Heute, der 5. Mai, ist der Tag des Lokaljournalismus. Viele Zeitungen beteiligen sich daran. Lokaljournalismus ist heute gefährdet. Die Abonnentenzahlen und Auflagebei den Zeitungen sinken. Eine gedruckte Zeitung ist heute ein Produkt der Vergangenheit. Druck und Vertrieb sind heute kaum noch bezahlbar und realisierbar. Vor allem, weil die Nachfrage nach einem solchen Produkt im Zeitalter der KI und mobilen Internets nicht mehr existiert. Nachrichten werden häufig schneller digital verbreitet, als sie gedruckt werden können. Eine gedruckte Zeitung ist immer von gestern.
Zeitungsverlage müssen deshalb den Schritt zu digitalen Angeboten schaffen und deutlich schneller werden, ohne an Qualität und Hintergrundinformation zu verlieren. Die Produkte der Zukunft sind Newsportale, Epaper, Podcasts, Lokalblogs etc. Die Medienhäuser brauchen Kunden, die diese Angebote nachfragen. Wird es sie in Zukunft geben, das ist die Kernfrage.
Ich habe über zwanzig Jahre als freier Mitarbeiter bei der Oldenburgischen Volkszeitung und als Lokalblogger (Bakum-Shopping.de) lokale Berichterstattung betrieben. Auf der anderen Seite braucht es einen unabhängigen Journalismus. Wir dürfen den KI Bots, den asozialen Netzwerken und Tech-Milliardären nicht das Nachrichtengeschäft überlassen. Es braucht einen unabhängigen Journalismus, der kritisch berichtet, und nicht von Algorithmen gesteuert wird.
Die Medienhäuser müssen sich aber auch selbst kritisch hinterfragen. Jahrelang sind sie auf der Welle asozialer Netzwerke wie Facebook mit geschwommen, in der Hoffnung, damit neue Leser zu erreichen. Derzeit setzen auch sie immer mehr Künstliche Intelligenz für die Produktion ihrer Inhalte ein, um Kosten zu sparen. Dabei drohen sie von dieser Entwicklung aufgefressen zu werden.
Werden in Zukunft Computer Lokalnachrichten in Rechenzentren von Redaktionsnetzwerken irgendwo in Deutschland oder Ausland per KI erstellen? Das kann es nicht sein! Die Kunst bleibt, die Handschrift des Lokaljournalismus zu erhalten erhalten. Dazu braucht es auch in Zukunft Menschen, die vor Ort berichten, die die Leute kennen, die Zusammenhänge recherchieren und auch ansprechbar für die Leser sind. Das geht aber nur, wenn auch Kunden bereit sind, für den Lokaljournalismus zu bezahlen.