bloggt aus Bakum und aus seiner Welt

Monato: Aprilo 2026

Den Autoposern die Show stehlen

Seit Tagen sind Autoposer das Thema der Kreisstadt Vechta. Sie demonstrieren ihre Autos nicht nur lautstark sondern führen laut Bericht von OM Medien auch Autorenen durch, sogar in der Großen Straße. Beliebt als Treffpunkte für Autofanatiker warem Parkplätze von Einkaufszentren. In Vechta stehen schon fast auf allen Parklätzen von Supermärkten und Discountern Schilder mit Einfahrtsverbot von Motorrädern und Autos von 22 bis 6 Uhr. Dies soll laut Bericht gewirkt haben, die Autoposer Scene wurde dort weitgehend verdrängt. Dennoch treiben sie weiter ihr Unwesen in Vechta und treffen sich anscheinend woanders.

„Die Autoposer wollen gesehen werden. Und Vechta bietet die Bühne“, heißt es im Artikel. Ich verstehe nicht, dass man diese Bühne den Autoposern nicht entzieht, indem man abends die Straßen für den öffentlichen Verkehr sperrt. Nur Anlieger dürfen dann die Vechtaer Einkaufsmeile befahren. Damit würden die Autoposer auch aus der Großen Straße verdrängt. Man könnte das mit Nachdruck auch durchsetzen, indem man Poller nachts ausfährt, zum Beispiel am Neuen Markt oder an der Einmündung Marschstraße in die Große Straße (Gastwirtschaft Banane). Wenn man den Bereich, wo das Nachtleben stattfindet, den Autoverkehr unterbindet, ist auch die Show mit den Autoposern verbei.

Wer beim nächtlichen Autorennen durch die Stadt erwischt wird, sollte nach meiner Meinung für eine längere Zeit den Führerschein abgeben. Dann hat derjenige Gelegenheit, das Anrufbussystem Moobil plus in Vechta auszuprobieren. Das entschleunigt ungemein! Nachts rollt kein Anrufbus durch Vechta.

Ich glaube aber nicht, dass daraus was wird. Denn ein bisschen lebt Vechta ja auch vom Nimbus der autofreundlichen Stadt, in der man sich gerne auch mit dem Auto zeigen darf. Sehen und sich sehen lassen bringt Leute und Leben in die Stadt. Sonst würde man die Große Straße viel stärker verkehrsberuhigen. Da gäbe es durchaus Möglichkeiten, zum Beispiel mit Bodenschwellen und häufigere Nutzung als Fussgängerzone. Denn auch tagsüber rollen gerne Möchtegernstarke mit ihren PS-Boliden durch die Vechtaer Einkaufsmeile, um Aufmerksamkeit bei dem Publikum zu erregen. Gerne lässt man dabei auch mal den Motor aufheulen, um Kante zu zeigen.

Die CDU und Erneuerbare Energie

Will die CDU die Energiewende vorantreiben oder wird es mit der CDU eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik geben? Klar ist die Position zumindest auf Bundesebene nicht mehr. Aus Berlin kommen deutliche Signale, dass man Erneuerbare Energie zurückfahren will, zugunsten angeblich kostengünstigere fossiler Energie. Solaranlagen und Windkraftanlagen soll sogar der Hahn abgedreht werden. Sie liefern angeblich zu viel Energie im falschen Moment. So ähnlich lauten die Argumente, die man von der Bundeswirtschaftsministerin Reiche hört.

So sollen Betreiber von privaten Solaranlagen in Zukunft keine Vergütung mehr für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz erhalten sondern sogar dafür bezahlen. Und Windkraftanlagen werden abgeschaltet, anstatt dass man die günstige Energie speichert und nutzt. Stattdessen soll auf Kernenergie (Kernfusion) und Erdgas gesetzt werden.

