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Vortrag Bastian Ernst: Wie verteidigungsbereit sind wir in Europa?

Im Bürgerhaus Holdorf sprach auf Einladung der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Vechta, der Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst (CDU) zum Thema Verteidigung. Ernst ist Bundestagsabgeordneter für Delmenhorst, der Wesermarsch und Oldenburg-Land. Außerdem ist er Mitglied im Verteidigungsausschuss und seit kurzer Zeit Vorsitzender des Reservistenverbandes.

Sein Plädoyer war, Europa müsse schnellstmöglich wieder verteidigungsfähig werden. Die Werte der Freiheit und der Demokratie würden durch Russland erheblich bedroht. Die Bundeswehr sei eine wichtige Stütze der Demokratie, sei aber aufgrund einer verfehlten Politik nicht mehr verteidigungsfähig. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion glaubte man sich nur noch von Freunden umgeben. An Ausrüstung wurde immer mehr gespart, die Bundeswehr wandelte sich von einer Verteidigungsarmee zu einer Armee für internationale Einsätze. Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, was die Bundeswehr weiter personell geschwächt habe. Nicht nur die miltärische Ausrüstung, sondern auch die Infrastruktur sei ausverkauft worden. Grundstücke und Kasernen wurden in Wohngebiete und Wohnungen verwandelt.

Mit dem aggressiven militärischen Angriff Russlands auf die Ostukraine und der militärischen Annexion der Krim im Jahr 2014 und spätestens mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 sei es zu einem schrittweisen Umdenken in Deutschland gekommen. Verstärkt werde dieser Prozess durch die veränderte weltpolitische Lage. Das transatlantische Verhältnis zur USA habe sich unter Präsident Trump gewandelt. Deutschland könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf den Schutz durch die USA verlassen, sondern müsse selbst für seine Verteidigungsfähigkeit sorgen. Ernst plädierte aber dafür, dass die Europäische Union (EU) sich aus einer Position der Stärke weiterhin für den Fortbestand der transatlantischen Sicherheitspartnerschaft einsetzt.

Eine starke und geeinte EU bleibe für die USA im eigenen Interesse ein unverzichtbarer Partner. Deshalb müsse der atomare Schutzschirm müsse auch in Zukunft von den USA gewährleistet werden, betont Ernst und sprach sich gegen eine atomare Aufrüstung Deutschlands und der EU aus. Deutschland habe aber eine besondere Verantwortung und müsse eine Führungsrolle in Europa übernehmen: „Die Länder um uns herum erwarten von Deutschland einen Beitrag für die Verteidigungsfähigkeit,“ sagte Ernst.

Entscheidend sei aber, dass Deutschland in seine Verteidigung investiert. Dazu müsse für die notwendige Infrastruktur, eine moderne Ausrüstung und ausreichend militärisches Personal gesorgt werden. Laut Ernst braucht die Bundeswehr 260.000 aktive Soldaten und ca. 200.000 Reservisten. Dies soll zunächst durch den freiwilligen Wehrdienst gewährleistet werden. Falls dies nicht gelingt, müsse auch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden, fordert Ernst. Außerdem muss die Reserve für den Heimatschutz wieder aufgebaut werden.

Die Bundeswehr wird in den nächsten Jahren wieder deutlicher präsent werden, so Ernst. Die Bevölkerung müsse sich auf mehr Übungen von Nato-Soldaten einstellen. Die allgemeine Haltung der Bevölkerung zur Bundeswehr habe sich in jüngster Zeit erfreulich positiv entwickelt. Aber in großen Teilen der Gesellschaft fehle es in Deutschland noch an der Bereitschaft, selbst etwas die eigene Verteidigung Verantwortung zu übernehmen. Ganz anders sei dies in den skandinavischen, baltischen Staaten und dem Nachbarland Polen. Dort meldeten sich viele freiwillig zur Armee, im Bewusstsein, dass sie sich und ihre Angehörigen vor Russland schützen müssten. Die Polen und die Balten seien ein Vorbild für Deutschland, meinte Ernst.

Beeindruckt war Ernst auch von seinen Erfahrungen, die er in der Ukraine sammelte. In Lemberg und in Kiew sah er selber die Einwirkungen des Krieges auf die Menschen und verbrachte auch einige Nächte im Schutzraum. Russland führe seinen Krieg gegen die Bevölkerung und zerstöre Wohnhäuser und Krankenhäuser. Trotz ihres Leidens hielten die Ukrainer aber daran fest, ihre Heimat gegen den Agressor zu verteidigen, berichtete Ernst.

Im Anschluss der Rede wurde mit dem Abgeordneten Ernst noch angeregt über die sicherheitspolitische Lage diskutiert.

