bloggt aus Bakum und aus seiner Welt

Etikedo: Vechta (Page 1 of 2)

Den Autoposern die Show stehlen

Seit Tagen sind Autoposer das Thema der Kreisstadt Vechta. Sie demonstrieren ihre Autos nicht nur lautstark sondern führen laut Bericht von OM Medien auch Autorenen durch, sogar in der Großen Straße. Beliebt als Treffpunkte für Autofanatiker warem Parkplätze von Einkaufszentren. In Vechta stehen schon fast auf allen Parklätzen von Supermärkten und Discountern Schilder mit Einfahrtsverbot von Motorrädern und Autos von 22 bis 6 Uhr. Dies soll laut Bericht gewirkt haben, die Autoposer Scene wurde dort weitgehend verdrängt. Dennoch treiben sie weiter ihr Unwesen in Vechta und treffen sich anscheinend woanders.

„Die Autoposer wollen gesehen werden. Und Vechta bietet die Bühne“, heißt es im Artikel. Ich verstehe nicht, dass man diese Bühne den Autoposern nicht entzieht, indem man abends die Straßen für den öffentlichen Verkehr sperrt. Nur Anlieger dürfen dann die Vechtaer Einkaufsmeile befahren. Damit würden die Autoposer auch aus der Großen Straße verdrängt. Man könnte das mit Nachdruck auch durchsetzen, indem man Poller nachts ausfährt, zum Beispiel am Neuen Markt oder an der Einmündung Marschstraße in die Große Straße (Gastwirtschaft Banane). Wenn man den Bereich, wo das Nachtleben stattfindet, den Autoverkehr unterbindet, ist auch die Show mit den Autoposern verbei.

Wer beim nächtlichen Autorennen durch die Stadt erwischt wird, sollte nach meiner Meinung für eine längere Zeit den Führerschein abgeben. Dann hat derjenige Gelegenheit, das Anrufbussystem Moobil plus in Vechta auszuprobieren. Das entschleunigt ungemein! Nachts rollt kein Anrufbus durch Vechta.

Ich glaube aber nicht, dass daraus was wird. Denn ein bisschen lebt Vechta ja auch vom Nimbus der autofreundlichen Stadt, in der man sich gerne auch mit dem Auto zeigen darf. Sehen und sich sehen lassen bringt Leute und Leben in die Stadt. Sonst würde man die Große Straße viel stärker verkehrsberuhigen. Da gäbe es durchaus Möglichkeiten, zum Beispiel mit Bodenschwellen und häufigere Nutzung als Fussgängerzone. Denn auch tagsüber rollen gerne Möchtegernstarke mit ihren PS-Boliden durch die Vechtaer Einkaufsmeile, um Aufmerksamkeit bei dem Publikum zu erregen. Gerne lässt man dabei auch mal den Motor aufheulen, um Kante zu zeigen.

CDU Bakum stellt Kandidaten für die Kommunalwahlen auf

In Niedersachsen finden am 13. September 2026 die Kommunalwahlen statt. Der CDU-Gemeindeverband meines Wohnortes Bakum will weiterhin die Volkspartei mit großer Mehrheit bleiben. Dieses Signal wurde auf der Aufstellungsversammlung im Gasthof Hönemann in Vestrup gegeben.

Die neue CDU-Vorsitzende Martina Spille freute sich, dass 130 CDU Mitglieder an dieser Versammlung teilnahmen. Es hätten sich 20 Frauen und Männer aus allen Teilen Bakums bereit erklärt, sich um die Kandidatur für den Gemeinderat oder den Kreistag zu bewerben, sagte sie. Paritätisch bewarben sich jeweils 10 Frauen und 10 Männer, davon drei Kandidatinnen für den Kreistag sowie 7 Kandidatinnen und 10 Kandidaten für den Gemeinderat.

Entgegen den Trend gewann die CDU 15 neue Mitglieder, gab Vorsitzende Spille außerdem bekannt. Und noch etwas läuft in Bakum besser als anderswo: Alle Kandidaten werden in ihrer Reihenfolge von den Mitgliedern in Urwahl aufgestellt. In anderen Stadt- und Gemeindeverbänden stimmen die Mitglieder nur über einen Wahlvorsschlag ab oder wählen nur einen Teil der Bewerber in Urwahl.

