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Etikedo: Internet

Von Twitter über Mastodon zu Eurosky und Bluesky

Lange war ich begeisteter Nutzer von Twitter. Dem Kurznachrichtendienst, der Nachrichten in Sekunden in die ganzen Welt welt verbreitet. Doch spätestens, als im Jahr 2022 Elon Musk Twitter kaperte, das Waschbecken in die Twitter-Zentrale trug und daraus eine Propaganda Plattform für ultrarechte Verschwörungstheoretiker machte, war für mich auf Twitter Schluss.

Längst hatte ich das Fediversum entdeckt. Seit 2018 bin ich dort auf verschiedenen Plattformen unterwegs, auf Mastodon, Hubzilla, Friendica, Pixelfed und Peertube. Mittlerweile hat sich das Fediversum gemausert. In der Anfangszeit waren dort nur ein paar Nerds, die von einer friedlichen Social Media Welt träumten, ohne Hass und mit hoher Netzkultur. Heute findet man auch viele Universitäten, interessante Personen und Organisationen dort. Andererseits fehlen andere VIPs, Medien und vor allem fehlt politische Meinungsvielfalt. Im Fediversum riecht es stark rot-grün. Liberale und konservative Standpunkte werden dort hart attakiert. Das ist eigentlich schade. Zum Teil herrscht im Fediversum immer noch eine Ausgrenzung von Neuen, die sich nicht an die dort geltenden Moderations-Regeln halten wollen. Das wirkt auf viele nicht einladend.

Lange habe ich mich geziert, Bluesky auszuprobieren. Schließlich handelt es sich auch hier um ein US- Internetangebot. Das heißt, die Daten werden in den USA gespeichert. Seit kurzer Zeit gibt es Eurosky. Es wird von einem europäischen Unternehmen betrieben und ermöglicht über das AT Protocol einen Zugang zum Bluesky Netzwerk. Die Daten werden aber nach europäischen Datenschutzgesetzen auf europäischen Servern gespeichert. Mich reizte es, dies auszuprobieren. Dazu habe ich ein Konto bei Eurosky registrieren lassen und wähle mich damit auf Bluesky ein.

Bluesky wirkt auf den ersten Blick wie Twitter zu seinen besten Zeiten. Auf den zweiten Blick war ich enttäuscht. Auch dort fehlen viele Meinungsmacher, Parteien, VIPs und Kreative, die anscheinend lieber auf X als auf Bluesky posten. Warum eigentlich ist das so? Accounts selbst von Bundesministerien wurden seit Monaten dort nicht mehr aktualisiert. Wozu richtet man einen Account ein, ohne ihn zu pflegen?! Das hat mich schon im Fediversum verwundert. Dennoch findet man auf Bluesky Organisationen und Leute, die man im Fediversum nicht findet. Damit wird es durchaus zu einer Alternative zum Fediversum und natürlich vor allem zu X. Die Möglichkeiten, Inhalt auf Bluesky zu entdecken, sind etwas verwirrend. Es gibt zum Beispiel Starterpakete und Feeds, die Nutzer selber erstellen und teilen können. Neue Nutzer können zum Beispiel ein Starterpaket „Grünes Startpaket“ auf Bluesky nutzen und mit einem Klick 150 Bluesky-Accounts mit grünen Politikern folgen.

Leider nutzt Eurosky die Infrastruktur von Bluesky. Bluesky und die Atmosphere, das Ökosystem um das zugrunde liegende ATProtokoll, sind immer noch USA orientiert. Die Algorythmen empfehlen meistens US-Kanäle. Eine eigene europäische Infrastruktur fehlt noch. Man findet aber schnell deutsche Influencer, die auch in den anderen sozialen Netzwerken aktiv sind, wie Sixtus, Perowinger, Manuel Honkhase Altug etc. Die Parteien (bis auf die Grünen) sind dort allerdings dort noch kaum aktiv, genauso wie sie bisher das Fediversum noch nicht entdeckt haben. Einige wichtige Medienportale und Journalisten nutzen Bluesky dagegen recht rege, zum Beispiel der Ukraine Berichterstatter Vassili Golod (golod.bsky.social), die Großbritannien Spezialistin Annette Dittert (annettedittert.bsky.social) oder die ZDF Ankerfrau Marietta Slomka (mariettaslomka.bsky.social). Auch einige Medien wie der NDR (ndr.de), der Spiegel (spiegel.de), die Zeit (zeit.de) und die Frankfurter Rundschau (fr-zeitung.bsky.social) sind im blauen Himmel aktiv. Englisch sprachliche Medien wie The Guardian (theguardian.bsky.social) nutzen Bluesky intensiv.