Beitragsbild: Bundestagsabgeordnerter Bastian Ernst beim Vortrag der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Vechta. (Foto: Rosenbaum)

Kann alkoholfreies Bier eine Alternative sein?

Eigentlich gehört Alkohol zum Bier wie Koffein im Kaffee. Zuviel des Guten ist allerdings schädlich. Mit zunehmendem Alter muss man maßvoll mit Genussmittel sein. Fettarmes Essen, weniger Alkohol, weniger Zucker und maßvoller Genuß von koffeinhatigen Getränken ist spätestens nach dem Eintritt von ernsthaften gesuchheitlichen Problemen angesagt. Ich bin gerade auf der Suche nach alkoholfreiem Bier, das mir schmeckt und habe ein paar Biersorten ausprobiert. Wenn man, wie ich, passionierter Biertrinker ist, ist alkoholfreies Bier schon eine Herausforderung. Ein leckeres Alkoholfrei zu entdecken, erweist sich für mich als nicht so einfach, wie unten stehende Liste zeigt. Natürlich ist das Geschmackssache und daher ein rein subjektiver Meinungsbeitrag von mir. Daher soll dies keinesfalls ein Werbebeitrag für eine bestimmte Marke sein. Im Geschmack scheiden sich bekanntlich die Geister. Und nun zu meinen Test:

Krombacher 0,0%

hat mich nicht überzeugt. Mag ich nach der zweiten Flassche nicht mehr trinken

Störtebecker Frei-Bier

Ich trinke sehr gerne das alkoholhaltige Atlantic-Ale von Störtebecker. Herb, frisch und rund. Aber beim Frei Bier fehlt mir die Note.

Neumarkter Lammsbräu Bio alkoholfrei

Nach etwas Gewöhnung gefällt mir das Lammsbräu vom Geschmack her bei den alkoholfreien Bieren bislang am besten.

Jever Fun

Wer herbes Jever mag, mag sicher auch das frische Jever Fun. Zur Erfrischung trinke ich mal gerne eins, aber nicht unbedingt mehr, dafür ist es mir zu herb und mir fehlt es dann doch an Note.

Bitburger 0.0% alkoholfrei

Isotonisch, Vitaminhaltig, Alkoholfrei. Das ist die Werbung für Bitburger 0,0%. Nun erwartet niemand von Bier, dass es ein Vitamingetränk ist. Mehrere alkoholfreie Biere werben wie Bitburger damit, dass es isotonisch sei, also die Flüssigkeit gut verdaulich sei. Das ist schön, aber deshalb trinkt niemand das Genussmittel Bier.

Oettinger alkoholfrei

Oettinger alkoholfrei stillt den Durst. Nach einer Flasche bin ich satt, habe aber auch genug. Kann man trinken, aber sticht für mich nicht heraus.

Becks alkoholfrei

Das Becks alkoholfrei ist auch relativ geschmacksfrei. Besonders, wenn das Bier wärmer wird, weil man es nicht so schnell trinkt, schmeckt es nicht mehr.

Pülleken alkoholfrei

Letztens war eine Vermarktung von Pülleken Bier. Dort bekam ich eine Flasche alkoholfrei geschenkt. Ich mag durchaus mal so eine kleine Knubbelflassche mit eine der alkoholhaltigen Sorten, aber das alkoholfreie Bier spricht mich nicht an.

Erdinger alkoholfrei

Erdinger alkoholfrei gibt es oft auf Festen oder in Gastwirtschaften als alkoholfreie Alternative. Es wird teilweise sehr hochgelobt. Allerdings ist es auch durchaus süffig und malzig.

Ols 0,0% nüchtern

Als gebürtiger Oldenburger und Fan der Oldenburger Brauerei trinke ich gerne mal eine Flasche erfrischendes alkoholhaltiges Ols Bier naturtrüb. Das hat eine frische Hopfenwürze aber auch einen angenehmen Malzgeschmack. Beides fehlt mir aber bem Ols nüchtern, als alkoholfreie Alternative fällt es bei mir durch.

Flensburger Frei

Gebraut mit Küstengerste und Wasser der Flensburger Gletscherquelle, eben ein echtes Flensburger Pilsener, nur ohne Alkohol, so wird dafür geworben. Ich ziehe auf den ersten Schluck das Flens mit Alkohol vor. Das Flensburger Frei sagt mir, ein echtes Flensburger braucht Alkohol. Obwohl, auf den zweiten Schluck ist es gar nicht so schlecht. Es ist ganz gut trinkbar, wenn man dazu was isst.