Der CDU Bakum gelang es, neue Bewerber zu gewinnen, die in Bakum Zugkraft haben. Dazu zählt der Unternehmer Markus Moormann, der auch Vorstandsmitglied des Sportvereins SC Bakum ist. Er kandidiert zum ersten Mal für den Gemeinderat und gewann gemeinsam mit dem Lüscher Ingo Ruhe bei der Urwahl die meisten Stimmen und somit den ersten Listenplatz.

Auch Christiane Beverborg ist als Mitglied im Orgateam für das Sportler gegen Hunger Winterfest in Bakum vielen Bakumerinnen und Bakumern bekannt. Sie ist eine von vielen neuen Kandidatinnen und kandidiert für den Kreistag. Sie soll an die Stelle von Thomas Hoping treten, der nicht wieder für den Kreistag kandidiert. Martina Spille und Anne Ellmann, die schon lange Bakum im Kreistag vertreten, kandidieren ebenfalls wieder für den Kreistag.

Erstmalig für den Gemeinderat kandidieren neben Markus Moormann Chrstiane Brinkhus, Johanna Jost, Birgit Ostendorf, Uwe Scheele, Jens Schlotmann, Hartmut Scholz und Raffaela Spille. Alles Namen, die in der Bakumer Vereinswelt einen Klang haben. Sie sollen Werner Beckermann, Christoph Eiken, Andrea Hoping-Bokern, Helmut Quatmann, Tobias Ruhe und Dennis Vaske ersetzen, die nicht wieder für den Gemeinderat kandidieren werden. Erneut kandidiert auch Dr. Gabriele Grieshop für den Gemeinderat, die bei der letzten Kommunalwahl es nicht in den Gemeinderat schaffte.

Die Urwahl wurde vom Ehrenvorsitzenden der CDU Bakum Franz Hölscher geleitet. Er sagte, „wir hatten noch nie so viel Beteiligung an einer Aufstellungsversammlung wie in bei diesem Mal.“ Alle Namen der Kandidatinnen und Kandidaten sind in den Fotos zu sehen. Zur Fotogalerie bitte auf eines der Fotos klicken.

Vechta führt Parkgebühren ein

Schnell und spontan in die benachbarte Kreisstadt fahren, einmal über die Große Straße bummeln oder etwas auf dem Wochenmarkt einkaufen, das wird man sich in Zukunft genauer überlegen. Denn die Stadt Vechta will nun auf allen Parkflächen Parkgebühren einführen. Auf vielen Parkplätzen konnte man bislang zwei Stunden kostenlos parken. Das ist bald vorbei.

Denn auf allen Parkplätzen sollen Parkautomaten aufgestellt werden. Damit wird es unattraktiver, mit dem Auto in die Kreisstadt zu fahren. Bislang war dies ein Werbeargument für Vechta. Bewusst hatte man die Einkaufsmeile Große Straße für den Autoverkehr freigegeben. Signal: Autofahrer sind in Vechta willkommen!

Allerdings erstickt Vechta im Autoverkehr. Nicht nur staut sich es in der Großen Straße, man findet in Vechta kaum einen Parkplatz. Außer in den Parkhäusern, in denen bislang schon Gebühren verlangt wurden. Besonders im Bereich des Krankenhauses muss man Geduld mitbringen, wenn man dort parken möchte. Mit der Erweiterung des Krankenhauses wird sich der Mangel an Parkplätzen noch weiter verschärfen. Deshalb zog die Stadt Vechta nun die Notbremse mit der Einführung der Gebühren.

Allerdings ist dies ein zweischneidiges Schwert. Denn besonders der Handel lebt von den Kunden, die mit Autos nach Vechta kommen. Viele Kunden dürften nun verstärkt in den zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten vor der Stadt einkaufen, oder halt woanders. Es geht nicht nur um die Gebühren, sondern auch den Zeitaufwand, zum Parkautomaten zu rennen, um einen Parkschein zu holen. Oder die Park-App für die Bezahlung der Gebühren zu nutzen. Den einen oder anderen Kunden dürfte dies abschrecken, auch mich.

