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CDU Bakum stellt Kandidaten für die Kommunalwahlen auf

In Niedersachsen finden am 13. September 2026 die Kommunalwahlen statt. Der CDU-Gemeindeverband meines Wohnortes Bakum will weiterhin die Volkspartei mit großer Mehrheit bleiben. Dieses Signal wurde auf der Aufstellungsversammlung im Gasthof Hönemann in Vestrup gegeben.

Die neue CDU-Vorsitzende Martina Spille freute sich, dass 130 CDU Mitglieder an dieser Versammlung teilnahmen. Es hätten sich 20 Frauen und Männer aus allen Teilen Bakums bereit erklärt, sich um die Kandidatur für den Gemeinderat oder den Kreistag zu bewerben, sagte sie. Paritätisch bewarben sich jeweils 10 Frauen und 10 Männer, davon drei Kandidatinnen für den Kreistag sowie 7 Kandidatinnen und 10 Kandidaten für den Gemeinderat.

Entgegen den Trend gewann die CDU 15 neue Mitglieder, gab Vorsitzende Spille außerdem bekannt. Und noch etwas läuft in Bakum besser als anderswo: Alle Kandidaten werden in ihrer Reihenfolge von den Mitgliedern in Urwahl aufgestellt. In anderen Stadt- und Gemeindeverbänden stimmen die Mitglieder nur über einen Wahlvorsschlag ab oder wählen nur einen Teil der Bewerber in Urwahl.

Der CDU Bakum gelang es, neue Bewerber zu gewinnen, die in Bakum Zugkraft haben. Dazu zählt der Unternehmer Markus Moormann, der auch Vorstandsmitglied des Sportvereins SC Bakum ist. Er kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat und gewann gemeinsam mit dem Lüscher Ingo Ruhe bei der Urwahl die meisten Stimmen und somit den ersten Listenplatz.

Auch Christiane Beverborg ist als Mitglied im Orgateam für das Sportler gegen Hunger Winterfest in Bakum vielen Bakumerinnen und Bakumern bekannt. Sie ist eine von vielen neuen Kandidatinnen und kandidiert für den Kreistag. Sie soll an die Stelle von Thomas Hoping treten, der nicht wieder für den Kreistag kandidiert. Martina Spille und Anne Ellmann, die schon lange Bakum im Kreistag vertreten, kandidieren ebenfalls wieder für den Kreistag.

Erstmalig für den Gemeinderat kandidieren neben Markus Moormann Chrstiane Brinkhus, Johanna Jost, Birgit Ostendorf, Uwe Scheele, Jens Schlotmann, Hartmut Scholz und Raffaela Spille. Alles Namen, die in der Bakumer Vereinswelt einen Klang haben. Sie sollen Werner Beckermann, Christoph Eiken, Andrea Hoping-Bokern, Helmut Quatmann, Tobias Ruhe und Dennis Vaske ersetzen, die nicht wieder für den Gemeinderat kandidieren werden. Erneut kandidiert auch Dr. Gabriele Grieshop für den Gemeinderat, die bei der letzten Kommunalwahl es nicht in den Gemeinderat schaffte.

Die Urwahl wurde vom Ehrenvorsitzenden der CDU Bakum Franz Hölscher geleitet. Er sagte, „wir hatten noch nie so viel Beteiligung an einer Aufstellungsversammlung wie in bei diesem Mal.“ Alle Namen der Kandidatinnen und Kandidaten sind in den Fotos zu sehen. Zur Fotogalerie bitte auf eines der Fotos klicken.

Meine Tätigkeit als freier Mitarbeiter der OV endet

Heute ist ein historischer Tag in meinem Leben, denn heute wurde ich als freier Mitarbeiter der OV, heute OM-Medien, verabschiedet.

Ich begann meine Tätigkeit als Berichterstatter Anfang der 2000er Jahre. Der damalige Berichterstatter der OV, Werner Kuper, fragte mich, ob ich nicht seine Aufgabe übernehmen wollte. Seit ein paar Jahren hatte ich für den Handels- und Gewerbeverein Bakum eine viel beachtete Internetseite „Bakum-Shopping.de“ entwickelt, auf der ich Fotos und Berichten von Veranstaltungen aller Art aus allen Teilen der Gemeinde Bakum veröffentlichte. (Diese Website ist schon lange offline.)

