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Etikedo: Zeitgeschichte

Meine Tätigkeit als freier Mitarbeiter der OV endet

Heute ist ein historischer Tag in meinem Leben, denn heute wurde ich als freier Mitarbeiter der OV, heute OM-Medien, verabschiedet.

Ich begann meine Tätigkeit als Berichterstatter Anfang der 2000er Jahre. Der damalige Berichterstatter der OV, Werner Kuper, fragte mich, ob ich nicht seine Aufgabe übernehmen wollte. Seit ein paar Jahren hatte ich für den Handels- und Gewerbeverein Bakum eine viel beachtete Internetseite „Bakum-Shopping.de“ entwickelt, auf der ich Fotos und Berichten von Veranstaltungen aller Art aus allen Teilen der Gemeinde Bakum veröffentlichte. (Diese Website ist schon lange offline.)

Nach kurzer Zeit erhielt ich von dem damaligen Redaktionsleiter Klaus Esslinger einen Anstellungvertrag und berichtete auch für die Oldenburgische Volkszeitung. Unzählige Berichte wurden seit dieser Zeit aus Bakum von mir verfasst, vom Landvolk über CDU-Parteiveranstaltungen bis Gewerbeschauen, Generalversammlungen der Chöre und Musikvereine, Sänger- und Musikerfeste, Konzerte, Kirmes in Bakum, Lüsche und Carum und vieles mehr. Drei Mal durfte ich über den Besuch eines Bischofs berichten. Auch über die Einführungen von Priestern und Priesterjubiläen berichtete ich.

Der Job hat mir viele Jahre viel Freude bereitet und viele Freundschaften geschenkt. Oft wurde ich gebeten, etwas „in die Zeitung“ zu bringen. Überall war ich mit meiner Kamera ein gern gesehener Gast. Mittlerweile hat sich die Medienwelt radikal verändert. Viele lesen keine Zeitung mehr und die Medienbranche muss mit neuen digitalen Angeboten Kunden gewinnen. Auch der klassische Berichterstatter wird nicht mehr benötigt. Viele Vereine schicken ihre Fotos und Berichte direkt in die Redaktion oder nutzen ihre eigenen soziale Netzwerke.

Was anfangs interessant und spannend war, ist auch für mich längst Routine geworden. Zum Beispiel über einen Sportlerball zu berichten oder über die Kirmes. Dies waren alljährlich feste Termine in meinem Job. Aber ich habe auch über größere Veranstaltungen berichtet, Musikerbundesfeste und Pfingstzeltlager der Feuerwehren. Interessant war auch die Feier der Freisprechung der Lehrlinge in landwirtschaftlichen Berufen mit prominentem Festredner. Viele Jahre waren meine Wochenenden fest verplant, denn als freier Mitarbeiter der Zeitung arbeitet man meist an Wochenenden, wenn die Redaktion nur Sonntagsinnendienst macht. So manches mal war ich sonntags unterwegs, um am späten Sonntagnachmittag den Bericht samt Foto in die Redaktion zu schicken. Dabei konnte sich die Redaktion immer auf eine zuverlässige Zusammenarbeit mit mir verlassen.

Mittlerweile gehe auch ich „in Rente“ und habe neue Interessen, zum Beispiel die internationale Sprache Esperanto. Sofern es die Gesundheit zulässt, kann ich mir vorstellen, meine Wochenende auch woanders zu verbringen, zum Beispiel in einer anderen Stadt. Oder zum Beispiel öfter zu verreisen. Jede Aufgabe hat seine Zeit.

Übrigens hat auch der Heimatverein meines Ortes von meiner langjährigen Pressearbeit profitiert. Alle Bilder habe ich dem Archiv des Heimatvereins zur Verfügung gestellt, darunter tausende Bilder mit zeitgeschichtlicher Bedeutung. Genau wie diese Bilder bleiben auch die vielen Zeitungsartikel, die ich für die „OV“ geschrieben habe, wertvolle Zeitdokumente des Lokaljournalismus.

Bleibt zu wünschen, dass Lokaljournalismus eine Zukunft hat. Es ist wichtig, dass eine unabhängige und qualitativ gute Berichterstattung wirtschaftlich möglich bleibt. Das gelingt nur, wenn die Leser bereit sind, dafür auch zu bezahlen.

Beitragsbild: Mein letzter Besuch des OM-Medienhauses in Emstek als Freier Mitarbeiter von OM-Medien

Abriss des alten Rathauses in Bakum

Kaum ein Thema hat die Einwohner meines Dorfes Bakum so bewegt wie der Neubau des Rathauses. Die Meinungen darüber sind immer noch gespalten. Das alte Rathaus wurde in den 80iger Jahren gebaut und war erst 40 Jahre alt. Es entsprach aber nicht mehr dem Zeitgeist und den Bedürfnissen der Verwaltung. Über den Neubau wurde in der Lokalpolitik kaum gestritten. Fast einstimmig wurde die acht Millionen Euro teure Investition im Rat der Gemeinde Bakum beschlossen. Das ist viel Geld für eine kleine Gemeinde von knapp 7.000 Seelen! Eine Renovierung des alten Rathausgebäudes und eine Erweiterung „lohne sich nicht“, wurde den Bürgern vorgerechnet. Während die äußere Fassade vielen Mitbürgern zu monströs und ortsfremd ist, wirkt es innen sehr freundlich und einladend.

Beim Abreißen von (historischer) Bausubstanz waren die Bakumer schon immer radikal. Es steht kaum noch ein historisches Gebäude im Ortskern. Auch relativ neue Gebäude wurden sehr schnell wieder abgerissen. Der alte Kindergarten, die Volksbank, mehrere Gastwirtschaften im Ortskern, darunter die Gastwirtschaften Alma Geising und Beckmann sowie die Schmiede Fette und die alte Mühle wurden abgerissen. Das ist in der Historie des Dorfes nur ein Bruchteil der Gebäude, die im Zeitverlauf abgerissen wurden. Wenn mein Großvater sehen würde, wie heute „sein“ Heimatdorf aussieht, wäre er sicher schockiert. Von dem historischen Dorf aus seiner Zeit ist nichts mehr wiederzuerkennen! Es steht noch die Kornbrennerei Meistermann, der Saalbetrieb ist allerdings schon lange geschlossen. Und das Gebäude des früheren Modehauses C. Rosenbaum.

Allerdings würde er sich auch über die Veränderung seines früheren Wohn- und Geschäftshauses C. Rosenbaum mit damaliger Landwirtschaft wundern. Aus dem früheren Laden und dem Viehstall ist eine Krankengymnastik mit Fitnesszentrum entstanden. Das einzige, was noch an die alte Geschichte des Hauses erinnert, ist die Diele, in der noch einige Gegenstände und Bilder aus seiner Zeit in Ehren gehalten werden, darunter das „Hökerregal“ (Verkaufsregal) des Kolonialladens, der dort an gleicher Stelle betrieben wurde. Ansonsten wurde auch in diesem Haus alles komplett verändert.

Nichts ist so beständig in Bakum wie der Wandel!

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