Die Alternative zum Auto ist eigentlich nur das Rad, da auch der Nahverkehr nur rudimentär ausgebaut ist. Den Anrufbus Moobil+ muss man eine Stunde vorher bestellen. Spontan mit dem Bus hin und zurück fahren funktioniert außerhalb der Stadt Vechta auch nur schlecht.

Kleiner Nachtrag: In Vechta gab es doch Skrupel für die flächendeckende Parkplatzbewirtschaftung. Der zuständige Bauausschuss des Stadtrates hat die Beratungen bis mindestens Mitte Mai vertagt, berichtet OM-Medien. Das Thema stößt viele vor den Kopf: den Einzelhandel, die Mitarbeiter von Vechtaer Unternehmen und die Kunden. Das Thema könnte sogar sich auf die Kommunalwahlen auswirken. Mit der Einführung von Parkgebühren macht sich keine Partei beliebt, wenngleich eine Parkplatzbewirtschaftung angesichts des zu knappen Angebotes Sinn macht. Wahrscheinlich wird man deshalb das Thema wohl erst nach den Kommunalwahlen wieder behandeln.

Hat der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland Zukunft?

Gestern beschäftigte ich mich in meinem Blog-Artikel „Mobilität wieder ohne Deutschlandticket?“, ob man ohne das Deutschlandticket im Nahverkehr mobil sein kann. Das Ergebnis war: Es ist fast unmöglich.

Das Deutschlandticket ist derzeit alternativlos. Ohne Deutschlandticket scheitert man an der Kleinstaaterei im Nahverkehr, denn für den ÖPNV sind die Kommunen und Bundesländer verantwortlich. Das hat zu einer Unzahl an kommunalen Verkehrsbetrieben und Verkehrsverbünden geführt, die ihre eigenen Tarifgebiete haben. Spätestens wenn man die Grenzen eines Verkehrsverbundes überschreitet, braucht man ein neues Ticket.

Allein in Vechta gibt es OM-Bus, Wilmering, Moobilplus und die Nordwestbahn. Will man ohne das Deutschlandticket eine Ticket für eine Einzelfahrt kaufen, wird es kompliziert. Jedes Verkehrsunternehmen hat seinen eigenen Tarif. Der Kauf eines gemeinsamen Tickets ist gar nicht möglich.

Benutzt man Apps wie den Fahrplaner (VBN) oder den DB Bahn Navigator, erhält man zwar eine Fahrplanauskunft, aber keinen Preis für das Ticket. Man kann höchstens ein Niedersachsenticket kaufen, das niedersachsenweit gilt. Ob man damit Moobilplus oder Wilmering Linienbusse nutzen kann, sollte man allerdings vorher erfragen.

Das eigentliche Problem des Nahverkehrs in Deutschland wurde mit dem Deutschlandticket überdeckt: Das undurchsichtige Dickicht an Verkehrsbetrieben, -verbänden und Interessen. Und die damit verbundene Ineffizienz unseres Nahverkehrs. Die gegensätzlichen Interessen und Zuständigkeiten werden dazu führen, dass man sich über die Übernahme der Kosten für ein gemeinsames Deutschlandticket nicht einigen wird, ganz gleich, wie teuer man das Deutschlandticket macht. Je teurer das Deutschlandticket wird, desto weniger attraktiv ist es für die Leute.

Mit der Zukunft des Deutschlandtickets und des ÖPNV in Deutschland sieht es so lange schlecht aus, so lange der ÖPNV nicht effizienter und moderner organisiert wird. Wir brauchen weniger Verkehrsverbünde und ein einheitliches Bezahlungs- und Tarifsystem für alle öffentlichen Nahverkehrsangebote.

Ansprechpartner für Esperanto in Südoldenburg – Esperanta Kontakto en suda Oldenburgo

Seit kurzer Zeit bin ich Mitglied im Deutschen Esperanto-Bund. Vor wenigen Tagen nahm ich an einer Veranstaltung des Landesverbands Niedersachsen-Bremen (EMAS) in Leer teil und wurde dort gefragt, ob ich bereit sei, Ansprechperson für alle zu sein, die sich in meiner Region für die internationale Sprache Esperanto interessieren. Ich habe mich dazu gerne bereit erklärt und nun findet ihr meine Adresse auch auf der Homepage des Esperanto-Bundes.