Fazit

Kann alkoholfreies Bier eine Alternative zu echtem Bier sein? Nicht wirklich. So richtig begeistert hat mich kein Bier ohne Alkohol. Andererseits – wenn man kein Alkohol trinken darf oder möchte, bleibt nur wenig andere Alternativen zum alkoholfreien Bier. Niemand trinkt einen ganzen Abend Apfelsaftschorle oder Saft. Geschweige denn Sprudel oder Cola. Wegen des Zuckergehaltes sind letztere Getränke die noch schlechtere Alternative. Am besten unter den Alkoholfreien gefielen mir bis jetzt am ehesten das Neumarkter Lammsbräu, das Flensburger Frei und das Erdinger Alkoholfrei. Ich werde noch weiter testen. Vielleicht wird dann ja ein alkoholfreies Bier doch zur Alternative zum „echten“ Bier.

Warum WhatsApp kein sicherer und privater Messenger Dienst ist

WhatsApp wird heute gerne genutzt, um etwas bekannt zu geben. Informationen werden gerne in Gruppen geteilt. Dabei wird oft vergessen, dass WhatsApp längst kein privater Messengerdienst ist sondern ein soziales Netz. Beiträge auf WhatsApp können jederzeit an Dritte weiter geleitet werden. Dies gilt übrigens nicht nur für Beiträge in Gruppen sondern auch für Beiträge in jedem privaten Chat.

Leider hat WhatsApp schon seit längerer Zeit abgestellt, den Namen des originalen Verfassers geteilten Beiträgen hinzuzufügen. So erhielt ich über ein Mitglied meiner Gruppe eine geteilte Bekanntmachung, dass der Dinklager Bürgermeister Putthoff zurückgetreten sei. Signiert wurde sie angeblich vom Ratsvorsitzenden Robert Blömer.

Auf Nachfrage teilte unser Gruppenmitglied mit, dass er diesen Beitrag von einem „zuverlässigen“ Bekannten erhalten habe, also gar nicht von Robert Blömer selber. Falls Blömer selber diesen Beitrag per WhatsApp in seine Gruppe geteilt hat, kann er nicht mehr kontrollieren, ob dieser Beitrag außerhalb seiner Gruppe weiter verbreitet wird. Umgekehrt können die Empfänger, denen der Beitrag weitergeleitet wurde, nicht sicher sein, dass Robert Blömer tatsächlich Verfasser dieses Beitrags war. Der Name des ursprünglichen Verfasser steht nicht im geteiltem Beitrag.

Man kann die Weiterleitung von Beiträgen in WhatsApp nicht global verhindern. Deshalb sollte man Informationen, die nicht außerhalb einer WhatsApp Gruppe verbreitet werden sollen, nie auf WhatsApp verbreiten. Und man sollte geteilte Beiträge immer mit Misstrauen entgegennehmen. Wer hat den Beitrag verfasst? Ist der Inhalt wirklich wahr?

In diesem Falle handelt es sich offenbar um keine Falschnachricht. Der Dinklager Bürgermeister hat laut OM-Medien tatsächlich seinen Rücktritt erklärt. (Oldenburgische Volkszeitung vom 27. April). Ob Robert Blömer aber tatsächlich Verfasser dieses in der WhatsApp geteilten Beitrags war, bleibt offen.

Beitragsbild: Screenshot des weiter geleiteten WhatsApp Beitrags, angeblich von Robert Blömer signiert.

Anruf von der Bank, die mal hier zu Hause war

Meine Bank hat die Filiale in meinem Dorf längst geschlossen, sie schließt zunehmend auch die letzte Filiale in der näheren Umgebung. Ihr wisst sicher schon, welche Bank ich meine. Die Bank mit dem grünen Logo. Wenn ich mit der Bank Kontakt aufnehmen möchte und nicht in die Filiale in die Stadt fahren will, muss ich das Internet benutzen oder eine Hotline anrufen. Mein langjähriger Kundenberater, mit dem ich bislang meine Geldanlagen geregelt habe, wurde nun offenbar auch ausgewechselt. Dies erfuhr ich per Zufall, durch einen Telefonanruf. Mein alter Bankberater hat sich bislang nicht bei mir verabschiedet. Auch ein Schreiben von der Bank, dass ich ab sofort von einem neuen Berater betreut werde, bekam ich nicht. Das ist der Rest von einem persönlichen Service dieser Bank.