Nach kurzer Zeit erhielt ich von dem damaligen Redaktionsleiter Klaus Esslinger einen Anstellungvertrag und berichtete auch für die Oldenburgische Volkszeitung. Unzählige Berichte wurden seit dieser Zeit aus Bakum von mir verfasst, vom Landvolk über CDU-Parteiveranstaltungen bis Gewerbeschauen, Generalversammlungen der Chöre und Musikvereine, Sänger- und Musikerfeste, Konzerte, Kirmes in Bakum, Lüsche und Carum und vieles mehr. Drei Mal durfte ich über den Besuch eines Bischofs berichten. Auch über die Einführungen von Priestern und Priesterjubiläen berichtete ich.

Der Job hat mir viele Jahre viel Freude bereitet und viele Freundschaften geschenkt. Oft wurde ich gebeten, etwas „in die Zeitung“ zu bringen. Überall war ich mit meiner Kamera ein gern gesehener Gast. Mittlerweile hat sich die Medienwelt radikal verändert. Viele lesen keine Zeitung mehr und die Medienbranche muss mit neuen digitalen Angeboten Kunden gewinnen. Auch der klassische Berichterstatter wird nicht mehr benötigt. Viele Vereine schicken ihre Fotos und Berichte direkt in die Redaktion oder nutzen ihre eigenen soziale Netzwerke.

Was anfangs interessant und spannend war, ist auch für mich längst Routine geworden. Zum Beispiel über einen Sportlerball zu berichten oder über die Kirmes. Dies waren alljährlich feste Termine in meinem Job. Aber ich habe auch über größere Veranstaltungen berichtet, Musikerbundesfeste und Pfingstzeltlager der Feuerwehren. Interessant war auch die Feier der Freisprechung der Lehrlinge in landwirtschaftlichen Berufen mit prominentem Festredner. Viele Jahre waren meine Wochenenden fest verplant, denn als freier Mitarbeiter der Zeitung arbeitet man meist an Wochenenden, wenn die Redaktion nur Sonntagsinnendienst macht. So manches mal war ich sonntags unterwegs, um am späten Sonntagnachmittag den Bericht samt Foto in die Redaktion zu schicken. Dabei konnte sich die Redaktion immer auf eine zuverlässige Zusammenarbeit mit mir verlassen.

Mittlerweile gehe auch ich „in Rente“ und habe neue Interessen, zum Beispiel die internationale Sprache Esperanto. Sofern es die Gesundheit zulässt, kann ich mir vorstellen, meine Wochenende auch woanders zu verbringen, zum Beispiel in einer anderen Stadt. Oder zum Beispiel öfter zu verreisen. Jede Aufgabe hat seine Zeit.

Übrigens hat auch der Heimatverein meines Ortes von meiner langjährigen Pressearbeit profitiert. Alle Bilder habe ich dem Archiv des Heimatvereins zur Verfügung gestellt, darunter tausende Bilder mit zeitgeschichtlicher Bedeutung. Genau wie diese Bilder bleiben auch die vielen Zeitungsartikel, die ich für die „OV“ geschrieben habe, wertvolle Zeitdokumente des Lokaljournalismus.

Bleibt zu wünschen, dass Lokaljournalismus eine Zukunft hat. Es ist wichtig, dass eine unabhängige und qualitativ gute Berichterstattung wirtschaftlich möglich bleibt. Das gelingt nur, wenn die Leser bereit sind, dafür auch zu bezahlen.

Beitragsbild: Mein letzter Besuch des OM-Medienhauses in Emstek als Freier Mitarbeiter von OM-Medien

Bischof Felix Genn nimmt Abschied

Papst Franziskus hat am gestrigen Sonntag den Rücktritt des Bischofs von Münster, Dr. Felix Genn, angenommen. 16 Jahre lang war Felix Genn unser Bischof. Mehrfach war er auch bei uns in der Gemeinde Bakum, zum Beispiel bei der Spendung der Firmung und beim Kirchweihfest in Vestrup im Jahr 2022. Für mich ganz besonders beeindruckend war die Gedenkmesse anlässlich des 250-jährigen Kirchweihfestes in Vestrup mit Bischof Felix. In seiner Predigt ging er auch auf die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft ein. Christen seien heute in der Minderheit, sagte er. Es sei nicht mehr selbstverständlich, „zur Kirche“ zu gehen, Er forderte alle Gläubigen auf, ein „demütiges Selbstbewusstsein“ zu entwickeln, ohne den Stab über andere Konfessionen und Menschen, die nicht mehr an Gott glauben, zu brechen. Für Christen sei es eine große Herausforderung, die „innere Freude“ am Glauben aufrecht zu erhalten.