Esperanto: Mi lastatempe fariĝis membro de Germana Esperanto-Asocio (GEA). Antaŭ kelkaj tagoj mi partoprenis aranĝon organizitan de la regiona Esperanto Asocio de Malsupra Saksio-Bremeno (EMAS) en Leer kaj estis demandita ĉu mi pretus esti la kontaktpersono por ĉiuj en mia regiono, kiuj interesiĝas pri la internacia lingvo Esperanto. . Mi volonte konsentis pri tio kaj nun vi povas trovi mian adreson en la retpaĝo de Esperanto-Asocio.

Warum verspätet sich die Nordwestbahn so häufig?!

Als Deutschlandticket Kunde nutze ich oft die Nordwestbahn Linie RB 58 von Vechta nach Osnabrück oder nach Bremen. Und fast jedes Mal mache ich die Erfahrung, dass die Nordwestbahn unpünktlich ist. Am Bahnhof Vechta hört man die Ansage, dass die Bahn sich um fünf Minuten verspäte, nach fünf Minuten heißt es dann, die Bahn käme erst nach 10 Minuten und der Kunde kann sich darauf verlassen, dass auch diese Information nicht stimmt. Heute musste ich 20 Minuten auf die Abfahrt nach Bremen warten. Als Begründung wurde zunächst die Vorfahrt eines anderen Zuges und später eines Defektes an einer Schranke genannt. Nach einer halben Stunde Fahrt mit der Nordwestbahn gingen die Motoren des Zuges bereits wieder in Wildeshausen aus. Der Zug müsse auf den Gegenzug warten, hieß es in einer automatischen Zugansage. Nach einer weiteren Viertelstunde wurde die Fahrt zum Bremer Hauptbahnhof dann fortgesetzt.

Auf der Rückfahrt ging es pünktlich am Bremer Hauptbahnhof los, aber schon in Delmenhorst gingen die Motoren der Bahn wieder aus. Als Grund wurde wieder die Vorfahrt eines Zuges angegeben. Natürlich mussten wir auch eine Extrapause in Wildeshausen einlegen, weil wir dort auf den Gegenzug warten mussten. Der Zugführer war so freundlich, den Gästen mitzuteilen, dass sie auf dem Bahnsteig „frische Luft schnappen“ dürften, bis die Motoren wieder angehen. Für Raucher eine willkommene Gelegenheit zu einer Zigarettenpause. Danach ging die Fahrt weiter und mit einer Verspätung von einer knappen Viertelstunde erreichte die Nordwestbahn dann wieder Vechta.

Ein wenig rätselhaft ist für mich die Erklärung der Verspätungen mit der „Vorfahrt“ eines anderen Zuges. Benutzt die Nordwestbahn zwischen Delmenhorst und Wildeshausen noch einen Streckenabschnitt, auf dem auch Züge der Deutschen Bahn AG fahren? Hatte auf der Hinfahrt nach Bremen zu vor ein Zug zwischen Osnabrück und Bramsche Vorfahrt vor der RB 58? Ansonsten fahren auf der Strecke zwischen Wildeshausen und Bramsche eigentlich nur Züge der Nordwestbahn. Dann könnte auf der eingleisigen Strecke höchstens der Gegenzug der Nordwestbahn „Vorfahrt“ haben. Logisch nachvollziehbar ist für jeden Kunden der Nordwestbahn, dass ein erheblicher Grund der ständigen Verspätungen die Eingleisigkeit der Bahnstrecke ist. Verspätet sich nur ein Zug, wirkt sich das wie ein Dominoeffekt auf alle anderen Züge beider Richtungen aus, denn der Gegenzug muss immer in einem Bahnhof warten, bis das Gleis für die Weiterfahrt frei ist.

Es ist dringend notwendig, dass die Strecke möglichst schnell ausgebaut wird! Denn dort sind täglich Tausende Menschen unterwegs. Das weiß man als regelmäßiger Kunde. Und alle anderen können sich gerne auf dem Vechtaer Bahnhof davon überzeugen, denn dort ist reger Betrieb beim Einsteigen und Aussteigen der Züge. Nicht nachvollziehbar ist für mich allerdings die stets unzuverlässige Fahrgastinformation. Die Informationen in der App, in der Anzeige am Fahrkartenautomaten und der Anzeige am Bahnsteig sowie die Ansagen unterscheiden sich und sind selten korrekt. Zumindest dieses Problem müsste die Nordwestbahn doch lösen können!

