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Etikedo: Europa-Union

Vortrag Bastian Ernst: Wie verteidigungsbereit sind wir in Europa?

Im Bürgerhaus Holdorf sprach auf Einladung der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Vechta, der Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst (CDU) zum Thema Verteidigung. Ernst ist Bundestagsabgeordneter für Delmenhorst, der Wesermarsch und Oldenburg-Land. Außerdem ist er Mitglied im Verteidigungsausschuss und seit kurzer Zeit Vorsitzender des Reservistenverbandes.

Sein Plädoyer war, Europa müsse schnellstmöglich wieder verteidigungsfähig werden. Die Werte der Freiheit und der Demokratie würden durch Russland erheblich bedroht. Die Bundeswehr sei eine wichtige Stütze der Demokratie, sei aber aufgrund einer verfehlten Politik nicht mehr verteidigungsfähig. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion glaubte man sich nur noch von Freunden umgeben. An Ausrüstung wurde immer mehr gespart, die Bundeswehr wandelte sich von einer Verteidigungsarmee zu einer Armee für internationale Einsätze. Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, was die Bundeswehr weiter personell geschwächt habe. Nicht nur die miltärische Ausrüstung, sondern auch die Infrastruktur sei ausverkauft worden. Grundstücke und Kasernen wurden in Wohngebiete und Wohnungen verwandelt.

Mit dem aggressiven militärischen Angriff Russlands auf die Ostukraine und der militärischen Annexion der Krim im Jahr 2014 und spätestens mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 sei es zu einem schrittweisen Umdenken in Deutschland gekommen. Verstärkt werde dieser Prozess durch die veränderte weltpolitische Lage. Das transatlantische Verhältnis zur USA habe sich unter Präsident Trump gewandelt. Deutschland könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf den Schutz durch die USA verlassen, sondern müsse selbst für seine Verteidigungsfähigkeit sorgen. Ernst plädierte aber dafür, dass die Europäische Union (EU) sich aus einer Position der Stärke weiterhin für den Fortbestand der transatlantischen Sicherheitspartnerschaft einsetzt.

Eine starke und geeinte EU bleibe für die USA im eigenen Interesse ein unverzichtbarer Partner. Deshalb müsse der atomare Schutzschirm müsse auch in Zukunft von den USA gewährleistet werden, betont Ernst und sprach sich gegen eine atomare Aufrüstung Deutschlands und der EU aus. Deutschland habe aber eine besondere Verantwortung und müsse eine Führungsrolle in Europa übernehmen: „Die Länder um uns herum erwarten von Deutschland einen Beitrag für die Verteidigungsfähigkeit,“ sagte Ernst.

Entscheidend sei aber, dass Deutschland in seine Verteidigung investiert. Dazu müsse für die notwendige Infrastruktur, eine moderne Ausrüstung und ausreichend militärisches Personal gesorgt werden. Laut Ernst braucht die Bundeswehr 260.000 aktive Soldaten und ca. 200.000 Reservisten. Dies soll zunächst durch den freiwilligen Wehrdienst gewährleistet werden. Falls dies nicht gelingt, müsse auch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden, fordert Ernst. Außerdem muss die Reserve für den Heimatschutz wieder aufgebaut werden.

Die Bundeswehr wird in den nächsten Jahren wieder deutlicher präsent werden, so Ernst. Die Bevölkerung müsse sich auf mehr Übungen von Nato-Soldaten einstellen. Die allgemeine Haltung der Bevölkerung zur Bundeswehr habe sich in jüngster Zeit erfreulich positiv entwickelt. Aber in großen Teilen der Gesellschaft fehle es in Deutschland noch an der Bereitschaft, selbst etwas die eigene Verteidigung Verantwortung zu übernehmen. Ganz anders sei dies in den skandinavischen, baltischen Staaten und dem Nachbarland Polen. Dort meldeten sich viele freiwillig zur Armee, im Bewusstsein, dass sie sich und ihre Angehörigen vor Russland schützen müssten. Die Polen und die Balten seien ein Vorbild für Deutschland, meinte Ernst.

Beeindruckt war Ernst auch von seinen Erfahrungen, die er in der Ukraine sammelte. In Lemberg und in Kiew sah er selber die Einwirkungen des Krieges auf die Menschen und verbrachte auch einige Nächte im Schutzraum. Russland führe seinen Krieg gegen die Bevölkerung und zerstöre Wohnhäuser und Krankenhäuser. Trotz ihres Leidens hielten die Ukrainer aber daran fest, ihre Heimat gegen den Agressor zu verteidigen, berichtete Ernst.

Im Anschluss der Rede wurde mit dem Abgeordneten Ernst noch angeregt über die sicherheitspolitische Lage diskutiert.

Beitragsbild: Bundestagsabgeordnerter Bastian Ernst beim Vortrag der Europa-Union Deutschland, Kreisverband Vechta. (Foto: Rosenbaum)

Europa in der Krise – wir brauchen junge Leute, die sich für ein geeintes Europa einsetzen

Die Europäische Union wurde gegründet, damit die Nationen und Staaten in Europa mehr und mehr zusammenwachsen. Vor 80 Jahren wurde mitten in Europa Krieg geführt, verursacht vom faschistischen Deutschland. Als Folge der beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts entschlossen sich mutige Bürger und Politiker, sich für ein gemeinsames friedliches Europa einzusetzen.