Demütiges Selbstbewusstsein heißt: Ich kann von meinem Glauben und meiner Überzeugung, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entwickelt und geprägt haben, nicht lassen.

Bischof Felix Genn

Am Ende des Gottesdienstes segnete Bischof Genn eine St. Anna Statue des neuen Bakumer Kindergartens an der Loher Straße. (Beitragsbild oben)

Bischof Genn stand, trotz aller Veränderungen in Kirche und Gesellschaft, in den Jahren seiner Amtszeit als Bischof auch für Stabilität in unserem Bistum. Sein Appell zum Festhalten im Glauben in „demütigen Selbstbewusstsein“ einer Minderheit in unserer Gesellschaft kann man auch als geistliches Vermächtnis an unseren christlichen Kirchengemeinschaften in Bakum verstehen.

Im gestrigen Sonntagshochamt wurde in der Bakumer Pfarrkirche das letzte Hirtenwort des Bischofs Genn verlesen, in dem er seinen Abschied ankündigte.

Mit einem neuen Bischof und den pastoralen Veränderungen, die bereits begonnen haben, wird sich unser kirchliches Leben auch in unserer katholischen Kirchengemeinde in Bakum, Lüsche, Vestrup und Carum nachhaltig verändern.

Der Wortlaut der Festpredigt von Bischof Dr. Felix Genn in Vestrup (pdf)

Video des Einzugs von Bischof Genn in die Bakumer Pfarrkirche im Jahr 2016.

Veränderungen in der Bakumer Pfarrgemeinde stehen an

Die katholische Kirche ist im Umbruch. Das weiß jeder von uns, allerdings wird darüber bislang nur sehr wenig geredet, wie die Zukunft aussehen wird. Wer mehr darüber erfahren möchte, muss genau hinsehen. Im September stimmten die Gremien der katholischen Kirchengemeinde Bakum dem Beitritt unserer Pfarrgemeinde zum neuen Kirchengemeindeverband zu. Dies ist der Schritt von der einzelnen, klassisch eigenständigen Pfarrei zum Pastoralen Raum, in dem mehrere Pfarreien pastoral zusammen verbunden sind. Im Advents- und Pfarrbrief wird dieses Thema in einem Beitrag auf einer halben Seite ausdrücklich behandelt.

Welche pastoralen Konsequenzen für die Gemeinde daraus folgen, kann man zwischen den Zeilen in einem anderen Artikel lesen, im Beitrag „Ausbildung zum Leiten von Wort-Gottes-Feiern“ auf zwei Seiten des 70-seitigen Weihnachtspfarrbriefs. Monika Burke aus Lüsche sowie Sigrid Hinxlage und Lucia Schmelz aus Bakum haben eine Ausbildung zur Leitung von Wortgottesdiensten gemacht. Sie werden also in Zukunft Gottesdienste leiten. Im Beitrag wird ausgeführt, dass mit Pfarrer Holtkamp und Pfarrer Allam sowie Pastoralreferentin Elisabeth Lüken zwar noch drei Hauptamtliche in der Gemeinde Bakum tätig seien. Doch in zwei bis drei Jahren sei damit zu rechnen, dass von den beiden Bakumer Pfarrern und Elisabeth Lüken auch andere Nachbargemeinden pastoral „mit übernommen werden“ müssten.

Dies bedeutet, dass es nicht mehr in jedem der vier Gemeindeteilen Bakum, Carum, Lüsche und Vestrup wie gewohnt regelmäßige Eucharistiefeiern geben wird. Fraglich ist auch, wie die Wortgottesdienste von dem kleinen übriggebliebenen Rest der Kirchgänger angenommen werden. Die Zahl der Gottesdienstbesucher hat in den letzten Jahren weiter rapide abgenommen. Dies wird jeder regelmäßige Kirchgänger bestätigen. Wenn nun Laien die Seelsorgearbeit schrittweise übernehmen sollen, wird die Bindung der noch nominal zahlreichen Gemeindemitglieder weiterhin sinken. Dies wird eine große Herausforderung für die ganze Gemeinde. Auch Beerdigungen und die Trauerpastoral werden demnächst von speziell dafür ausgebildeten Laien übernommen werden müssen.