Auch die Angaben auf der Anzeige im Zug stimmen selten. Heute erreichte die Nordwestbahn Vechta um 18:38 Uhr.

Das Bahnchaos symbolisiert die Krise in Deutschland

Nirgendwo wird deutlicher sichtbar, wo unser Gemeinwesen in Deutschland steht, wie auf einem Bahnhof. Deutschland stand einmal für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, für Erfinderreichtum und Technik. Und für ein geordnetes Gemeinwesen. Das war einmal!

Gestern war ich mit der Bahn unterwegs nach Münster. Da ich am Samstag meine Fahrt von Vechta nach Osnabrück unterbrechen musste, weil die Strecke ab Bramsche gesperrt wurde, entschloss ich mich diesmal, von Diepholz aus zu starten. Zu meinem Ärger hatte ich wieder vergessen, VOR Fahrtantritt zu überprüfen, ob die Bahn auch wirklich fährt.

Denn man kann sich heute nicht mehr sicher sein, dass die Bahn pünktlich ist und ob sie überhaupt fährt. Fast bei jeder Bahnfahrt läuft irgendetwas verkehrt. Ein Zug hat Verspätung, einen Motorschaden, die Strecke ist gesperrt, weil ein Zug liegen geblieben ist oder ein Gegenzug erwartet wird oder ein anderer Zug gerade „überholt“. Mein Zug hatte ein „Defekt“ und in Diepholz erfuhr ich, dass er mit einer prognostizierten Verspätung von einer halben Stunde erwartet würde. Daraus wurden 40 Minuten. Hätte ich dies vorher gewusst, hätte ich den nächsten Zug eine Stunde später genommen und eine Dreiviertelstunde Aufenthalt am schaurig-schönen Diepholzer Bahnhof erspart

Die Hinfahrt nach Münster gestaltete sich dann für mich relativ reibungslos, weil ich das Glück hatte, einen anderen Zug von Osnabrück nach Münster nehmen zu können. Mit Westfahlenzug fuhr ich recht angenehm in die Westfalenstadt und besichtigte alle Weihnachtsmärkte in der City.

Nach dem Stadtbummel erlebte ich dann das Bahnchaos im ansonsten recht ansprechenden Münsteraner Bahnhof. Pausenlos wurden Verspätungen und Zugausfälle angekündigt. Auch mein Zug konnte erst mit zehn Minuten Verspätung abfahren, denn vorher wurde noch ein ICE in Richtung Hamburg erwartet, der sich mit 40 Minuten verspätet hatte. Ein anderer ICE in Richtung Stuttgart fiel ganz aus. Die Verspätungen und Ausfälle im Fernverkehr sind angesichts der teuren Bahntarife inakzeptabel. Im Nahverkehr kann man ja derzeit mit dem Deutschlandticket relativ günstig reisen, oft sogar genauso schnell oder sogar noch schneller als mit den teuren Fernreisezügen.

Mein Regionalzug nach Osnabrück fuhr erst mit 10 Minuten Verspätung los. Unterwegs musste er stoppen, weil er von einem anderen Zug „überholt“ wurde. Zum Glück war die Verspätung aber nicht so groß, dass ich den Anschlusszug nach Diepholz erreichte, der vom Nachbargleis abfuhr. Wenn ich nicht mit dem Deutschlandticket relativ günstig fahren könnte, würde ich keine Bahn benutzen. Ich kann jeden Autofahrer verstehen, der die Bahn meidet. Allerdings hat auch das Autofahren seine Schattenseiten. Der katastrophale Zustand der Autobahnen, die ständigen Baustellen und Staus und der zunehmend aggressive Straßenverkehr sind für mich gute Gründe, weiterhin das Bahnchaos In Kauf zu nehmen.

Sowohl der Zustand der Straßen und unserer öffentlichen Verkehrsangebote sind katastrophal und dies zeigt, dass in Deutschland so einiges nicht mehr „rund“ läuft und die einst stolze Erfinder- und Unternehmernation im Abstieg begriffen ist.

