noch mein digitales Deutschlandticket nutzen könne und so faktisch von der Nutzung der Bahn ausgeschlossen sei. Die Dame sagte mir, ich könne mir ja anderweitig eine Bahnkarte kaufen

Ich habe bislang von der Bahn weder eine Bestätigung meines Falls via Email noch eine Reaktion erhalten, wann ich auf meinen Kundenaccount zugreifen kann. Außer der Hotline gibt es keine weitere Möglichkeit, den Kundenservice der Deutschen Bundesbahn zu erreichen. Auch ist es mir nicht einmal möglich, mein Deutschlandticket bei der Deutschen Bahn zu kündigen. Der Digitalzwang wird zur digitalen Zwangsabhängigkeit und zum Albtraum für mich.

In den Nutzungsbedingungen des Kundenkontos heißt es:

Wir können nicht gewährleisten, dass das Kundenkonto jederzeit unterbrechungsfrei über alle Touchpoints verfügbar ist und fehler- und störungsfrei funktioniert. Aufgrund von technischen Umständen, die möglicherweise nicht in unserem Einflussbereich liegen, kann es zu Ausfällen, insbesondere zu einer zeitweisen kompletten oder teilweisen Nichterreichbarkeit kommen. Dies gilt auch im Falle von Wartungsmaßnahmen in einem angemessenen Umfang. Sie haben keinen Anspruch darauf, dass Sie das Kundenkonto jederzeit nutzen können.

Ohne ein digitales Kundenkonto ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrsmittels Bahn fast gar nicht mehr möglich. Stationäre Verkaufsstellen für Bahntickets gibt es fast gar nicht mehr. Die Bahn kann dann nur noch über die Fahrkartenautomaten genutzt werden, die auch immer weniger verfügbar sind.

Update (10.02.2025): Gestern habe ich meinen Fall auf die Facebookseite der Deutschen Bahn gepostet und erhielt als Reaktion die lapidare Antwort, ich solle mich an die Hotline wenden (toll!) oder eine Email an fahrkartenservice@bahn.de schicken.
Inzwischen habe ich von der Bahn eine Email zugeschickt in der ich gebeten werde die Daten meines Smartphones, des Betriebssystems, der Version der App und was weiß ich auch noch alles senden soll.

Ich teile mit, dass ich ein Google Pixel mit dem Betriebssystem GrapheneOS und die DB Navigator sowie den Firefox Browser sowohl auf meinem IPad als auch meinem Ubuntu Notebook nutze.

Als Antwort erhalte ich die Aufforderung, den Safari auf meinem IPad und den Chrome in den Einstellungen als Standardbrowser einzurichten. (Unglaublich!)

Inzwischen fand ich heraus, dass ich das Deutschlandticket über ein Kündigungsformular kündigen kann. Das habe ich gemacht und warte nun darauf, dass mein Deutschlandticket bei der Deutschen Bahn gekündigt wird. Die Bestätigung meiner Kündigung war nach wenigen Minuten in meinem Emailpostfach.

Mein neues Deutschlandticket als Chipkarte bei der BSAG ist auch bestellt.

Ich habe mir jetzt mit der gleichen Emailadresse (und meiner Emailadresse als Benutzername) ein neues Kundenkonto eingerichtet. (Das geht bei bahn.de!) Damit ist der Fall für mich erst einmal erledigt. Mit dem neuen Account kann ich dann meine Fernverkehrstickets kaufen. Den DB Navigator werde ich nicht mehr benutzen, die Tickets werde ich ausdrucken. Meine Nahverkehrsfahrten werde ich ab nächsten Monat mit dem Deutschlandticket der BSAG (Bremer Straßenbahn AG) abwickeln.

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