Heute breiten sich Rechtspopulismus und Nationalismus überall in Europa mehr und mehr aus, die Europäische Union wird in Frage gestellt, indem das gemeinsame europäische Recht ausgehöhlt wird, einige Länder beteiligen sich seit Jahren nicht an einer gemeinsamen Regelung der Migration.

Aber auch bei uns in Deutschland schwindet zunehmend die Begeisterung für ein gemeinsames Europa. Es fehlen Leute, die sich für das gemeinsame Europa einsetzen. Stattdessen gewinnen rechtspopulistische Parteien immer mehr Wähler, besonders unter jungen Menschen. Viele Menschen halten die Vorteile, die das gemeinsame Europa bietet, entweder für selbstverständlich oder sie sehen sogar mehr Nachteile als Vorteile. Die EU steht für viele für ein bürokratisches Monster, das wenig mit ihrem Leben zu tun hat. Der EU wird die Schuld für die ungeregelte Migration gegeben.

Für die ältere Generation, der ich angehöre, stand dagegen das gemeinsame Europa einmal für Fortschritt und Freiheit. Wir können uns noch an Grenzen, Mauern und Stacheldraht erinnern. Wir haben uns in unserer Jugend nach Freiheit gesehnt. Nach einer Welt ohne Grenzkontrollen und einer Welt der Freundschaft unter den Nationen. Die Welt hat sich zum Erschrecken meiner Generation drastisch umgedreht.

Heute ist wieder Krieg in Europa. Auch unsere Sicherheit steht auf dem Spiel. Die Weltmächte China und Russland bedrohen auch die Freiheit und Demokratie in Europa, sie tun alles, um ein geeintes Europa zu spalten. Auch in den USA besteht die Gefahr, dass der Trumpismus die Weltordnung nachhaltig nach Rechts verschiebt. „America first“ könnte bedeuten, dass die USA sich von der transatlatischen Partnerschaft abwendet. Ein gespaltenes Europa wäre dann schutzlos den globalen Weltmächten ausgeliefert, wirtschaftlich und militärisch.

Gerade im Interesse der jungen Menschen müsste es sein, dass sie sich für einen gemeinsamen europäischen Bundesstaat einsetzen. 

Seit mehreren Jahren gehöre ich der überparteilichen Europa-Union an. In meinem Kreisverband, der zu den größten Verbänden in Niedersachsen zählt, sind viele ältere Europafreunde. Doch ist unser Kreisverband leider längst hoffnungslos überaltert. Es gibt nur wenig junge Mitglieder in unserem Kreisverband. Dabei müsste es genau umgekehrt sein! Gerade für die jungen Leute ist das gemeinsame Europa so wichtig! Denn nur das gemeinsame Europa kann Frieden, Freiheit und Wohlstand sichern. Die jungen Europäer aller Länder müssen sich dringend für die Reform und Vertiefung der europäischen Einigung einsetzen, im ureigensten Interesse. Wir älteren Semester können die EU nicht retten und schon gar nicht verbessern, was dringend notwendig ist. Die Kompetenzen der EU müssen nicht verringert sondern erweitert und klarer definiert werden.

Dazu seid ihr, die Jugend, gefragt. Wir brauchen eine „Europe for future“-Bewegung, die von europabegeisterten jungen und engagierten Leuten getragen wird. Die Europa-Union und die europäische Begeisterung sollte von der Jugend, nicht von Rentnern getragen werden. Sonst hat Europa keinerlei Zukunft.

Eŭropa Esperanto-kongreso 2024

Ĉijare okazas Eŭropa Esperanto-kongreso 2024 en la franca urbo Strasburgo (germane: Straßburg). En 2024 Francio ĉeforganizas la komunan eventon. Strasburgo estas hejmo de pluraj eŭropaj institucioj kiel la Eŭropa Parlamento, la Konsilio de Eŭropo kaj la Eŭropa Kortumo pri Homaj Rajtoj.  Kiel konvinkita eŭropano kaj membro de Europa-Union Deutschland, senpartia organizaĵo sindevigata al la unuiĝo de Eŭropo, ĉi tiu kongreso estas aparte interesa por mi.

Strasburgo estas hejmo de pluraj eŭropaj institucioj kiel la Eŭropa Parlamento, la Konsilio de Eŭropo kaj la Eŭropa Kortumo pri Homaj Rajtoj.

Mi registriĝis por ĉi tiu kongreso. Por mi, kiel komencanto de Esperanto, estos la unua fojo, ke mi partoprenos tian renkontiĝon. Mi estas ekscitita!

Ĝis revido ĉe la EEK 2024 en la urbo Strasburgo!

Deutsch: In diesem Jahr findet der Europa Esperanto Kurs in der französischen Stadt Straßburg statt. Für mich hat dieser europäische Kongress einen besonderen Reiz. Es ist für mich als Anfänger in Esperanto der erste Esperanto-Kongress. Gleichzeitig ist die Fahrt in die europäische Hauptstadt Straßburg mit den vielen europäischen Institutionen als Mitglied der Europa-Union und überzeugter Europäer besonders spannend. Ich freue mich, viele Menschen aus vielen Ländern kennenzulernen und die Sprachkenntnisse in Esperanto zu vertiefen.

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