Letztens erhielt ich einen Anruf vom CallCenter meiner Bank. Eine freundliche Dame rief an und fragte, ob ich einen Termin mit meinem Kundenberater Herrn Sowieso wünsche. Ich antwortete, dass ich Herrn Sowieso nicht kenne. Mein richtiger Kundenberater ist der Herr MitAnderemNamen. Die CallCenterAgentin war nun ganz verwirrt. Offenbar wusste sie nicht, dass der Herr Sowieso erst ganz kurzfristig von der Bank mir zugeteilt wurde. Ich bat sie, sich mal darum zu kümmern, wer mein Kundenberater ist, und legte auf. Darauf hin schaute ich in meine aktuellen Bankauszüge und stellte fest: Die Telefon-Agentin hatte offenbar tatsächlich Recht! Auf den Auszug, den ich tags vorher in meinem Online Banking zugestellt bekam, stand der Name des neuen zuständigen Beraters!

Der neue Stil der Bank ist, ihre Kunden mit CallCentern zu „betreuen“, um mit den Bankkunden Termine mit ihren Beratern vermitteln, die dann die Geldanlagen an die Kunden verkaufen sollen. Das ist nicht mein Stil! Ich habe lieber persönlichen Kontakt. Bislang rief mein alter Kundenberater selber bei mir an, um mit mir einen Termin zu vereinbaren. Nun macht dies das CallCenter aus der Stadt. Allerdings; Weiß ich, ob meine Bank oder ein Krimineller anruft? Wenn ein wildfremder Mensch anruft, kann man nie sicher sein. Selbst Telefonnummern können täuschen. Ich bin Boomer und damit Zielgruppe von Kriminellen, die gerne mich überzeugen wollen, dass mein Geld, am besten bar, bei ihnen in besten Händen ist!

Das Telefon wird mir immer suspekter. Immer häufiger werden Telefonanrufe für kriminelle Aktivitäten missbraucht, zum Teil wird berichtet, dass sogar mit KI Stimmen gefälscht werden. Theoretisch ist es denkbar, dass man von einem Bankmitarbeiter enen Anruf bekommt, der mit Hilfe künstlicher Intelligenz gefälscht wurde. So kann man sich nicht darauf verlassen, dass ein Telefonanruf sicher ist.

Ich habe darum nun wieder alle Anrufbeantworter für Festnetz- und Mobilnummer angeschaltet. Freunde und natürlich auch mein neuer Bankberater können mir gerne eine Nachricht auf meine Mailbox aufsprechen. Ich rufe dann selber bei meinen Freunden oder bei der OLB zurück. CallCenter und Kriminelle lieben Anrufbeantworter nicht. Jedenfalls sprechen sie keine Nachricht drauf. Damit bleiben sie dann außen vor. Alle anrufenden Nummern werden von mir regelmäßig gecheckt. Unbekannte Vorwahlen und Nummern, die nach Callcentern aussehen, werden von mir gesperrt.

Beitragsbild: Das Haus, in dem viele Jahre lang die OLB-Filiale war, wird heute von einem Gastronomiebetrieb genutzt. (Foto: Rosenbaum

Den Autoposern die Show stehlen

Seit Tagen sind Autoposer das Thema der Kreisstadt Vechta. Sie demonstrieren ihre Autos nicht nur lautstark sondern führen laut Bericht von OM Medien auch Autorenen durch, sogar in der Großen Straße. Beliebt als Treffpunkte für Autofanatiker warem Parkplätze von Einkaufszentren. In Vechta stehen schon fast auf allen Parklätzen von Supermärkten und Discountern Schilder mit Einfahrtsverbot von Motorrädern und Autos von 22 bis 6 Uhr. Dies soll laut Bericht gewirkt haben, die Autoposer Scene wurde dort weitgehend verdrängt. Dennoch treiben sie weiter ihr Unwesen in Vechta und treffen sich anscheinend woanders.

„Die Autoposer wollen gesehen werden. Und Vechta bietet die Bühne“, heißt es im Artikel. Ich verstehe nicht, dass man diese Bühne den Autoposern nicht entzieht, indem man abends die Straßen für den öffentlichen Verkehr sperrt. Nur Anlieger dürfen dann die Vechtaer Einkaufsmeile befahren. Damit würden die Autoposer auch aus der Großen Straße verdrängt. Man könnte das mit Nachdruck auch durchsetzen, indem man Poller nachts ausfährt, zum Beispiel am Neuen Markt oder an der Einmündung Marschstraße in die Große Straße (Gastwirtschaft Banane). Wenn man den Bereich, wo das Nachtleben stattfindet, den Autoverkehr unterbindet, ist auch die Show mit den Autoposern verbei.

Wer beim nächtlichen Autorennen durch die Stadt erwischt wird, sollte nach meiner Meinung für eine längere Zeit den Führerschein abgeben. Dann hat derjenige Gelegenheit, das Anrufbussystem Moobil plus in Vechta auszuprobieren. Das entschleunigt ungemein! Nachts rollt kein Anrufbus durch Vechta.