Auch Pfarreiratsvorsitzender Christian Tebbe geht nur ganz vorsichtig in einem knappen Absatz seines Grußwortes auf die „Veränderungen“ ein, die auf die katholische Gemeinde zukommen. So soll ein „großer Weihnachtsgottesdienst“ als Wortgottesdienst gefeiert werden. Es handelt sich um den Weihnachtsgottesdienst am Heiligabend um 17 Uhr mit dem Bakumer Musikverein. Im Dorf gab es da schon Diskussionen, warum gerade dieser „beliebte“ Gottesdienst „nur“ als Wortgottesdienst gefeiert wird.

Gewaltig mehr Windräder in der Gemeinde Bakum geplant

Bürgermeister Tobias Averbeck stellte auf einer Bürgerversammlung im Gasthof Hönemann, Vestrup, die zukünftigen Pläne für den Ausbau der Windenergie vor. Der gesetzliche Rahmen gibt vor, dass 2,2% der Landesfläche von Niedersachsen für Windenergie genutzt werden müssen. Der ursprüngliche Zeitrahmen galt bis zum Jahr 2032, das Land Niedersachsen zieht das Bundesziel aber um sechs Jahre auf das Jahr 2026 vor. Dies erhöht den Druck auf den Kessel gewaltig, denn es bedeutet, dass in kürzester Zeit erheblich mehr Windkraftanlagen geplant und errichtet werden sollen, als bislang existieren. (bislang wird ca 1 Prozent der Landesfläche für Windkraft genutzt). Dies wird nicht überall Begeisterung hervorrufen.

Averbeck erläuterte, dass sich dieser gesetzlichen Vorgabe kein Landkreis entziehen könne. Für alle Landkreise wurden Flächenanteile vorgegeben. Im Landkreis Vechta müssen 1,56% der Fläche für Windkraft zur Verfügung gestellt werden. Die Kommunen müssen entsprechende Pläne vorlegen, ansonsten drohe die Superprivilegierung: Der Ausbau der Windenergie habe dann immer Vorrang, zum Beispiel auch vor dem Umweltschutz oder kommunalen Planungen. Dann drohe der Wildwuchs an Windkraftanlagen.

Jede Kommune im Kreis Vechta muss in ihrem Rahmen daher Flächen für Windkraft zur Verfügung stellen. Da einige Bereiche wegen des Naturschutzes und Wohn- und Gewerbegebieten nur eingeschränkt infrage kommen, müssen Kommunen mit geringerer Besiedlung und relativ großer Fläche, wie Bakum, mehr Flächen für Windenergie zur Verfügung stellen.

Averbeck stellte die Potentialflächenanalyse für die Gemeinde Bakum vor. Demnach kommen 4% der Gemeinde Bakum entsprechend 324 Hektar für Windkraft infrage. Es gibt 8 Bereiche. Die größten Flächen liegen im Bereich Vestrup / Lüsche und in Elmelage / Daren. Es steht aber noch nicht fest, wo die Windanlagen tatsächlich entstehen sollen. Fest steht aber, dass auch in der Gemeinde Bakum mehr Windkraftanlagen entstehen werden, darauf werden sich alle Bürger einstellen müssen.

Beitragsbild, Foto Rosenbaum: zwei Windkraftanlagen in der Bauerschaft Vestrup in Bakum, Kreis Vechta.

Veränderungen im pastoralen Raum

Am 27.08.2023 hielt der Pfarrer nach dem Sonntagsgottesdienst eine lange Ansprache über die Veränderungen, die unserer katholischen Kirchengemeinde Bakum bevorstehen. In den Zeitungen und Medien wurde schon lange über die geplanten Reformen im Bistum Münster berichtet. Auch unsere Kirchengemeinde soll sich dem Kirchengemeindeverband im neuen „pastoralen Raum“ anschließen. Formal bleibt die Kirchengemeinde zwar bestehen, die Verwaltung wird aber vom übergeordneten Kirchengemeindeverbund übernommen. Die Pfarrei gibt also ihre Selbständigkeit auf. Darüber werden die Gremien unserer Pfarrei in Kürze abstimmen.