Schon jetzt habe ich eine interessante Liste an interessanten Accounts auf Bluesky gefunden, die ich seit meinem Abschied von Twitter vermisst habe – und leider im Fediversum nicht wieder gefunden habe. Freunde habe ich aber auf Bluesky nach so kurzer Zeit nicht gefunden. Meine Kommunikation findet hauptsächlich im Fediversum statt. Dort habe ich einige Freunde, mit denen ich immer mal wieder kommuniziere, streite oder austausche. Im Fediversum nutze ich hauptsächlich Mastodon. Um ein Netzwerk aufzubauen, eignet sich das Fediversum bislang besser. Man kann Posts nur an Follower richten, nicht sichtbar in öffentlichen Timelines und öffentlich, anders als auf Bluesky, wo jeder Post öffentlich ist. Die Leute im Fediversum sind auch kommunikativer als auf Bluesky, ist mein erster Eindruck. Die Stärke von Bluesky sind globale Timelines und die bessere Suchfunktion.

Es sollen mit dem AT Protokoll neue europäische Alternativen zu Instagram, Twitter und tiktok entstehen. Die ensprechenden Apps gibt es bereits. Mit meinem Eurosky Account könnte ich sie sofort nutzen, wenn ich wollte. Man kann mit seinem Eurosky oder Bluesky Account alle Apps in der Atmosphere nutzen.

Neben Eurosky soll auch W Social als europäisches Soziale Netzwerk aufgegebaut werden. Betreiber ist ein schwedisches StartUp. Die Nutzer sollen sich mit einem Ausweis identifizieren, um W Social nutzen zu können. Damit soll vermieden werden, das KI-Bots auf W Social entstehen. Ob das Sinn macht, hängt davon ab, wie viele Leute bereit sind, W Social zu nutzen, das auch das AT Protokoll nutzt. Falls es mit Bluesky oder Eurosky föderiert, werden die Nutzer von W Social auch mit KI generierten Inhalten konfrontiert werden. Ich bin gespannt, ob sich europäische Alternativen gegenüber den BigTech Netzwerken Twitter, Instagram und tiktok behaupten können.

Beitragsbild: Screenshot meines Bluesky Profils

Warum mir online einkaufen nicht mehr gefällt

Eigentlich kaufe ich – wenn möglich – nur im stationären Einzelhandel. Doch leider schließen immer mehr Fachgeschäfte. Im Bremer Sport-Check hatte ich zum Beispiel meine Lieblings-Schuhmarke entdeckt. Schuhe, die wirklich bequem sind und in die man einfach hineinschlüpfen kann, ohne Schuhe binden zu müssen. Doch leider schloss der Laden, bis heute ist in der Bremer Sögestraße kein neuer Laden im Gebäude.

Deshalb entschloss ich mich, die Schuhe nun direkt beim Online-Shop des Herstellers zu bestellen. Meine Schuhgröße kenne ich schließlich. Schnell waren die Schuhe bestellt und mit Kreditkarte bezahlt.

Überrascht war ich, dass der Versand mir zunächst sogar zwei Tage früher als erwartet von DHL per E-Mail angekündigt wurde, bereits am Samstag statt am Montag. Doch am Samstag kam die Ware nicht an.

Seitdem wurde sie mir am Montag, Dienstag und Mittwoch angekündigt.