Kernfusion wird allerdings erst in Jahrzehnten wirtschaftlich nutzbar werden, falls überhaupt. Und ob Kernkraft überhaupt politisch durchsetzbar ist, bleibt ebenso fraglich. Bislang gibt es kein Endlager. Bevor nicht hier eine Lösung gefunden wurde, ist es nicht nachhaltig, wieder auf (herkömmliche) Kernkraft zu setzen. Es ist nicht absehbar, dass in Deutschland die Bevölkerung für den Einsatz der Kernkraft überzeugt werden kann. Daher ist es falsch, wieder auf eine Technik zu setzen, von der wir uns bereits aus guten Gründen verabschiedet haben. Auch ich bin gegen Kernkraft!

Erdöl und Erdgas sind und bleiben unsicherere Rohstoffe und werden in Zukunft immer teurer werden. Sie sollten allenfalls für die Industrie benutzt werden, nicht aber zur Erzeugung von Strom und Wärme oder für Verbrennungsmotoren von PKW. Leider verkauft uns dies die Bundes-CDU sogar unter dem Unwort „Technologieoffenheit“! Auch der Strukturwandel in der Automobilindustrie lässt sich nicht durch Festhalten an der Verbrennertechnologie aufhalten.

Es ist ein Skandal, dass Windkraft- und Solaranlagen abgeschaltet werden, anstatt dass man den produzierten Strom speichert oder nutzt. Zum Beispiel mit Elektrolyseuren oder Batteriespeichern. Stattdessen sollen Eigentümer von privaten Solaranlagen sogar Einspeisegebühren für ihren produzierten Strom zahlen. Das ist Energiewende rückwärts.

Luft und Sonne liefern dagegen pausenlos preiswerte Energie, die außerdem noch dezentral aus Bürgerhand produziert werden kann. Meine Gemeinde Bakum beweist dies bereits und setzt auf Erneuerbarer Energie. In Zukunft soll die Wirtschaftsentwicklung maßgeblich von preiswerter Erneuerbarer Energie profitieren. In unmittelbaer Nähe zu Gewerbegebieten sollen Windkraftanlagen direkt für stromintensive Betriebe produzieren. Die Gemeinde Bakum will Strom aus eigenen Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen nutzen und die Betriebe und Einwohner mit günstigem Strom versorgen.

Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck (CDU) arbeitet daran intensiv. Möglich werden soll dies durch Energy Sharing, erklärte er zuletzt bei einer CDU Versammlung in Vestrup. Ab 1. Juni 2026 wird Energy Sharing möglich. Das Interesse an preiswertem Strom aus Windkraft, Biomasse und Solarenergie ist riesig, teilte Averbeck mit. Sogar Betreiber von Rechenzentren hätten ihr Interesse bekundet. Die Gemeinde Bakum speist jetzt schon doppelt so viel Strom ins öffentliche Netz ein, wie in der Gemeinde Bakum verbraucht wird. Und es sollen weitere Windkraftanlagen in der Gemeinde Bakum entstehen, die die örtlichen Betriebe preiswert mit Energie versorgen. Und wenn kein Wind weht, sorgen Biomasseanlagen für günstigen Strom.

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Konzept auch die Energiegenossenschaft Bakum. Im Vorstand und Aufsichtsrat sitzen auch Mitglieder der Bakumer CDU, darunter der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Ingo Ruhe. Die Bakumer CDU hat das Potential aus Erneuerbarer Energie für die lokale Wirtschaft erkannt. Günstige Energie ist Voraussetzung für die Ansiedlung von Betrieben und Erhalt von sicheren Arbeitsplätzen.

Was hält Bürgermeister Tobias Averbeck von den jüngsten Signalen der Bundes-CDU zu Erneuerbarer Energie, zum Beispiel von der Wirtschaftsministerin Katharina Reiche? Das fragte ich ihn auf der CDU Versammlung. Bürgermeister Tobias Averbeck antwortete, dass er auch in Sozialen Medien kein Blatt vor dem Mund nimmt, dass er die aktuelle CDU-Energiepolitik für falsch hält. Er bedauert, dass die Pläne der Gemeinde Bakum bei rot-grünen Politikern auf großes Interesse stießen, bislang aber nur wenige CDU-Politiker in Bakum informiert hätten. Wer aber sich darüber informiert habe, was Bakum im Bereich Erneuerbarer Energie und Wirtschaftsentwicklung plant, sei begeistert.