Auch in katholischen Regionen wie dem Oldenburger Münsterland ist die Krise der Kirche nicht ausgeblieben. Das Kirchenvolk wird immer kleiner. Immer mehr Menschen treten aus. Man hört in diesem Zusammenhang immer wieder skurrile Geschichten: Eltern lassen ihr Kind zwar noch taufen, treten aber kurz danach aus der Kirche aus. Oder: Kurz vor dem Austritt aus der Kirche feiert man noch groß die kirchliche Hochzeit und schließt den Ehebund vor dem Altar. Oder: Angehörige wünschen sich eine katholische Beerdigung, obwohl der Verstorbene vor Jahren aus der Kirche ausgetreten ist und sie selber auch seit Jahren nicht mehr in der Pfarrei gesehen wurden. Sie sind dann sogar verärgert, wenn dem Verstorbenen eine katholische Bestattung verwehrt wird.

Unser Pfarrer berichtete, dass in diesem Jahr bis August schon knapp vierzig Leute unserer Pfarrgemeinde aus der Kirche austraten. Im Jahr zuvor traten 66 Mitglieder unserer Pfarrei aus der Kirche aus. Als regelmäßiger Gottesdienstbesucher habe ich schon lange bemerkt, dass der Besuch der Messen auch in Bakum immer schwächer wird. Auch hier stimmt das Kirchenvolk mit den Füssen ab. Viele in Bakum sind zwar noch formal katholischer Konfession, haben aber mit Kirche gar nichts mehr am Hut. Selbst bei den Messen an hohen Feiertagen wie Weihnachten, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern bleiben Kirchenbänke in den Kirchen leer.

Ich hatte schon sehr viele Gespräche mit Leuten, die die katholische Glaubens- und Morallehre sowie die „Kirche“ als „Institution“ komplett ablehnen. Sie sind zwar noch formal „katholisch“, im Herzen aber sind sie bereits schon lange aus dieser Kirche ausgetreten. Sie haben die Kirche seit Jahrzehnten nur noch selten von innen gesehen. Auf meine Frage, warum sie nicht längst die Konsequenz gezogen haben, auszutreten, reagierten die meisten gar nicht oder gar verärgert. Mir ist schon lange klar, dass es die „Kirche“, wie sie seit Jahrzehnten in Bakum existiert, sehr bald nicht mehr geben wird, spätestens dann, wenn die Pfarrgemeinde in Bakum keinen eigenen Pfarrer mehr hat. Ich will niemand aus der Kirche treiben, aber in Zukunft kommt kein Katholik mehr an der Frage vorbei, warum er sich zum katholischen Glauben und zur Kirche bekennt. Die „Volkskirche“, in der man traditionell „katholisch“ ist, stirbt aus.

Wir haben in unserer Gemeinde vier Kirchspiele. Vier Kirchen, in denen bislang noch Gottesdienste stattfinden. Die wenigen Katholiken, der noch knapp 5.000 Mitglieder der Pfarrei, die noch an Gottesdiensten teilnehmen, hätten in nur einer der vier Kirchen spielend Platz. Um es provokant zu formulieren, die Kirche könnte sich von drei der vier Kirchen in der Gemeinde Bakum problemlos trennen, weil sie nicht mehr (hässliches Wort:) benötigt werden. Die vier Kirchengebäude sind stumme Zeugen einer längst abgelaufenen Zeit. Auch außerhalb der Gottesdienste ist selten jemand in den vier Kirchen, um zum Beispiel dort zu beten oder dort zu verweilen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als die Menschen draußen vor der Kirche standen, weil sie beim Gottesdienst keinen Platz mehr in ihr fanden. Sie feierten die Messe VOR der Kirche mit. Lang ist das her!

Ich weiß aber auch von Bakumern, die zwar noch „zur Kirche“ gehen, allerdings außerhalb von Bakum, zum Beispiel bei den Dominikanern in Füchtel oder in Vechta. Selbst wenn am Wochenende in der Gemeinde Bakum keine Messe angeboten würde, könnten diejenigen, die zum Gottesdienst wollen, jederzeit in Nachbargemeinden außerhalb von Bakum eine Messe mitfeiern. Die Welt geht für Christen also nicht wegen der zu erwartenden Veränderungen unter, wenn sie bereit sind, sich darauf einzustellen und alte Gewohnheiten zu ändern.