Ich glaube aber nicht, dass daraus was wird. Denn ein bisschen lebt Vechta ja auch vom Nimbus der autofreundlichen Stadt, in der man sich gerne auch mit dem Auto zeigen darf. Sehen und sich sehen lassen bringt Leute und Leben in die Stadt. Sonst würde man die Große Straße viel stärker verkehrsberuhigen. Da gäbe es durchaus Möglichkeiten, zum Beispiel mit Bodenschwellen und häufigere Nutzung als Fussgängerzone. Denn auch tagsüber rollen gerne Möchtegernstarke mit ihren PS-Boliden durch die Vechtaer Einkaufsmeile, um Aufmerksamkeit bei dem Publikum zu erregen. Gerne lässt man dabei auch mal den Motor aufheulen, um Kante zu zeigen.

Die CDU und Erneuerbare Energie

Will die CDU die Energiewende vorantreiben oder wird es mit der CDU eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik geben? Klar ist die Position zumindest auf Bundesebene nicht mehr. Aus Berlin kommen deutliche Signale, dass man Erneuerbare Energie zurückfahren will, zugunsten angeblich kostengünstigere fossiler Energie. Solaranlagen und Windkraftanlagen soll sogar der Hahn abgedreht werden. Sie liefern angeblich zu viel Energie im falschen Moment. So ähnlich lauten die Argumente, die man von der Bundeswirtschaftsministerin Reiche hört.

So sollen Betreiber von privaten Solaranlagen in Zukunft keine Vergütung mehr für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz erhalten sondern sogar dafür bezahlen. Und Windkraftanlagen werden abgeschaltet, anstatt dass man die günstige Energie speichert und nutzt. Stattdessen soll auf Kernenergie (Kernfusion) und Erdgas gesetzt werden.

Kernfusion wird allerdings erst in Jahrzehnten wirtschaftlich nutzbar werden, falls überhaupt. Und ob Kernkraft überhaupt politisch durchsetzbar ist, bleibt ebenso fraglich. Bislang gibt es kein Endlager. Bevor nicht hier eine Lösung gefunden wurde, ist es nicht nachhaltig, wieder auf (herkömmliche) Kernkraft zu setzen. Es ist nicht absehbar, dass in Deutschland die Bevölkerung für den Einsatz der Kernkraft überzeugt werden kann. Daher ist es falsch, wieder auf eine Technik zu setzen, von der wir uns bereits aus guten Gründen verabschiedet haben. Auch ich bin gegen Kernkraft!

Erdöl und Erdgas sind und bleiben unsicherere Rohstoffe und werden in Zukunft immer teurer werden. Sie sollten allenfalls für die Industrie benutzt werden, nicht aber zur Erzeugung von Strom und Wärme oder für Verbrennungsmotoren von PKW. Leider verkauft uns dies die Bundes-CDU sogar unter dem Unwort „Technologieoffenheit“! Auch der Strukturwandel in der Automobilindustrie lässt sich nicht durch Festhalten an der Verbrennertechnologie aufhalten.

Es ist ein Skandal, dass Windkraft- und Solaranlagen abgeschaltet werden, anstatt dass man den produzierten Strom speichert oder nutzt. Zum Beispiel mit Elektrolyseuren oder Batteriespeichern. Stattdessen sollen Eigentümer von privaten Solaranlagen sogar Einspeisegebühren für ihren produzierten Strom zahlen. Das ist Energiewende rückwärts.

Luft und Sonne liefern dagegen pausenlos preiswerte Energie, die außerdem noch dezentral aus Bürgerhand produziert werden kann. Meine Gemeinde Bakum beweist dies bereits und setzt auf Erneuerbarer Energie. In Zukunft soll die Wirtschaftsentwicklung maßgeblich von preiswerter Erneuerbarer Energie profitieren. In unmittelbaer Nähe zu Gewerbegebieten sollen Windkraftanlagen direkt für stromintensive Betriebe produzieren. Die Gemeinde Bakum will Strom aus eigenen Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen nutzen und die Betriebe und Einwohner mit günstigem Strom versorgen.

Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck (CDU) arbeitet daran intensiv. Möglich werden soll dies durch Energy Sharing, erklärte er zuletzt bei einer CDU Versammlung in Vestrup. Ab 1. Juni 2026 wird Energy Sharing möglich. Das Interesse an preiswertem Strom aus Windkraft, Biomasse und Solarenergie ist riesig, teilte Averbeck mit. Sogar Betreiber von Rechenzentren hätten ihr Interesse bekundet. Die Gemeinde Bakum speist jetzt schon doppelt so viel Strom ins öffentliche Netz ein, wie in der Gemeinde Bakum verbraucht wird. Und es sollen weitere Windkraftanlagen in der Gemeinde Bakum entstehen, die die örtlichen Betriebe preiswert mit Energie versorgen. Und wenn kein Wind weht, sorgen Biomasseanlagen für günstigen Strom.

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Konzept auch die Energiegenossenschaft Bakum. Im Vorstand und Aufsichtsrat sitzen auch Mitglieder der Bakumer CDU, darunter der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Ingo Ruhe. Die Bakumer CDU hat das Potential aus Erneuerbarer Energie für die lokale Wirtschaft erkannt. Günstige Energie ist Voraussetzung für die Ansiedlung von Betrieben und Erhalt von sicheren Arbeitsplätzen.

Was hält Bürgermeister Tobias Averbeck von den jüngsten Signalen der Bundes-CDU zu Erneuerbarer Energie, zum Beispiel von der Wirtschaftsministerin Katharina Reiche? Das fragte ich ihn auf der CDU Versammlung. Bürgermeister Tobias Averbeck antwortete, dass er auch in Sozialen Medien kein Blatt vor dem Mund nimmt, dass er die aktuelle CDU-Energiepolitik für falsch hält. Er bedauert, dass die Pläne der Gemeinde Bakum bei rot-grünen Politikern auf großes Interesse stießen, bislang aber nur wenige CDU-Politiker in Bakum informiert hätten. Wer aber sich darüber informiert habe, was Bakum im Bereich Erneuerbarer Energie und Wirtschaftsentwicklung plant, sei begeistert.

Auch die CDU bekennt sich bislang zur Einhaltung der Pariser Klimaziele und den Ausbau der Erneuerbaren Energie. Richtig ist es, dies marktwirtschaftlich umzusetzen. Hierbei kann die Bundes-CDU von der kleinen Gemeinde Bakum eventuell lernen. Hier entsteht ein Konzept, wie man Erneuerbare Energie zum Wohl der lokalen Wirtschaft nutzen will.

Beitragsbild: Der Bakumer Bürgermeister Tobias Averbeck bei einer Bürgerversammlung in Lüsche (Foto: Rosenbaum)

CDU Bakum stellt Kandidaten für die Kommunalwahlen auf

In Niedersachsen finden am 13. September 2026 die Kommunalwahlen statt. Der CDU-Gemeindeverband meines Wohnortes Bakum will weiterhin die Volkspartei mit großer Mehrheit bleiben. Dieses Signal wurde auf der Aufstellungsversammlung im Gasthof Hönemann in Vestrup gegeben.

Die neue CDU-Vorsitzende Martina Spille freute sich, dass 130 CDU Mitglieder an dieser Versammlung teilnahmen. Es hätten sich 20 Frauen und Männer aus allen Teilen Bakums bereit erklärt, sich um die Kandidatur für den Gemeinderat oder den Kreistag zu bewerben, sagte sie. Paritätisch bewarben sich jeweils 10 Frauen und 10 Männer, davon drei Kandidatinnen für den Kreistag sowie 7 Kandidatinnen und 10 Kandidaten für den Gemeinderat.

Entgegen den Trend gewann die CDU 15 neue Mitglieder, gab Vorsitzende Spille außerdem bekannt. Und noch etwas läuft in Bakum besser als anderswo: Alle Kandidaten werden in ihrer Reihenfolge von den Mitgliedern in Urwahl aufgestellt. In anderen Stadt- und Gemeindeverbänden stimmen die Mitglieder nur über einen Wahlvorsschlag ab oder wählen nur einen Teil der Bewerber in Urwahl.

Der CDU Bakum gelang es, neue Bewerber zu gewinnen, die in Bakum Zugkraft haben. Dazu zählt der Unternehmer Markus Moormann, der auch Vorstandsmitglied des Sportvereins SC Bakum ist. Er kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat und gewann gemeinsam mit dem Lüscher Ingo Ruhe bei der Urwahl die meisten Stimmen und somit den ersten Listenplatz.

Auch Christiane Beverborg ist als Mitglied im Orgateam für das Sportler gegen Hunger Winterfest in Bakum vielen Bakumerinnen und Bakumern bekannt. Sie ist eine von vielen neuen Kandidatinnen und kandidiert für den Kreistag. Sie soll an die Stelle von Thomas Hoping treten, der nicht wieder für den Kreistag kandidiert. Martina Spille und Anne Ellmann, die schon lange Bakum im Kreistag vertreten, kandidieren ebenfalls wieder für den Kreistag.