Auch die CDU bekennt sich bislang zur Einhaltung der Pariser Klimaziele und den Ausbau der Erneuerbaren Energie. Richtig ist es, dies marktwirtschaftlich umzusetzen. Hierbei kann die Bundes-CDU von der kleinen Gemeinde Bakum eventuell lernen. Hier entsteht ein Konzept, wie man Erneuerbare Energie zum Wohl der lokalen Wirtschaft nutzen will.

Beitragsbild: Der Bakumer Bürgermeister Tobias Averbeck bei einer Bürgerversammlung in Lüsche (Foto: Rosenbaum)

CDU Bakum stellt Kandidaten für die Kommunalwahlen auf

In Niedersachsen finden am 13. September 2026 die Kommunalwahlen statt. Der CDU-Gemeindeverband meines Wohnortes Bakum will weiterhin die Volkspartei mit großer Mehrheit bleiben. Dieses Signal wurde auf der Aufstellungsversammlung im Gasthof Hönemann in Vestrup gegeben.

Die neue CDU-Vorsitzende Martina Spille freute sich, dass 130 CDU Mitglieder an dieser Versammlung teilnahmen. Es hätten sich 20 Frauen und Männer aus allen Teilen Bakums bereit erklärt, sich um die Kandidatur für den Gemeinderat oder den Kreistag zu bewerben, sagte sie. Paritätisch bewarben sich jeweils 10 Frauen und 10 Männer, davon drei Kandidatinnen für den Kreistag sowie 7 Kandidatinnen und 10 Kandidaten für den Gemeinderat.

Entgegen den Trend gewann die CDU 15 neue Mitglieder, gab Vorsitzende Spille außerdem bekannt. Und noch etwas läuft in Bakum besser als anderswo: Alle Kandidaten werden in ihrer Reihenfolge von den Mitgliedern in Urwahl aufgestellt. In anderen Stadt- und Gemeindeverbänden stimmen die Mitglieder nur über einen Wahlvorsschlag ab oder wählen nur einen Teil der Bewerber in Urwahl.

Der CDU Bakum gelang es, neue Bewerber zu gewinnen, die in Bakum Zugkraft haben. Dazu zählt der Unternehmer Markus Moormann, der auch Vorstandsmitglied des Sportvereins SC Bakum ist. Er kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat und gewann gemeinsam mit dem Lüscher Ingo Ruhe bei der Urwahl die meisten Stimmen und somit den ersten Listenplatz.

Auch Christiane Beverborg ist als Mitglied im Orgateam für das Sportler gegen Hunger Winterfest in Bakum vielen Bakumerinnen und Bakumern bekannt. Sie ist eine von vielen neuen Kandidatinnen und kandidiert für den Kreistag. Sie soll an die Stelle von Thomas Hoping treten, der nicht wieder für den Kreistag kandidiert. Martina Spille und Anne Ellmann, die schon lange Bakum im Kreistag vertreten, kandidieren ebenfalls wieder für den Kreistag.

Erstmalig für den Gemeinderat kandidieren neben Markus Moormann Chrstiane Brinkhus, Johanna Jost, Birgit Ostendorf, Uwe Scheele, Jens Schlotmann, Hartmut Scholz und Raffaela Spille. Alles Namen, die in der Bakumer Vereinswelt einen Klang haben. Sie sollen Werner Beckermann, Christoph Eiken, Andrea Hoping-Bokern, Helmut Quatmann, Tobias Ruhe und Dennis Vaske ersetzen, die nicht wieder für den Gemeinderat kandidieren werden. Erneut kandidiert auch Dr. Gabriele Grieshop für den Gemeinderat, die bei der letzten Kommunalwahl es nicht in den Gemeinderat schaffte.