Jeden Tag landete bei mir eine E-Mail von der DHL in der Mailbox, die eine Zustellung des Paketes ankündigt. Mir wurde angeboten, die Sendung nachzuverfolgen. Jeden Tag fuhr der Zustellwagen durch Bakum, aber leider nicht zu mir. Jeden Nachmittag erhielt ich dann die schnöde Mitteilung:

Ihre Sendung konnte heute leider wegen unerwarteter Umstände wie z.B. Krankheit, Unfall, Arbeitszeitüberschreitung nicht zugestellt werden. Ein neuer Zustellversuch erfolgt am nächsten Werktag.

Der Online-Shop des Herstellers verweist mich im Kleingedruckten auf den Paketzusteller und die DHL an den Online-Shop. Als Kunde gibt es keine Möglichkeit, die fehlende Zustellung zu reklamieren. Ich warte jetzt erst mal ab, bis nach fünfzehn Tagen. Danach darf ich meinen Kaufvertrag beim Online Shop rückgängig machen, falls ich die Ware bis dann nicht bekommen habe. Während man beim stationären Handel Ware erst bezahlt, wenn man sie auch wirklich erhält, muss man beim Onlinekauf die Ware schon bei der Bestellung bezahlen, bevor sie ausgegeliefert wurde. Dadurch ist man als Kunde immer davon abhängig, dass der Online-Händler seine Ware – wie zugesagt versendet – und der Paketversand auch wirklich reibungslos und schnell funktioniert.

Den Spaß am Online Handel hat mir nicht nur dieser Fall vermiest. Ich habe mehrfach die Ware entweder gar nicht oder verspätet bekommen. Wenn man die Ware nicht bekommen hat, muss man sich mühsam darum kümmern, sein Geld erstattet zu bekommen. Online einkaufen klappt eigentlich nur noch über Amazon, habe ich den Eindruck. Bei Amazon funktioniert der Versand über eigenen Vertrieb, die App zeigt relativ zuverlässig an, wann ein Paket zugestellt wird. Da ich bei Amazon aber nur im Notfall einkaufen möchte, werde ich mich wohl in Zukunft mit dem stationären Handel zufrieden geben müssen.

Nachtrag: Am Donnerstag Mittag kam das Paket dann schließlich an. Ob ich es doch noch mal mit Online-Einkauf versuche?

Muss man (das Auto) immer online sein?

Muss man immer online sein? Diese Frage stellt sich nicht nur im Zusammenhang mit dem #Smartphone, das wohl fast jeder moderne Mensch heute bei sich mitträgt, und welches den ganzen Tag ununterbrochen mit dem #Internet verbunden ist.

Doch nicht nur das Internet, auch immer mehr Geräte, die man benutzt, sind pausenlos online. Sie empfangen ununterbrochen #Daten und senden Daten „nach Hause“. Auch mein neues #Elektroauto VW ID.3 gehört dazu. Das ist einerseits ganz bequem. Vom Sofa aus lässt sich der Ladezustand kontrollieren, die Standklimatisierung an- oder ausschalten, ein Ladevorgang starten oder beenden. Eigentlich soll sich das Auto sogar ein Softwareupdate aus dem Internet herunterladen. Das klappt bei #Volkswagen aber bislang noch nicht so richtig, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Die Schattenseite ist, dass das Smartphone, die Geräte, und sogar das Auto ständig Daten irgendwohin senden. Zu #Apple, #Google, #Samsung und wie die Hersteller alle heißen und im Fall meines Autos, Volkswagen. Im Online-Modus senden die Autos Nutzungs- und Standortdaten an den Hersteller, in meinem Fall an Volkswagen. Der Hersteller #Tesla ist aktuell wegen eines Datenlecks in den Schlagzeilen. Tesla sammelt übrigens nicht nur die Daten des Fahrzeugs sondern mit Hilfe von Kameras auch der Umgebung des Fahrzeugs. Insofern ist die Frage von öffentlichen Interesse, ob Autos immer online sein müssen.

Heute habe ich mein Auto mal offline geschaltet. Ich will ganz bewusst dies in Zukunft öfters tun, wenn ich unterwegs bin. Was für Google und Co gilt, gilt auch für Volkswagen. Es muss nicht immer sein, dass mein #Standort im Internet geteilt wird.

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