Erstmalig für den Gemeinderat kandidieren neben Markus Moormann Chrstiane Brinkhus, Johanna Jost, Birgit Ostendorf, Uwe Scheele, Jens Schlotmann, Hartmut Scholz und Raffaela Spille. Alles Namen, die in der Bakumer Vereinswelt einen Klang haben. Sie sollen Werner Beckermann, Christoph Eiken, Andrea Hoping-Bokern, Helmut Quatmann, Tobias Ruhe und Dennis Vaske ersetzen, die nicht wieder für den Gemeinderat kandidieren werden. Erneut kandidiert auch Dr. Gabriele Grieshop für den Gemeinderat, die bei der letzten Kommunalwahl es nicht in den Gemeinderat schaffte.

Die Urwahl wurde vom Ehrenvorsitzenden der CDU Bakum Franz Hölscher geleitet. Er sagte, „wir hatten noch nie so viel Beteiligung an einer Aufstellungsversammlung wie in bei diesem Mal.“ Alle Namen der Kandidatinnen und Kandidaten sind in den Fotos zu sehen. Zur Fotogalerie bitte auf eines der Fotos klicken.

Digitales Ticket auf dem GrapheneOS Handy

Immer öfter werden Eintrittskarten, Boardingkarten oder das Deutschlandticket werden digital verkauft. Man kann sie als digitales Ticket auf das Handy laden, entweder in die Google oder die Apple Wallet. Damit entsteht ein weiterer Grund, ein Google Handy oder ein Apple Handy zu nutzen. Ich habe bislang es vermieden, mir eine digitale Eintrittskarte zu kaufen, weil ich kein solches Handy nutze.

Google und Apple Handys sammeln Meta Daten ihrer Kunden, Standorte, Anbieter, Nutzungszeiten von Apps und mehr. Dabei sammeln sie wertvolle Informationen, die sie weiter verarbeiten und vermarkten können.

Als Alternative gibt es die Möglichkeit, sich das Ticket als pdf auszudrucken. Schicker und bequemer ist es natürlich, das Ticket auch digital auf dem Handy zu haben. Bislang hat es mich gestört, dass es diese Möglichkeit nicht mit meinem Google und Apple freien GrapheneOS Handy zu geben schien. Aber nun habe ich, nachdem ich dies auf Mastodon postete, einen wertvollen Tipp bekommen.

Aus dem F-Droid Store kann man Wallet Apps auf GrapheneOS installieren, die digitale Tickets öffnen und anzeigen können. Das habe ich gleich ausprobiert und ein Ticket für ein Basketballspiel mit einer solchen App geöffnet. Zunächst habe ich versucht, jeweils das Ticket für die Google Wallet und die Apple Wallet herunterzuladen. Beim Google Tickert wurde ich auf die Google Anmeldeseite weitergeleitet. Das Ticket kann man sich also nur laden, wenn man sich bei Google anmeldet. Damit wird es witzlos. Das Apple Ticket konnte ich problemlos herunterladen. man erhällt eine *.pkpass Datei.

Mit der Wallet App „Foss Wallet“ lässt sich das Ticket problemlos importieren. Nun kann ich also auch mit meinem Graphene Handy digitale Tickets problemlos nutzen und brauche dafür kein Google oder Apple Handy oder einen Papierausdruck des Tickets. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut! Nun werde ich mir wohl öfter mal eine Eintrittskarte digital bestellen.

Der Eintritt mit dem Handy-Ticket in meiner Foss-Wallet hat übrigens prima geklappt.

Die Bakumer Schottergarten Siedlung

Schottergärten sind modern, auch in Bakum. Sie sind angeblich pflegeleicht. So ganz bin ich nicht davon überzeugt, aber einige Leute glauben das. Gestern sah ich, wie ein Ehepaar mühsam auf den Knieen ein Schotterbeet von Unkraut befreite. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, denn meine Eltern hatten auch einen Kieselweg, der nicht nur regelmäßig durchgeharkt aber auch regelmäßig mühsam von Unkraut befreit werden musste. Als Kind wurde ich öfter zu dieser Arbeit aufgefordert, die ich naturgemäß nie gerne mochte.

In einer Straße in einem nicht ganz neuen Wohngebiet in Bakum haben fast alle Grundstücke Schottergärten. Nicht nur für die Natur ist dies ein großer Nachteil sondern auch für das Mikroklima. In den immer heißer werdenden Sommer gibt es in diesen Gärten keinen Schatten, der Boden heizt sich auf und die Temperatur ist noch heißer als in Bereichen mit vielen Pflanzen und Sträuchern. Gleichzeitig können diese Böden kein Wasser speichern. Langfristig scheiden die Leute sich damit ins eigene Fleisch.