Aber nicht nur beim Gottesdienstangebot wird es sicherlich zu Änderungen kommen. Auf Dauer stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die Kirche noch in der Gemeinde Bakum drei katholische Kindergärten unterhalten kann oder ob nicht auch einige der bisher kath. Kindergärten in kommunaler Trägerschaft wechseln sollten und nicht nur ein kath. Kindergarten in der Gemeinde Bakum ausreicht. Wer unbedingt möchte, dass sein Kind in einen kath. Kindergarten geht, kann das Kind dort anmelden.

Mit sinkenden Einnahmen der Kirche aus der Kirchensteuer wird sich diese Frage sicherlich früher oder später stellen. Alternativ müssen dann vielleicht andere Angebote für Kinder entwickelt werden, deren Eltern wünschen, dass ihre Kinder katholisch erzogen werden sollen. Die Kolpingjugend und die Landjugend gibt es ja schon bereits. Das gleiche gilt für die Friedhöfe. Ein katholischer Friedhof in der Gemeinde müsste ausreichen, es bleiben jetzt schon immer mehr Grabstellen leer. Eine oder mehrere der nicht mehr benötigten Kirchen könnten zum Beispiel in ein Kolumbarium umgewandelt werden, in denen Katholiken des jeweiligen Dorfes bestattet werden können. Dann hätten die Kirchen wenigstens nach ihrer Profanisierung noch eine Funktion.

Die strukturellen Veränderungen in der Kirche stellt an jeden Menschen, der sich zum katholischen Glauben bekennt, neue Herausforderungen. Sie gibt aber auch die Chance für eine Erneuerung der Kirche. Die christliche Gemeinde lebt vom Engagement und Bekenntnis eines jeden Christen und jeder Christin. Wer katholisch glauben und leben möchte, muss in Zukunft selber mehr aktiv dafür etwas tun: Etwas weiter fahren, um Gottesdienste zu feiern, vor Ort könnten in allen vier Kirchspielen der Gemeinde Bakum Gebetsgemeinschaften und Familienkreise wachsen oder neu entstehen.

Die Chance besteht, dass in weniger Kirchen und mit Gottesdienstangebote in dafür volleren Kirchen sich eine lebendige Gemeinde aus Christinnen und Christen bildet, die bewusst ihren katholischen Glauben gemeinsam feiern wollen. Warum sollen sich nicht Gläubige auch ohne Geistliche zu einer gemeinsamen Andacht oder zu einer gemeinsamen Aktivität treffen, wenn sie das möchten? Für die Feier der Sakramente treffen sich die Gläubigen dann dort, wo noch die Eucharistie gefeiert wird. Die bestehenden vier Kirchen, die Pfarrheime und die vielen bereits bestehenden Verbände bieten den Raum und den Rahmen dafür, dass ein katholisches Gemeindeleben auch in Zukunft stattfinden kann, wenngleich auch anders, als bisher.

Beitragsbild: Die Bakumer Kirche mit sandsteinfarbenen Steinen seitlich im Sonnenlicht fotografiert. Foto: Rosenbaum

Download: Strukturprozess Pastorale Räume – Kirchengemeindeverband (PDF)

Neue Bürgerenergiegenossenschaft in Bakum in Gründung

Gestern fand die erste von mehreren Informationsveranstaltungen zur Energiegenossenschaft Bakum eG im Gasthof Hönemann in Vestrup statt. Die Veranstaltung wurde sehr gut besucht. Die Energiegenossenschaft organisiert die Bürgerbeteiligung am #Windpark in #Vestrup. Aber darüber hinaus hat die Energiegenossenschaft das Ziel, die #Energiewende in #Bakum voranzutreiben. Angedacht ist der weitere Ausbau von Anlagen #Erneuerbarer #Energie. Auch könnte die Genossenschaft für ihre Mitglieder und eventuell auch für Kundinnen und Kunden günstige Stromtarife vermitteln. Im Moment ist dies noch gesetzlich nicht erlaubt, könnte aber in der Zukunft eventuell realisierbar werden. Die Beteiligung an der #Energiegenossenschaft ist ein unternehmerisches Risiko. Allerdings unterliegt die Genossenschaft der gesetzlichen Prüfung. Die Haftung der Mitglieder ist auf ihre Einlage begrenzt.

Detaillierte Infos gibt es auf den weiteren Infoveranstaltungen der Genossenschaft, beim Vorstand und im Internet. https://www.energie-bakum.de/

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