Die Urwahl wurde vom Ehrenvorsitzenden der CDU Bakum Franz Hölscher geleitet. Er sagte, „wir hatten noch nie so viel Beteiligung an einer Aufstellungsversammlung wie in bei diesem Mal.“ Alle Namen der Kandidatinnen und Kandidaten sind in den Fotos zu sehen. Zur Fotogalerie bitte auf eines der Fotos klicken.

Digitales Ticket auf dem GrapheneOS Handy

Immer öfter werden Eintrittskarten, Boardingkarten oder das Deutschlandticket werden digital verkauft. Man kann sie als digitales Ticket auf das Handy laden, entweder in die Google oder die Apple Wallet. Damit entsteht ein weiterer Grund, ein Google Handy oder ein Apple Handy zu nutzen. Ich habe bislang es vermieden, mir eine digitale Eintrittskarte zu kaufen, weil ich kein solches Handy nutze.

Google und Apple Handys sammeln Meta Daten ihrer Kunden, Standorte, Anbieter, Nutzungszeiten von Apps und mehr. Dabei sammeln sie wertvolle Informationen, die sie weiter verarbeiten und vermarkten können.

Als Alternative gibt es die Möglichkeit, sich das Ticket als pdf auszudrucken. Schicker und bequemer ist es natürlich, das Ticket auch digital auf dem Handy zu haben. Bislang hat es mich gestört, dass es diese Möglichkeit nicht mit meinem Google und Apple freien GrapheneOS Handy zu geben schien. Aber nun habe ich, nachdem ich dies auf Mastodon postete, einen wertvollen Tipp bekommen.

Aus dem F-Droid Store kann man Wallet Apps auf GrapheneOS installieren, die digitale Tickets öffnen und anzeigen können. Das habe ich gleich ausprobiert und ein Ticket für ein Basketballspiel mit einer solchen App geöffnet. Zunächst habe ich versucht, jeweils das Ticket für die Google Wallet und die Apple Wallet herunterzuladen. Beim Google Tickert wurde ich auf die Google Anmeldeseite weitergeleitet. Das Ticket kann man sich also nur laden, wenn man sich bei Google anmeldet. Damit wird es witzlos. Das Apple Ticket konnte ich problemlos herunterladen. man erhällt eine *.pkpass Datei.

Mit der Wallet App „Foss Wallet“ lässt sich das Ticket problemlos importieren. Nun kann ich also auch mit meinem Graphene Handy digitale Tickets problemlos nutzen und brauche dafür kein Google oder Apple Handy oder einen Papierausdruck des Tickets. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut! Nun werde ich mir wohl öfter mal eine Eintrittskarte digital bestellen.

Der Eintritt mit dem Handy-Ticket in meiner Foss-Wallet hat übrigens prima geklappt.

Die Bakumer Schottergarten Siedlung

Schottergärten sind modern, auch in Bakum. Sie sind angeblich pflegeleicht. So ganz bin ich nicht davon überzeugt, aber einige Leute glauben das. Gestern sah ich, wie ein Ehepaar mühsam auf den Knieen ein Schotterbeet von Unkraut befreite. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, denn meine Eltern hatten auch einen Kieselweg, der nicht nur regelmäßig durchgeharkt aber auch regelmäßig mühsam von Unkraut befreit werden musste. Als Kind wurde ich öfter zu dieser Arbeit aufgefordert, die ich naturgemäß nie gerne mochte.

In einer Straße in einem nicht ganz neuen Wohngebiet in Bakum haben fast alle Grundstücke Schottergärten. Nicht nur für die Natur ist dies ein großer Nachteil sondern auch für das Mikroklima. In den immer heißer werdenden Sommer gibt es in diesen Gärten keinen Schatten, der Boden heizt sich auf und die Temperatur ist noch heißer als in Bereichen mit vielen Pflanzen und Sträuchern. Gleichzeitig können diese Böden kein Wasser speichern. Langfristig scheiden die Leute sich damit ins eigene Fleisch.

Ein ungepflegter Garten ist allemal besser als ein toter Schottergarten, sowohl für die Umwelt als auch das Klima.

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