Ein ungepflegter Garten ist allemal besser als ein toter Schottergarten, sowohl für die Umwelt als auch das Klima.

Meine Tätigkeit als freier Mitarbeiter der OV endet

Heute ist ein historischer Tag in meinem Leben, denn heute wurde ich als freier Mitarbeiter der OV, heute OM-Medien, verabschiedet.

Ich begann meine Tätigkeit als Berichterstatter Anfang der 2000er Jahre. Der damalige Berichterstatter der OV, Werner Kuper, fragte mich, ob ich nicht seine Aufgabe übernehmen wollte. Seit ein paar Jahren hatte ich für den Handels- und Gewerbeverein Bakum eine viel beachtete Internetseite „Bakum-Shopping.de“ entwickelt, auf der ich Fotos und Berichten von Veranstaltungen aller Art aus allen Teilen der Gemeinde Bakum veröffentlichte. (Diese Website ist schon lange offline.)

Nach kurzer Zeit erhielt ich von dem damaligen Redaktionsleiter Klaus Esslinger einen Anstellungvertrag und berichtete auch für die Oldenburgische Volkszeitung. Unzählige Berichte wurden seit dieser Zeit aus Bakum von mir verfasst, vom Landvolk über CDU-Parteiveranstaltungen bis Gewerbeschauen, Generalversammlungen der Chöre und Musikvereine, Sänger- und Musikerfeste, Konzerte, Kirmes in Bakum, Lüsche und Carum und vieles mehr. Drei Mal durfte ich über den Besuch eines Bischofs berichten. Auch über die Einführungen von Priestern und Priesterjubiläen berichtete ich.

Der Job hat mir viele Jahre viel Freude bereitet und viele Freundschaften geschenkt. Oft wurde ich gebeten, etwas „in die Zeitung“ zu bringen. Überall war ich mit meiner Kamera ein gern gesehener Gast. Mittlerweile hat sich die Medienwelt radikal verändert. Viele lesen keine Zeitung mehr und die Medienbranche muss mit neuen digitalen Angeboten Kunden gewinnen. Auch der klassische Berichterstatter wird nicht mehr benötigt. Viele Vereine schicken ihre Fotos und Berichte direkt in die Redaktion oder nutzen ihre eigenen soziale Netzwerke.

Was anfangs interessant und spannend war, ist auch für mich längst Routine geworden. Zum Beispiel über einen Sportlerball zu berichten oder über die Kirmes. Dies waren alljährlich feste Termine in meinem Job. Aber ich habe auch über größere Veranstaltungen berichtet, Musikerbundesfeste und Pfingstzeltlager der Feuerwehren. Interessant war auch die Feier der Freisprechung der Lehrlinge in landwirtschaftlichen Berufen mit prominentem Festredner. Viele Jahre waren meine Wochenenden fest verplant, denn als freier Mitarbeiter der Zeitung arbeitet man meist an Wochenenden, wenn die Redaktion nur Sonntagsinnendienst macht. So manches mal war ich sonntags unterwegs, um am späten Sonntagnachmittag den Bericht samt Foto in die Redaktion zu schicken. Dabei konnte sich die Redaktion immer auf eine zuverlässige Zusammenarbeit mit mir verlassen.

Mittlerweile gehe auch ich „in Rente“ und habe neue Interessen, zum Beispiel die internationale Sprache Esperanto. Sofern es die Gesundheit zulässt, kann ich mir vorstellen, meine Wochenende auch woanders zu verbringen, zum Beispiel in einer anderen Stadt. Oder zum Beispiel öfter zu verreisen. Jede Aufgabe hat seine Zeit.

Übrigens hat auch der Heimatverein meines Ortes von meiner langjährigen Pressearbeit profitiert. Alle Bilder habe ich dem Archiv des Heimatvereins zur Verfügung gestellt, darunter tausende Bilder mit zeitgeschichtlicher Bedeutung. Genau wie diese Bilder bleiben auch die vielen Zeitungsartikel, die ich für die „OV“ geschrieben habe, wertvolle Zeitdokumente des Lokaljournalismus.

Bleibt zu wünschen, dass Lokaljournalismus eine Zukunft hat. Es ist wichtig, dass eine unabhängige und qualitativ gute Berichterstattung wirtschaftlich möglich bleibt. Das gelingt nur, wenn die Leser bereit sind, dafür auch zu bezahlen.

Beitragsbild: Mein letzter Besuch des OM-Medienhauses in Emstek als Freier Mitarbeiter von OM-Medien

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