Die Zukunft des Deutschlandtickets bleibt weiterhin ungeklärt. Dabei geht es hauptsächlich um die Finanzierung der Flatrate. Kommunen, Länder und der Bund streiten sich darüber, wer das wachsende Defizit ausgleicht. Verschärft wird dies dadurch, dass in Deutschland das einheitliche Nahverkehrsticket an einem festen monatlichen Preis gekoppelt ist, aber die Kosten zum Beispiel für das Personal ständig wächst, nicht zu letzt aufgrund starker Gewerkschaften und hohem Grad an Tarifbindung in dem Sektor. Hinzu kommen die steigenden Ausgaben für den Erhalt und die Modernisierung öffentlicher Verkehrsangebote. Das vorprogrammierte Finanzloch könnte dazu führen, dass das Deutschlandticket in seiner jetzigen Form abgeschafft wird. Was wäre die Alternative für das jetzige Deutschlandticket?

Da lohnt sich der Blick in andere Länder. Ich war letztens in Brünn. Dort kann man mit einer Chipkarte, App oder auch direkt mit Kreditkarte fahren. Dazu muss man sich vor Fahrtantritt einloggen und vor dem Austieg ausloggen. In Straßburg funktionierte es ähnlich mit App oder Chipkarte. In den Niederlanden kann man mit der OV-Chipkaart landesweit jeden Zug oder jede Straßenbahn nutzen.

Falls in Deutschland das Deutschlandticket mit günstigem Monatstarif abgeschafft wird, sollte auch in Deutschland ein einheitliches Ticketsystem eingeführt werden, bei dem man mit Kredit- oder Chipkarte jedes Nahverkehrsmittel nutzen kann. Am besten mit einer Chipkarte und Tarifen, die bei einer häufigen Nutzung günstige Rabbatpreise bis zu einer monatlichen Höchstgrenze abrechnet. Zugleich sollte die Chipkarte übertragbar sein und man müsste damit auch mehrere Personen (Familie) zu günstigen Preisen mitnehmen können. Dann könnten es Familien und Wohngemeinschaften gemeinsam nutzen und das neue Ticket würde für weitere Zielgruppen interessant, die mit dem jetzigen Deutschlandticket nicht erreicht werden.