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Schlagwort: Linux

Termine digital anderen mitteilen- mit iCal

Diese Woche landete wieder ein Zettel eines Vereins in meinen Briefkasten: Der Jahreskalender eines Vereins, in dem ich Mitglied bin. Doch wie landen die zum Teil interessanten Veranstaltungen in meinen Kalender? Schon lange habe ich keinen Kalender mehr, in dem ich meine Termine handschriftlich eintrage. Und dies geht mittlerweile schon vielen Menschen so. Mein Kalender ist auf meinen Mobilgeräten. Termine per Hand dort einzutippen ist sehr mühselig. Viel einfacher ist es, Termine digital zu importieren. Dies geht mit einer iCal Datei. Diese Kalenderdatei kann auf allen Systemen importiert werden, Google – Geräten, iPhone und iPad, Windows- oder Linux-Computern. Es macht also kaum Sinn, noch Zettel mit Veranstaltungshinweisen zu verteilen. Sinnvoller sind digitale Kalenderdaten zum Import aufs Handy. Doch wie erstellt man einen Kalender digital und wie teilt man ihn?

So erstellt man einen digitalen Kalender

Am besten man macht dies auf einem Computer mit einem digitalen Clouddienst, der eine Kalenderfunktion anbietet, zum Beispiel die iCloud, Google Kalender oder Nextcloud. Alternativ kann man auch das kostenlose Emailprogramm Thunderbird benutzen. Dort richtet man einen neuen eigenen Kalender für seinen Verein, seine Familie oder den Kegelklub ein. In dem Kalender trägt man alle Termin des Vereins ein.

So teilt man digitale Kalender

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • als iCal Datei (*.ics-Datei). Dazu muss man den Kalender in eine iCal Datei exportieren. Diese Funktion bieten alle großen Cloud Dienste. Die iCal Datei sendet man per Email an alle Mitglieder, die den Kalender erhalten sollen. Alternativ kann man die iCal Datei auch auf der Homepage zum Download anbieten. Interessierte können die Datei dann auf ihr Smartphone direkt importieren.
  • Als Kalenderabonnement – Dazu muss man den Kalender in seinem System freigeben. Den Freigabe-Link versendet man an alle Mitglieder. (bei einigen Clouddiensten kann diese Funktion eingeschränkt sein), Die Interessenten können den Kalender dann mit ihrer Kalender-App abonnieren.

Der Vorteil eines Kalender-Abos ist, dass Terminänderungen im Online-Kalender automatisch auf alle Geräte synchronisiert werden, die den Kalender abonniert haben. Bei einer importierten ICal Datei werden die Empfänger nicht automatisch über Terminänderungen informiert. Sie können aber jeden Termin selbst ändern, was bei einem abonnierten Kalender nicht möglich ist.

So erstelle und bearbeite ich digitale Kalender

Meine ersten Kalender hatte ich mit dem Google Kalender erstellt. Mittlerweile verwalte meine Kalender und Kontakte mit dem Clouddienst hosting.de. Der deutsche Anbieter bietet für Privatpersonen eine kleine Nextcloud (1 Gb) kostenlos an. Kontakte und Kalender auf dieser Cloud lassen sich prima mit meinem iPad synchronisieren. Der Vorteil von Nextcloud ist, dass die Daten garantiert in Deutschland gehostet werden und es keine Einschränkung für Kalenderabonnements gibt, so weit ich weiß.

der von mir erstellte Kalender auf meinem Ipad importiert

Zu Besuch bei Topio – öffentlicher Raum für den Datenschutz in Berlin

Der Verein Topio informiert und hilft Menschen dabei, sich fit zu machen in digitaler Selbstbestimmung und Schutz ihrer Privatsphäre. Fast jeder Mensch hat heute ein mobiles Gerät, mit dem man fast den ganzen Tag online ist. Die modernen Betriebssysteme und Anwendungen sammeln ununterbrochen Information, die an staatliche oder private Institutionen weitergesandt werden. Aus den Daten können Persönlichkeitsprofile gebildet werden. Doch es gibt auch Alternativen dazu, Geräte, die mit freier Software ausgerüstet sind, die keine Daten sammeln und an Dritte weitergeben.

Topio ist einer von mehreren Vereinen, die darüber informieren und Menschen helfen, ihren Computer, Laptop, Handy oder Tablet mit einer solchen Software auszustatten. Topio hat einen eigenen Stand in der Markthalle in Berlin-Moabit, auf dem sie zu bestimmten Zeiten die Beratung anbieten. Ich war neugierig, mir das mal selber anzusehen, denn ich kenne Topio durch das alternative freie Soziale Netzwerk Mastodon. So fuhr ich kürzlich nach nach Moabit in die Arminiusmarkthalle, die alleine einen Besuch wegen des auch sonst interessanten Angebotes wert ist.

Ich war gleich zu Beginn der Öffnungszeiten dort und sprach mit einem jungen Mann, der die Beratung macht. Ich hatte aber nur kurz dazu Zeit, denn die Leute standen schon Schlange, um sich beraten zu lassen. Ein Mann wollte sein Handy „entgoogeln“. Der Mann half ihm, das googlefreie LineageOS auf dem Handy zu flashen, und nahm sich viel Zeit dazu. Während dessen wartete ein Anderer, der sich bei Topio ein Gerät ausleihen wollte, weil sein Gerät in Reparatur war. In meinen Gesprächen erfuhr ich, dass einige Leute mit GrapheneOS nicht so gute Erfahrung gemacht haben sollen. Sie hatten GrapheneOS selber installiert und einiges soll nicht funktioniert haben, der Akku auch sehr schnell leer gewesen sein. Umgekehrt habe ich dies aber auch über LineageOS gehört. Auch bei Linux gab es auf vielen Computern ähnliche Erfahrungen.

Ich habe mir bislang nur Handys gekauft, auf denen googlefreie Betriebssysteme vorinstalliert waren, und bislang noch keine schlechten Erfahrungen gesammelt. Sowohl bei meinem Fairphone mit /e/Os als auch bei meinem neuen Google Pixel Handy mit GrapheneOS gibt es für mich Probleme. Aus dem, was ich gehört habe, war es keine schlechte Investition, von Profis vorinstallierte Smartphones gekauft zu haben, auch wenn das deutlich teurer ist. Es ist sehr schade, dass noch viel zu wenige Smartphones, Computer, Laptops und Tablets mit freier Software angeboten wird. Je mehr Menschen Geräte mit freier Software nutzen würden, desto eher würden sich diese Systeme auch durchsetzen und der Datensammelwut der Konzerne Google, Microsoft und Apple Grenzen setzen.

Die Beratung durch Vereine wie Topio ist ehrenamtlich und kostenlos. Diese wichtige Beratung verdient, noch viel bekannter zu werden. Es gibt eine Alternative zu Google und Apple und zu den vielen Apps, deren Dienste man mit der Preisgabe der eigenen Privatsphäre teuer bezahlen muss: Geräte und freie Programme, die keine Daten sammeln. Man muss sich nur die Mühe machen, sich darüber zu informieren, wo es diese Geräte und die Programme gibt. Ich helfe gerne weiter, wenn es ein Interesse daran gibt.

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