Kirchengemeinde Bakum tritt Kirchengemeindeverband Vechta bei

Wie Pfarrer Bernd Holtkamp heute nach dem Sonntagshochamt mitteilte, haben Pfarreirat und Kirchenausschuss der katholischen Kirchengemeinde Bakum beschlossen, dem neuen Kirchengemeindeverband beizutreten. Damit haben die Gremien den Weg frei gemacht für die anstehenden pastoralen Strukturreformen. Die Bakumer Pfarrei wird gemeinsam Teil des neuen Kirchengemeindeverbandes im pastoralen Raum Vechta mit den Pfarreien in Vechta, Langförden, Visbek, Goldenstedt und Wildeshausen.

Mehr Infos zum Thema Pastorale Räume und Kirchengemeindeverbände gibt es auf der Website des Offizialates Vechta

Die Verkehrswende braucht sicherere Bahnhöfe

Im letzten Beitrag habe ich noch geschrieben, dass ich mir überlege, das Deutschlandticket zu holen. Gestern war ich mit dem Niedersachsenticket und der Bahn unterwegs auf einer Tagestour nach Hamburg. Es hat alles sehr gut geklappt. Für 25 Euro nach Hamburg und zurück und die Möglichkeit, das Angebot der Hamburger Verkehrsbetriebe zu nutzen, sind super. Damit ist man sehr mobil und braucht sich um die Anreise und Abreise kaum zu kümmern, vorausgesetzt, die Züge fahren auch wirklich.

Im Nahverkehr dauert es mit dem Metronom, der stündlich fährt, nur etwas länger als mit den Schnellzügen. Innerhalb Hamburg ist fast jedes Ziel mit öffentlichen Verkehrsmittel bequem erreichbar, das alles ist im Deutschlandticket bzw. Niedersachsenticket inklusive. Mit dem ICE von Bremen nach Hamburg braucht man fast genauso lang und fährt nach Hamburg kaum schneller. Der Preis für die Bahn von Vechta nach Hamburg und zurück beträgt schon mit 55 Euro alleine mehr als das Deutschlandticket, man hat Zugbindung und kann keinen ÖPNV in Hamburg nutzen (Außer bei der An- und Abreise).

Der einzige Haken sind die Bahnhöfe. Vor kurzer Zeit wurde über die Kriminalität in den Bahnhöfen berichtet. Man fühlt sich auf einem Bahnhof nicht sicher. Ich wurde auf den Bahnhöfen in Bremen und Hamburg vielfach direkt um Geld angebettelt und von Unbekannten angesprochen. „Können Sie mir mit 80 Cent helfen?“ Der nächste Schritt ist, dass man jederzeit bestohlen werden kann. Ich wurde nicht nur von jungen Männern angebettelt, die auf mich als durchaus arbeitsfähig wirkten, sondern auch von mehreren Frauen. Eine Frau behauptete, sie habe zwei Kinder und benötige Geld zum Essen, auch für ihre Kinder. Ich gab ihr fünf Euro. Einer anderen gab ich 2,80 Euro für die Straßenbahn. Im Nachherein denke ich, dass dies keine gute Idee war. Schon das Öffnen des Portemonnaies und eine Ablenkung kann eine Diebstahlsfalle sein.

Auf jeden Fall schrecken solche Erlebnisse von der Benutzung öffentlicher Verkehrsangebote ab, vor allen Frauen und ältere Menschen! Das ist auch ein Problem für die Verkehrswende. Will man die Leute motivieren, statt das Auto die Bahn zu benutzen, muss man die Sicherheit und den Schutz vor Belästigung auf Bahnhöfen deutlich verbessern. Sonst benutzen die Leute lieber ihre SUV Panzer, die ihnen vor unangenehmen Erlebnissen Schutz bieten.

Deutschlandticket auf dem Land?

Seit ein paar Tagen denke ich darüber nach, ob ich das Deutschlandticket doch einmal ausprobiere. Auf die Idee hat mich ein Bakumer Ehepaar gebracht, das mit dem 9-Euro-Ticket auf den Geschmack kam und das 49-Euro-Ticket rege weiter benutzt. Wenn ich das Paar treffe, berichten mir die beiden begeistert, was sie schon mit dem Deutschlandticket alles erfahren und erlebt haben. Das hat mich neugierig gemacht.

Eigentlich lohnt sich das Deutschlandticket bei uns im Kreis Vechta nicht. Denn es gibt hier keinen attraktiven Nahverkehr. Das Bundesland Niedersachsen hat den drittschlechtesten ÖPNV, und Vechta ist, was das Verkehrsangebot angeht, in den hinteren Rängen Niedersachsens. Ohne Auto ist man hier hoffnungslos aufgeschmissen.

Seit kurzer Zeit gibt es zwar auch im Kreis Vechta neben den selten fahrenden Regio-Bussen einen Anrufbuss. Er fährt seit kurzer Zeit mehrmals am Werktag zwischen Vechta, Cloppenburg und meinem Wohnort, aber benutzt habe ich ihn nur selten. Der Anrufbus fährt allenfalls stündlich, und man muss die Fahrt eine Stunde vor Fahrtbeginn per App oder Telefon bestellen. Abends und am Wochenende fährt der Anrufbus nicht. Die Benutzung muss also wohlüberlegt geplant werden, spontan sich für den Bus entscheiden, ist nicht möglich. Oft ist man schneller mit dem Rad am Ziel. Das Taxi nach Vechta kostet 25 Euro, nach Cloppenburg wohl das Doppelte, ist also auch nur im Ausnahmefall eine Alternative.

Die Nordwestbahn fährt von Vechta oder Cloppenburg nach Oldenburg, Bremen oder Osnabrück. Die Fahrt von und nach Bremen oder Osnabrück dauert mindestens eine, eher zwei Stunden, denn man muss ja auch immer zum Bahnhof, wenn man mit dem Zug fahren will. Bahn und Bus dauern deshalb immer länger als eine Autofahrt. Das sind die Nachteile des lokalen ÖPNV.

Attraktiv wird das Deutschlandticket dagegen zum Beispiel für Tagestouren in die Städte. Man erspart sich die stressige Autofahrt nach und innerhalb von Bremen, Hamburg oder Hannover, kann überall Bus, U-Bahn und S-Bahn benutzen, die mühselige Parkplatzsuche entfällt ebenfalls. In Städten kann man sich so sehr flexibel mit dem dort gut ausgebauten ÖPNV bewegen, ohne sich darum kümmern zu müssen, das Auto mitzunehmen.

Mit dem Klapprad kann man aber auch auf dem Land entlang der Nordwestbahn an einem Punkt aussteigen und am anderen Punkt wieder einsteigen. Auch das finde ich interessant. Ich habe letztens eine tolle Radtour bis nach Rechterfeld gemacht und bin mit der Bahn zurück nach Vechta gefahren. Vom Bahnhof nach Hause fuhr ich dann wieder mit dem Rad.

Übrigens, mit dem Deutschlandticket kann man sogar den Anrufbus bei uns im Landkreis benutzen. Mit einer Flatrate im Nahverkehr braucht man sich keine Gedanken mehr über Tickets machen. Einfach einsteigen und losfahren. Und von einem anderen Punkt wieder nach Hause fahren.

Ein weiterer Grund, sich das Deutschlandticket zu gönnen: Wenn man schon die Möglichkeit hat, jederzeit in einen Bus oder eine Bahn zusteigen, vielleicht ist man dann etwas mobiler und öfters unterwegs. So ein Deutschlandticket motiviert, Verkehrsangebote auch zu nutzen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man es auch monatlich wieder kündigen.

Last but not least ist die Nutzung des Nahverkehrs auf dem Land auch ein bisschen Abenteuer. So ähnlich wie Interrail fahren in der Abiturientenzeit. Komme ich, wie geplant, am Ziel an? Wenn mehr Menschen den Nahverkehr nutzen würde, würde er vielleicht auch mehr ausgebaut. Und muss es umgekehrt heißen: Nur wenn es seinen besseren Nahverkehr gibt, wird man auch mehr Menschen in die Busse und Bahnen locken. Das Fazit fällt zu diesem Thema etwas schwierig aus.

Mit oder ohne Rad und dem Deutschlandticket in die große Welt? Bildbeschreibung: ein älterer Mann mit Brille und roter Outdoorjacke und einem zusammengefalteten Faltrad an einem Bahnsteig.
« Older posts

© 2026 georg-rosenbaum.de

Theme by Anders NorenUp ↑